Welche Mutproben und Rituale sind von der Kriegsmarine bekannt?

Begonnen von rosenow, 14 Februar 2010, 19:14:12

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rosenow

Hallo, eben bei RTL gesehen  ,, Mutproben ", nun in der Bundeswehr neue Beschwerden, Rituale mit menschenverachtenden Charakter.
Wie sieht oder sah die Vergangenheit aus?
Bei der NVA gab es sogenannte, eher harmlose ,,Rituale" Schikanen,  wie  (Musikbox, Zugfahrt, Fasching, Satellit  usw.).

Wie sah das bei der Kriegsmarine aus oder auch davor?   

:MG:
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

schappi1976

Ganz klar vorne dabei ist die wohl jedem bekannte Äquatortaufe gefolgt von der Polarkreistaufe :MZ:

Ob die Rituale bei der Volksarmee bzw. Volksmarine harmloser waren als bei der Bundeswehr, bezweifle ich sehr stark. Schließlich ging es hauptsächlich darum den "Gehorsam" zu schulen :MG:
Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry

Trimmer

Nun war ich ja nicht bei der Marine aber auch wir "Landeier" hatten so einiges drauf. Um zum Haufen zu gehören musste man da durch. Mir persönlich hat es nichts geschadet und ich lache heute darüber. Aber jeder Mensch ist da ebend anders.Sensible Einzelkinder finden es grausam und schreiben an Mama. Wir waren aber nach dem "Ritual" aufgenommen und damit basta. Ist meine persönliche Meinung.

Gruß- Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Hallo Achim,

bei den meisten mir bekannten Ritualen gebe ich Dir recht, sehe ich ganz genauso.
Manchmal ist es aber auch zumindest Grenzwertig... :O/Y

Gruß, :MG:

Manfred

Dmitri Donskoi

Zitat von: Trimmer am 15 Februar 2010, 08:57:38
Sensible Einzelkinder finden es grausam und schreiben an Mama. Wir waren aber nach dem "Ritual" aufgenommen und damit basta. Ist meine persönliche Meinung.

Gruß- Trimmer-Achim

Hallo Achim
Hammermässig geschrieben.....
:TU:) Ehrlich und präzise formuliert.
Leider nicht  :-D sozialverträglich formuliert.

Mit getauchten Grüssen  :MG: Thomas
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet,
dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen,
was sie nicht hören wollen.

Trimmer

Na ja Manfred aber wir habens damals auch überlebt und wer zu den Fahnen "eilte" wusste doch schon vorher das man nicht im Verein christlicher junger Männer ist. Wo die Grenzen lagen ??? Ich erinnere mich nur daran, dass ich mindestens 3 Tage eine größere Stahlhelmgröße gebraucht hätte nach dem man mich "gewaschen " hatte. Will mich hier aber  nicht zu sehr auslassen denn sonst fallen den Kameraden von heute noch ein paar neue Sachen ein.Übrigens Manfred gab es bei der NVA damals überhaupt so eine Beschwerdestelle ?

Gruß - Achim-Trimmer 
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Zitat von: Trimmer am 15 Februar 2010, 10:22:18
Übrigens Manfred gab es bei der NVA damals überhaupt so eine Beschwerdestelle ?

Gruß - Achim-Trimmer 

Keine Ahnung Achim, ich fürchte nicht.. :MV:.aber ich war auch beim Klassengegner im Dienst......  :MZ:

Gruß, :MG:

Manfred

Trimmer

Manfred - "Klassengegner " - war immer so ein Begriff  unseres Politoffiziers in der "Rotlichtstunde"  :-D Konnte man danach immer schön "Schlager der Woche " vom RIAS hören :-D denn man war ja "Gestählt"

Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Ulrich

#8
Hallo Seeleute,
Geschiffen wurde wohl schon immer bei der militärischen Ausbildung. Das wird wohl jeder anders erfahren haben, denn das Ziel war ja vor allem den Gehorsam zu üben, denn wer will will schon freiwillig das Risiko laufen durch einen unbekannten Feind erschossen zu werden.

Im 1. Weltkrieg mußte man mit allem Gepäck alleine rüber über die Kletterwand. Die Matrosen im 2. Weltkrig wurden bei der selben Übung durch 2 Kameraden geholfen.

Im 3. Reich hatte die Marine Sport, Bock springen mit Salto oder Überschlag, weiterhin marschieren und Dauerlauf. Natürlich waren sie trotz ihrer vormilitärischen HJ-Ausbildung nach 2 Stunden kaputt.

Etwas anders war das Training um bei Not aus einem Schiff aussteigen zu können. Da wurden die Leute, die Angst hatten von einem 10 Meter hohem Springturm runtergeschmissen. Dies und das Schleifen war eigentlich durch die Nazi's verboten.
Ob das stimmt weiß ich nicht. Kann jemand von euch in den damaligen Vorschriften nachlesen?

Ein Problem hatte man, wie zu jeder Zeit, wenn ein Vorgesetzter einen nicht mochte. Dann mußte mann weg, die Beziehungen spielen lassen und sich ein anderes Kommando suchen - denke ich.

So wie in der DDR, die Schleiferei, so als durch Stacheldraht durchkriechen, oder daß bei einer Übung mit Übungsmunition dazwischen geschossen wurde, das gab es im 3. Reich bei der Marine nicht.

Hallo Michael,
Was bedeutet Musikbox, Zugfahrt, Fasching, Satellit  usw.?

Als Ersatz Reserve II habe ich keine Ahnung wie das bei der Bundeswehr war.

Ich hoffe ich kriege von euch viel Kommentar und Berichtigungen.

