++Ukraine

Begonnen von Besitzer, 06 März 2022, 01:57:25

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smutje505



Besitzer

Seemannsgarn wird nicht geflochten,
sondern gesponnen! ;-))

Wiking

Zitat von: olpe am 16 März 2022, 09:38:28
Hallo,
... ein interessanter Artikel von Major Paul Strobel "Die militärische Nutzung sozialer Medien im Ukrainekrieg" in "Freundeskreis Heeresaufklärer". Lesenswert und aufschlussreich ...
--/>/> klick ...

Grüsse
OLPE

Hallo,

sehr interessant, danke für den Link..... top

Mit freundlichen Grüßen,

Wiking  :MG:

olpe

Hallo,
Zitat von: Wiking am 16 März 2022, 16:48:53
sehr interessant, danke für den Link..... top
... gerne ... :MG: ...

Ich habe beim Lesen des Artikels viel bestätigt gefunden, was man vorher eigentlich nur verschwommen geahnt hat ... Neben den Amateur-Analysten, OSINT (open source intelligence), Internet Crowd und weiteren neuen Playern auf dem social-media-Battlefield hat mich der Trend von der zentralen (zentralistischen) Erfassung von Aufklärungsdaten hin zur "Graswurzelbewegung", also der eher dezentralen Informationsabschöpfung überrascht. Aber: why not ... das heutige Equipment macht's möglich und diese Art der Herangehensweise hilft wohl mehr dem Schwachen als dem Starken ... 
Soweit.
Grüsse
OLPE

Wiking

#35
Hallo,

Hier ein Beitrag des renommierten russischen Historiker Andrei Subow, erschienen auf www.karenina.de, dem Netzportal des Petersburger Dialog.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/moskauer-historiker-andrei-subow-deutliche-beweise-fuer-putins-militaerisches-scheitern/28166102.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Mit freundlichen Grüßen,

Wiking  :MG:



Q

#36
@Wiking

Ich verstehe das alles nicht?!

Dieser Aehm "Historiker" Andrei Subow schreibt am 11.03.2022:

ZitatEin Blitzkrieg, wie ihn die deutsche Wehrmacht im Sommer 1941 im westlichen Teil der UdSSR erfolgreich führte, gelang im Frühjahr 2022 auf demselben ukrainischen Boden nicht.


Da schreibt also ein angeblicher Historiker das ein Blitzkrieg eben nicht erfolgreich war ("gelang"). Dies nach 15 Tagen Beobachtung der "Spezialoperation". Dennoch sind am 11.03 schon Meldungen von Gefechten am Stadtrand von Kiev berichtet worden. Also wenigstens 100 km von den Bereitstellungsraeumen in Belarus entfernt.

Wenn ich mir nun aber mal anschaue, wie lange die Wehrmacht gebraucht hat in der ukrainischen SR Kiev einzunehmen 1941, dann war dies am 26.09.1941. Das sind drei Monate und vier Tage nach dem Beginn von Barbarossa. Bei einer Entfernung zum Aufmarschgebiet der Panzergruppe 1/Kleist der Heeresgruppe Sued nordwestlich von Lemberg nach Kiev sind es etwa 600 km. Was bedeutet, das die Wehrmacht im Monat 200 km Landgewinn Richtung Kiev hatte. Momentan scheinen Putins Spezialoperationstruppen aber bis 11.03 etwa hundert Kilometer auf Kiev, zumindest von Belarus aus, vorangekommen zu sein.

Was in etwa das Selbe an Eindringtiefe pro Zeit im Vergleich zur Wehrmacht entspricht.

Von Russland, also von Osten Richtung Kiev wurden sogar noch weitere Entfernungen zurueckgelegt. Von der Krim Dnjepr aufwaerts sogar bis heute noch weit mehr als das doppelte der 7 km pro Tag.



Meine Frage ist nun, will man mich verarschen?

Wie kann so ziemlich jeder in der westlichen Journalie, wie auch ein Grossteil der angeblichen Spezialisten (die von der Presse meist zu Rate gezogen werden), nach 21 Tagen behaupten die putinschen Truppen seien potjemkinsche Truppen? Die einfach wie in Finnland 39 versagen?

Ich wuerde es Ihnen wuenschen! Allerdings bin ich weit davon entfernt, ein Urteil nach nur drei Wochen abgeben zu wollen.

Kann es sein, das alle sogenannten Spezialisten nur die Operationen im 3. Golfkrieg in Erinnerung haben, und meinen: alles was nicht so schnell wie USA GB als Equivalent die Vormarschgeschwindigkeit von Kuwait und Jordanien nach Bagdad einhalten, sind per se unerfolgreich?

