MAX SCHULTZ, Kennung

Begonnen von Hägar, 13 Dezember 2019, 12:09:41

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Peter K.

Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Götz von Berlichingen

Zitat von: Hägar am 13 Dezember 2019, 12:43:03
Zitat von: Teddy Suhren am 13 Dezember 2019, 12:38:05Kann es sich einfach um eine Verschiebung der Position handeln? Ich meine vor der "1" noch den Hauch von Farbresten einer weiteren "1" zu sehen.
Lässt sich die Position, evtl. bei verschiedenen Aufnahmen, mit dem Oberdeck abgleichen?
Die Ziffernpositionen in Relation zu den Bulleyes sind eindeutig.
An eine gelöschte '1' mag ich nicht so recht glauben, weil man bei Retuschen doch immer eine Veränderung der Bildkörnung sieht.

Jörg meinte eine Übermalung im Original auf der Bordwand, nicht auf dem Foto. Evtl. hatte man die Kennung zuvor kurzzeitig an nicht vorschriftsgemäßer Stelle angebracht und dies dann korrigiert?

Passierte den Chinesen ja neulich auch, daß auf ihrem zweiten Flugzeugträger eine Bordnummer aufgemalt und dann wieder entfernt wurde:
Zitat»Zudem war auf Fotos und Videos zu erkennen, wie mit Hilfe eines Krans eine riesige ,,1" auf den Schiffsrumpf gemalt wurde. Die Nummer sei jedoch inzwischen entfernt worden und es seien keine weiteren Markierungen mehr sichtbar.«
http://german.people.com.cn/n3/2019/1031/c414967-9628216.html

Hägar

Moin, Harold

Danke Dir für die ausführliche Bild-Interpretation, auch wenn ich der Schaumflockenthese in Form einer '2' nicht so recht zu folgen vermag.

Aus meiner Sicht (und Bilderfahrung) triffst Du jedoch mit Deiner Überlegung ins Schwarze, dass die Schiffsfotografen ihrer Kundschaft die 'ganze' Flotte bieten wollten.
Und wenn dann halt nicht das Passende zur Verfügung stand, wurde eben etwas nachgeholfen. Da die Verkaufsbilder in aller Regel Postkartengröße hatten, brauchte man als Käufer schon eine Lupe, um Veränderungen an Detailstrukturen und -texturen überhaupt zu erkennen. Da macht es heutzutage ein 1200er-Scan natürlich einfacher.

Die Nachhilfe betraf im übrigen nicht nur derartige Kennungen, sondern sogar Schiffsstrukturen, die einfach hinzugetuscht wurden - ich erinnere an die HIPPENAU, bei der der HIPPER einfach ein GNEISENAU-Atlantiksteven verpasst wurde; ähnlich auch bei der DEUTSCHLAND - offensichtlich in der Erwartung, dass der unbedarfte Binnenländer die Schiffe ohnehin nicht so genau kennen würde. Auch wurden etwa Schornsteinkappen hinzugefügt, um mit der Entwicklung schrittzuhalten bzw. seinen älteren Bildbestand noch weiter vermarkten zu können.

Die fotografische Schiffs'vermehrung' hatte durchaus Tradition. Schon zu Kaisers Zeiten wurde dasselbe Bild mit den verschiedenen Namen der Klasse versehen, gelegentlich auch mal gekontert, um es weniger auffällig zu machen.

Von schlichten Verschönerungen wie etwa einkopierten Wolken oder der Eliminierung störender Strukturen ist dabei noch abgesehen.

@ Kalli:
Dein Plädoyer für die Retuscheurszunft, deren Fähigkeiten ich keineswegs bezweifle, basiert allerdings auf einer anderen Klientel, als es Schiffspostkartenkäufer waren.
Wenn jemand seine Großeltern oder den frischgebackenen Doktor in erklecklicher Größe an der Wand haben will, dann muss ein Retuscheuer natürlich alle Register seines Könnens ziehen, um die zitierten Krähenfüße oder Pickel unsichtbar zu machen. Bei Postkarten für den Massenverkauf stelle ich mir dagegen eher vor, dass der Lehrling da sein Handwerk lernen sollte.

