F 126 und/oder Meko A-200

Begonnen von Big A, 23 September 2025, 21:00:30

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lafet944

Guten Morgen,


https://www.berliner-zeitung.de/article/f126-fregattenprojekt-vor-dem-aus-pistorius-will-programm-offenbar-beenden-10127669

Also wird es kein pocket battle ship für die Deutsche Marine geben.
Der angearbeitete Rumpf kann ja immer noch bei Ansprengversuchen aufgebraucht werden.

Viele Grüße

Lutscha

Wenn ich mir die Daten von der F126 ansehe, wundere ich mich eh, wie man ein Schiff kreiert, dass größer als eine Arleigh Burke ist, aber nicht annähernd die Bewaffnung hat. Na gut, war halt "nur" eine Fregatte und kein Zerstörer... :-D

Aber Schiffsklassen scheinen ja eh relativ zu sein, wenn man sich japanische Kreuzer mit Flugdeck anschaut.
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

maxim

Das Verteidigungsministerium meldet jetzt auch offiziell, dass das Projekt Fregatte 126 beendet wurde:

Verteidigungsministerium beendet das Rüstungsprojekt Fregatte F126

Stattdessen werden bis zu 8 Fregatten des Typs MEKO A-200 (Klasse 128?) gebaut werden. Diese sind wesentlich kleiner.

Zu der Größe der Klasse 126: ich denke, dass ein größeres Schiff immer den Vorteil bietet, leichter nachgerüstet und modernisiert werden zu können als ein kleines, gerade ausreichend für die Aufgabe großes Schiff. Man schaue sich an, was aus den britischen Typ 42 und Typ 22 geworden ist.

Die Klasse 126 wäre wohl auch seetüchtiger gewesen und hatte eine größere Reichweite gehabt.

P.S. die japanischen Flugzeugträger der Izumo-Klasse erhielten letztes Jahr statt DDH- (hubschraubertragender Zerstörer) CVM (Mehrzweck-Flugdeckkreuzer)-Rumpfnummern. Soweit ich es verstehe, hat die japanische Marine diese Schiffe aber auch davor nicht Zerstörer genannt, sondern Geleitschiff. Es gibt heute keine international akzeptierten Definitionen von Begriffen wie Kreuzer, Zerstörer, Fregatte und Korvette. Mit Größe hat dies nicht unbedingt etwas zu tun, britische Fregatten waren z.B. oft größer als Zerstörer (Typ 22 vs. Typ 42), die neueren deutschen Fregatten sind auch größer als frühere Zerstörer. Im 19. Jahrhundert waren Fregatten noch sehr große, kreuzerartige Schiffe - die letztlich zu groß und zu teuer für ihre Aufgaben wurden und durch Korvetten und dann Kreuzer ersetzt wurden. In den 1950ern waren die Fregatten der US Navy und der französischen Marine größer als Zerstörer. Das änderte sich bei der US Navy erst 1975, als die US Navy sich der Definition der Royal Navy bzw. NATO annäherte (Fregatten (DL/DLG/DLGN) wurden zur Kreuzern (CG/CGN) und Geleitzerstörer (DE/DEG) zu Fregatten (FF/FFG).

Zieten

Zitat von: lafet944 am 24 Juni 2026, 08:43:21Der angearbeitete Rumpf kann ja immer noch bei Ansprengversuchen aufgebraucht werden.

Oder für ein Schulschiff Deutschland verwendet werden.


Sprotte

Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

maxim

Hat jemand Informationen zum Zustand des Rumpfs der ersten Fregatte der Klasse 126?

Ich hätte gedacht, dass der nicht weit gekommen ist. Der Grund für die Verzögerung (und damit dem Abbruch) war, dass Damen die Pläne nicht an die Peenewerft übermitteln konnte.

maxim

Hier etwas über den Auftrag für die ersten vier MEKO A-200 (Klasse 128) - die u.a. teurer werden, weil erst vier statt acht Schiffe bestellt werden?