Und selbst dieser Golfkrieg hatte fast einen Monat vom 19.03 bis 14.04 gedauert. Also immer noch laenger als die bisher vergangene Zeit der "Spezialoperation"

Don´t Panic the Q
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

TW

#37
Subov war 2001 bis 2014 Direktor des staatlichen Moskauer Instituts für Auslandsbeziehungen. Er verlor seinen Posten wegen Kritik am Überfall auf die Krim. Ich glaube, wir dürfen ihn nicht als Historiker verstehen, sondern als einen russischen Patrioten, dessen Herz blutet vor Scham angesichts der Putinschen Massaker in der Ukraine. Er wünscht sich so sehr, dass der Angriff schon jetzt als gescheitert zu betrachten ist, damit er von den russ. Machthabern beendet wird. Und er sucht verzweifelt nach geschichtlichen Analogien. Sein Artikel richtet sich weniger an den Westen, als vielmehr an die stumme russische Bevölkerung.

Deine Einwände,. Q, sind sachlich wohl richtig, aber der hoehnische Unterton zielt auf den Falschen.
Viele Grüße, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Q

Zitat.Andrei Subow ist ein renommierter Moskauer Historiker und Theologe, ehemaliger Professor des Staatlichen Moskauer Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO). Nachdem er 2014 die Annexion der Krim kritisiert hatte, kündigte ihm das MGIMO.

So steht es in dem Beitreg, der von Wiking hier gepostet und auf den ich mich bezog.

Quelle: https://www.karenina.de/news/politik/die-welt-verurteilt-russland/

Also wenn er sich selbst nicht nur als Historiker sondern als renommierter Historiker darstellen laesst, und dann solch eine Propagandablase platzen laesst, dann sollte man schon auch hoenisch sein duerfen als Historiker.



Und ja TW diese ich habe nur hoehnischen Ton nicht mal Unterton zu vergeben an die historischen Experten im deutsch und englischsprachigem Fernsehformat, die mir teilweise schon am 1. Maerz erzaehlen das der russische Einmarsch gescheitert ist. Meist sind diese Militaerexperten im Stabsrang aufwaerts und aktive oder innerhalb der Reservearmee befindliche Offiziere vom Oberst aufwaerts. Im ORF im SRF in den deutschen Fernsehsendern, auf Al Jazeera Int auf CNN auf BBC und in etlichen Radiosendungen wird dieses Bild Seit dem ersten Maerz gebetsmuehlenartig runtergespult. Das Putins Invasion militaerisch gescheitert sei.

Ich bin sogar eher der Ansicht, das genau diese Reportagen mit ihren Militaergeschichtlichen angeblichen Experten da den mir vorgeworfenen hoehnischen Unterton mit einfliessen lassen. In dem was Sie den Putintruppen an Bewertung entgegenbringen, kann ich mich nur fermdschaemen vor dem westlichen Historikergesumms.
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
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mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

TW

#39
Deinen zwei letzten Absätze stimme ich voll zu.
Ich habe mir solche überheblichen Statements von westlichen "Militärexperten" schon seit 2 Wochen nicht mehr angehört.

Sieh Subow bitte nicht als West-Historiker sondern als Leidtragenden, auf den man wohl sachlich eingehen darf, aber den man nicht "anschießen" muss. Ich sagte ja schon warum.
Liebe Grüße, Thomas

P.S. Es ist der TAGESSPIEGEL, der Subows Petersburger Dialog in einen falschen Kontext hinüber zieht, und der das Prädikat "renommierter Historiker" vergibt, ohne Subow zu fragen.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Q

#40
Zitat von: TW am 17 März 2022, 11:23:58
...
Sieh Subow bitte nicht als West-Historiker sondern als Leidtragenden, auf den man wohl sachlich eingehen darf, aber den man nicht "anschießen" muss. ...

Jetzt mal ein wenig weg von dem Ukrainekrieg.

Ich habe mich in letzter Zeit sehr oft gefragt (auf Grund der Inhaftierung von der "Schlange" Thaci) ob ich als Historiker zum Thema UCK und Kosovo ueberhaupt etwas schreiben darf/ sollte. Als jemand der dem UCK Terror ausgesetzt war, bin ich nicht in der Lage objektive Worte zu diesem Teil der Geschichte zu finden. Dies obwohl ich in einer Zeugenaussage dies wohl machen muss/ sollte.

Deshalb hier mal die Frage an die anderen Historiker. Ab wann darf man seine Statements als wissenschaftlich historische Abhandlung veroeffentlichen. Mit Wann ist gemeint welche Vorraussetzungen muessen gegeben sein um objektiv zu sein.

Sind dies das Stuetzten auf Primaer/Sekundaerquellen obwohl man diese dann zu seinen Aversionen gegen eine Partei vorverurteilt bzw. vorsortiert?

Das fehlen der Quellenkritik gegenueber der fuer sein gutes selbst sprechende vorsortierten Primaerquellen?

Unzulaessige Vergleiche wie eben dieser Subow?