Mast- und Schotbruch oder wie das bei euch heißt aus dem verschneiten und karnevalsverrücktem Limburg von

Ulrich

Trimmer

Hallo Ulrich - eine "Musikbox" - Junger Spund wurde in den Spint (D ?) eingesperrt. Jedesmal wenn einer der älteren Diensthalbjahre oben in den Lüftungsschlitz etwas Kleingeld einwarf hatte der Neue ein Lied zu singen. Konnte natürlich passieren das Geld "hängen " blieb - dann wurde wie bei richtigen Automaten von aussen mal kräftig drauf gehauen. Zugfahrt war bei uns das Üben damit der neue Soldat auch richtig die erste Heimfahrt beherrscht. Sah dann so aus: unterm Tisch war der erste Bahnhof zur Abfahrt- auf dem Schrank - setzen im Abteil - auf den Hocker- umsteigen - unters Bett - Tunnelfahrt ..... alles eigentlich sinnlose Spielchen und Niveau =Null. War aber ebend so Sitte und wenn du einmal alles durch hattest ohne gleich nach Mutti zu rufen warst Du in der Gruppe auf genommen.Meist endete alles mit einem furchtbarem Besäufnis. Sehr beliebt war dann wenn du EK warst das "Schildkrötenspiel". Stahlhelm an Knie und Ellenbogen und von 2 anderen EKs über den Gang geschoben. Alles mit 2,8 im Turm und unter grossen Beifall.
War nur mal so aus dem Nähkästchen von Trimmer- Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Ulrich

Hallo Achim, hallo Seeleute,
Wegen meiner Plattfüße durfte ich ja nicht der Bundesmarine dienen. Darum fehlen mir diese Erfahrungen.

Wie war das damals bei euch im Westen. War das vergleichbar mit dem Bericht von Achim?

Und gab es vergleichbares bei der Kriegsmarine, bei der Reichsmarine, oder bei der Kaiserlichen Marine?

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.
Viele Grüße von

Ulrich

Ps.: Es schneit hier noch immer

Brandenburger


      @ Achim

Du darfst den Stahlhelm auf dem Kopf zum Bremsen micht vergessen . 
Eine lustige "Fahrt" über den langen Flur (Fliesenboden) , mit anschließender "Bremsung" in der Tür vom UvD
brachten mir zwei Tage Bau und Urlaubssperre ein . Gott , was war das für ein Spaß !!!!!

Mit meinen beiden "Beschleunigern" bin ich heut noch befreundet .

Diese sinnlosen Spiele gehörten einfach mit dazu .

                               MfG Andreas  :MLL:
Meine Website !!!!

http://sturmboot-kommando.de/

Bugsierstefan

Hallo aus dem vereisten Kaltenkirchen/Hamburg.

Ich habe 16 Jahre beim damaligen BGS (Bundesgrenzschutz) zugebracht, die Musikbox und die Schildkröte waren auch uns bekannt!
Auch wir waren am Anfang unserer Dienstzeit kaserniert, da gehörten solche Spielchen dazu, beschwert hat sich keiner! Auch gegenseitig erzogen hat man sich, wer ein Problem mit der Reinlichkeit hatte, wurde z. B. "zwangsgeduscht", mit Duschgel auf dem Schrubber, beschwert hat sich keiner, im Gegenteil, selbst die "Zwangsgeduschten" wurden nachdenklich und wurden später meist super Kameraden! Ein Zusammenhalt war damals in der Truppe, unvergeßlich!
Und heute?
Wenn ich von den Vorwürfen gegen die Gebirgsjäger aus Mittenwalde höre, na ja, dann wird es auch bald keine Äquatortaufen auf Seeschiffen mehr geben!
Ich laufe da völlig konform mit Trimmer Achim, es gehört einfach dazu und man war aufgenommen! Auch heute noch bestehen diese Bande von damals, auch heute noch kann man auf diesen Zusammenhalt zählen!

Viele Grüße, Bugsierstefan

 

Trimmer

Andreas hatte ich wirklich vergessen :-D Bau gabs bei mir erst nach dem abrollen der EK-Kugel auf dem Flur aber : ein Landser ohne Knast war wie ein Baum ohne Ast -
und Stefan - war wohl in Ost und West gleich. Auch wir stehen hier noch in Verbindung und treffen uns. Auch die "Waschung" haben wir bei Einigen durch geführt. Hat prima geholfen. :-D
Die Kameradschaft bestand aber und heute lacht man immer noch darüber.

Gruß vom Trimmer - Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Hastei

hallo,
was es nicht alles gab, beim Bund oder NVA, wie ich hier lese. Kriegsmarine oder Ä. weiß ich nicht. War zwar auch einiges auszuhalten, wie ich mal hörte,aber Schikane nur , wie heute und morgen auch, nur Einzel-oderAusnahmefall.
Ich kann mich an einige Sachen schwach erinnern, die angeblich Schikane gewesen sein sollte. Ich sah es immer als soprtliche Herrausforderung an.
Hatte da nie Probleme mit. Hart,aber nicht zu hart ,war für einige die Äquator-Taufe. Wer schluckt schon gerne die Speck-Schnur oder trinkt,
nachdem man im "Swimming-Pool " fast ertränkt wurde, beim Luftholen ein Wasserglas- Seewasser mit Tobasko und, wasweiß ich noch ,drin. Das war schneller wieder draußen als es rein-gezwungen war. Da gab es auch Kammeraden, die das nicht spaßig fanden und von Beschwerde sprachen. Tun mir heute noch leid, die "Gestalten ". Warscheinlich dann zu hause groß angegeben.
Ich schüttele sowieso heute immer mit dem Kopf, was alles Schikane sein soll .Die Gesundheit darf natürlich nicht gefährdet werden ! Aber sonst ?

Gruß Harald, ähhh, Hastei



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