Offensichtlich ist die Bild(-nicht-)bearbeitung aber ein spannendes Thema.
Unabhängig von den vorliegenden Fällen ist es aber wohl generell so, dass man nicht alles glauben darf, was ein 'objektives' Foto angeblich zeigt.

Anhängend noch ein nettes Kunstwerk aus diesem Bereich.
Gruß - Hägar

Hägar

Zum Thema Retusche erinnerte ich mich soeben noch an ein schönes Beispiel, hier mit Blick auf das ästhetische Empfinden des Postkartenkäufers.

Das erste Bild zeigt eine ganz gefällig wirkende Ansicht der SCHARNHORST, irgendwann im Spätherbst 1939 gemacht.
Bei genauerer Betrachtung, hier Bild 2, fällt jedoch eine Merkwürdigkeit an den Geschützen der Türme A und B auf, nämlich der ungleiche Rohrabstand.

Die Lösung des 'Rätsels' ergibt sich aus dem Ursprungsbild (auch das jedoch nicht ohne Retusche, etwa an den Antennen- und Signaldrähten), hier Bild 3 (man beachte das Spritzwasser, das an den ins Wasser hängenden Leinen aufgeworfen wird).
Bild 4 macht den Bereich nochmals deutlich (stammt allerdings aus einer zweiten Aufnahme der Serie) - hier sind die Retusche-Marken nicht zu übersehen.

Gruß - Hägar

Spee

Servus,

was spricht gegen Reflexionen des Wassers?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

harold

#20
Servus Hägar, and all

wenn du schon soviel Material beisammen hast : was spräche auch gegen einen eigenen Thread

"Fake News & Views - die Foto&Bild - Wunder-Welt der Marinen", 
oder so ähnlich?

HIPPENAU, SCHEERNHORST o. ä. gab's mit Sicherheit auch anderswo (US-ships prinzipiell ohne Radar, und bei den kaiserlichen -as you said- jede Menge Seitenspiegelungen; notabene hatten auch andere Marinen lustige Mehrfach-"stash"-Pics im Talon);

und dazu vielleicht noch, so als Unter-Gruppe, die echt fehlgeschätzten Einheiten anderer Navies (ich sag nur: M. Prendergast, oder Oscar Parkes* !).

Wär' doch zielführend, diese netten Irreführungen einfach mal in ein wohl-geordnetes Körbchen zu legen (sortiert nach Zeiten), mit eventueller Anmerkung, warum da was retouchiert oder grafisch nach Barometerstand dargestellt wurde.-

Grad so als kleine Anregung,
Ciao,
Harold

*) mein Liebling, die Dunkerque als verlängerte Deutschland mit Scheer-Mast ... (siehe unten)
[edit: doppelt gesetzten Anhang bereinigt]
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Urs Heßling

moin, Harold,

Zitat von: harold am 21 Dezember 2019, 01:24:44
"Fake News & Views - die Foto&Bild - Wunder-Welt der Marinen", oder so ähnlich?
schöne Idee  :=D>

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

mfbb330

Hallo.

als Z3 noch schwamm (Privataufnahmen ab 1937)


Gruß
Dieter

Schorsch

Hallo Harold!

Zitat von: harold am 21 Dezember 2019, 01:24:44
Servus Hägar, and all

wenn du schon soviel Material beisammen hast : was spräche auch gegen einen eigenen Thread

"Fake News & Views - die Foto&Bild - Wunder-Welt der Marinen", 
oder so ähnlich?
(...)
...hat Hägar doch schon längst gemacht: --/>/> Bitte hier entlang!

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Impressum & Datenschutzerklärung