Ab wann (hiermit ist jetzt der Zeitraum gemeint. Motto "gut Ding will Weile haben") kann es in der Geschichtsschreibung ueberhaupt zu einer kritischen objektiven Einordnung der Ereignisse kommen? (Ich jedenfalls fuehle mich mit der heutigen 23. Jaehrung meiner Erlebnisse immer noch nicht in der Lage zum UCK-Serbienkonflikt objektiv zu bleiben.)

Dies vielleicht auch gerade jetzt wichtig, wo man seit IS zum erstenmal mit Primaerquellen aus dem Sozialen Netzwerken foermlich ueberschuettet werden kann. Wie kann man diese Quellen jetzt schon fuer die zukuenftige objektive Geschichtsschreibung verifizieren?

Welche Kriterien muessen wissenschaftliche Verlage in Zukunft im Auge behalten um eben nicht tendenzioesen Werken Tuer und Tor zu oeffnen?

Don´t Panic the Q

Edit zu deinem PS TW

Also wenn ich mir die Publikationen auf Subows Internetpraesenz anschaue scheint er sich selbst auch als Historiker zu sehen.


https://abzubov.com/books
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St.Ex

mhorgran

https://www.youtube.com/watch?v=NFngc_8RiVc

Aaron Mate of the Grayzone asks Col Douglas Macgregor his take on the dominate narrative in the US that militarily this is a disaster for Russia. Colonel Macgregor believes that in the West there is no true and there is only wishful thinking.

Max Blumenthal follows up with a question on the military situation. Col Macgregor take is the entire Russian Operation is focused on the Military Destruction of the Ukrainian Army.  The Russian Army is largely successful in this goal, but it is going slow, because of the Russian intent to maintain critical infrastructure.

The Azov Battalion's operations Mariupol also comes up as point of discussion as one of the dynamics of the conflict.

eine kurze Version:
https://www.youtube.com/watch?v=_Iw0m-Pc08Q

"Fasbender im Gespräch – mit dem Schweizer Militärexperten und Generalstabsoffizier a.D. Ralph Bossard zum Fortgang des Krieges in der Ukraine.

Bossard, der auch an der Moskauer Generalstabsakademie ausgebildet wurde, sieht die bisherigen Erfolge der russischen Armee weniger kritisch als andere Beobachter. Sowohl in Sachen Fläche und Geschwindigkeit läge der Vormarsch insgesamt über dem Lehrbuch-Standard. Ein deutliches Missverhältnis existiere zwischen Truppenstärke und Länge der Front; realistisch werde die russische Armee allenfalls die Gebiete östlich des Dnjepr besetzen.

Westliche Waffenlieferungen sieht er skeptisch, auch die im Westen verbreitete Solidaritäts-Euphorie. Beides würde dazu beitragen, einen sinnlosen Krieg zu verlängern – mit möglicherweise tragischen Folgen für den Kontinent."
https://odysee.com/fasbender-bossard:5200e63cb21ceb761f7d1ecabba9282f85cf4882


Fasbender im Gespräch mit Jochen Scholz: "Vorerst keine Aussicht auf Wiederannäherung"
https://odysee.com/@W.Z.:1/Fasbender-im-Gespr%C3%A4ch-mit-Jochen-Scholz---Vorerst-keine-Aussicht-auf-Wiederann%C3%A4herung-:5

Ekki

"Sinnloser Krieg mit möglicherweise tragischen Folgen für den Kontinent".....

Diese Menschen kämpfen um ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung.

Können wir das hier mal zu machen?

Mir langt es schon wieder

Ekki

@Q:

Die deutsche Offensive begann am 22.6.41. Mitte Juli stand die Wehrmacht, eine mitnichten motorisierte Armee, nahe Kiev. Kiev selbst blieb unbeachtet, weil die Wehrmacht südlich und nördlich davon zwei Kesselschlachten schlug. Es war auch nicht wichtig, Kiev einzunehmen, weil die Eisenbahn der Russen eine andere Spurbreite hatte. Nur mal so am Rande...

mhorgran

Zitat von: Ekki am 17 März 2022, 13:44:06
@Q:

Die deutsche Offensive begann am 22.6.41. Mitte Juli stand die Wehrmacht, eine mitnichten motorisierte Armee, nahe Kiev. Kiev selbst blieb unbeachtet, weil die Wehrmacht südlich und nördlich davon zwei Kesselschlachten schlug. Es war auch nicht wichtig, Kiev einzunehmen, weil die Eisenbahn der Russen eine andere Spurbreite hatte. Nur mal so am Rande...

Das Nachschubkonzept in dieser Zeit basierte zwar auf der Eisenbahn, es gab innerhalb von Ländern auch kaum eine gängige Alternative, aber die Eisenbahnlinie über Kiew war nicht wichtig.

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