F128 – BMVg will Auftrag zum Bau von vier neuen MEKO-Fregatten vergeben

maxim

Saab soll das 9LV-Kommandosystem, Radargeräte und passive Sensoren für die Klasse 128 (MEKO A-200 DEU) produzieren:
Saab receives order to equip the German Navy's new F128 frigates


Parallel könnten Schadensersatzforderungen wegen der Stornierung der Klasse 126 drohen:
Baustopp deutscher Kriegsschiffe: Milliardenschwere Schadensersatzforderung droht

Matrose71

Zitat von: maxim am 16 Juli 2026, 16:48:41Parallel könnten Schadensersatzforderungen wegen der Stornierung der Klasse 126 drohen:
Baustopp deutscher Kriegsschiffe: Milliardenschwere Schadensersatzforderung droht

Bei aller Liebe, das geht ja durch viele Medien und in diesem Fall, halte ich es für offenkundigen Clickbait.
Nichts an dem Ende der Klasse 126 kam irgendwie überraschend und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht das ganze nach der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen).
Das Schiff besteht aus verschiedenen Gewerken und für diese gibt es Fristen und Vertragsbedingungen und hier konnte die Damen Werft ja offensichtlich ihr Gewerk nicht liefern, auf Grund ihrer Softwareprobleme und es gab schon einen enormen zeitlichen Verzug (mehrere Jahre).
Das die Werft pressewirksam über Schadensersatz "klagt", kann ich nachvollziehen, schon aus Anleger Sicht, aber da wird es nichts zu holen geben, so wie das gelaufen ist.
Viele Grüße

Carsten

Zieten

Zitat von: maxim am 16 Juli 2026, 16:48:41Saab soll das 9LV-Kommandosystem, Radargeräte und passive Sensoren für die Klasse 128 (MEKO A-200 DEU) produzieren:
Saab receives order to equip the German Navy's new F128 frigates

Hier behauptet jemand in einem Kommentar, die kürzlich von Dtld. bestellten Tomahawk-Marschflugkörper (D hat wohl nur die landgestützte Version bestellt, doch die Unterschiede zur seegestützten Version seien lt. einem anderen Kommentar gering) könnten aus den Strike-Mk. 41 VLS, die auch die F 128 erhalten sollen, verschossen werden, doch es mangele den dt. Schiffen an einer Feuerleitlösung dafür.

Das erwähnte Kommandosystem von Saab wird eine solche ja wohl kaum bieten. Ist dessen Anschaffung vor diesem Hintergrund überhaupt zweckmäßig?

https://augengeradeaus.net/2026/07/usa-wollen-tomahawk-verkauf-an-deutschland-genehmigen-zum-lieferzeitpunkt-sagt-keiner-was/#comment-480772

https://augengeradeaus.net/2026/07/usa-wollen-tomahawk-verkauf-an-deutschland-genehmigen-zum-lieferzeitpunkt-sagt-keiner-was/#comment-480980


maxim

Wegen der Schadenersatzdrohung: ja, das geht durch viele Medien. In dem Artikel werden zwei Argumente genannt, die eventuell relevant sind:
a) die Zahlung an die Zulieferer (durchaus interessant wäre, was hier alles dazu gehört; ich wundere mich z.B. darüber, dass neue VLS bestellt wurden. Für die Klasse 126 wurden doch wahrscheinlich auch VLS bestellt)
b) weil der Werft kurz vor dem Aus noch signalisiert worden wäre, dass es weiter ginge


Wegen den Tomahawk:
im engeren Sinn haben die keine Feuerleitung. Die werden programmiert und üblicherweise auf Ziele außerhalb der Sensorenreichweite des Schiffs. Es braucht hierfür also nur etwas, um diese Programmierung durchzuführen. Das könnte sicher ergänzt werden, wenn man schaut, was für verschiedene Schiffe alleine bei der US Navy alles nachträglich Tomahawk erhielten, darunter auch viele damals relativ alte Schiffe wie die Iowa-Klasse und Long Beach.

Wobei ich mich etwas über die langen VLS wundere. Diese kleinen Schiffe benötigen doch wahrscheinlich zumindest den Großteil des VLS für die Flugabwehr.

maxim

Wer sich gewundert hat, dass Damen zwar Schiffe in Indonesien, Mexiko, Rumänien und Vietnam bauen kann, aber nicht in Deutschland: Damen hatte nicht nur mit der Klasse 126 Probleme, sondern auch aktuell mit den belgisch-niederländischen Fregatten des Typs ASWF:

Belgium Eyes ASWF Alternatives as Damen Timeline and Costs Soar
/edit: hier eine Übersetzung:
Belgien sucht nach Alternativen zum ASWF – Zeitplan und Kosten bei Damen laufen aus dem Ruder

Der belgische Verteidigungsminister droht wegen der Verzögerungen und Kostensteigerungen im Endeffekt mit Abbruch des Programms und sucht schon nach Alternativen.

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