Pearl Harbour - Warum wurde die Infrastruktur nicht zerstört?

Begonnen von Khyron, 18 April 2011, 09:38:01

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Ulrich Rudofsky

Weiteres über die Infrastruktur von Pearl Harbor
Die US Navy glaubte schon lange vor dem Angriff auf Pearl Harbor, daß die "Tank-Farm"  in der Nähe vom U-Bootstützpunkt viel zu  ungeschützt sei.  Die USN veranlasste unter RADM Nimitz deswegen in 1940 den Bau von  der riesen Anlage "Red Hill Underground Fuel Storage Facility", die aber erst in 1943 fertig wurde.

Beschreibung deas Baus von Red Hill Storage: http://web.mst.edu/~rogersda/umrcourses/ge342/Red%20Hill%20Storage%20Tanks-revised.pdf


http://www.history.navy.mil/photos/events/wwii-pac/pearlhbr/ph-dmg.htm 
http://www.navsource.org/Naval/index.html   
Damage Report: http://www.navsource.org/Naval/damage.htm 

Ulrich Rudofsky

Huszar

Hallo,

Sowie ich die Fotos von der Tankfarm ansehe, ist jeder Tank mit einem Erdwall umgeben. Auch wenn die Metallwand durchlöchert worden wäre, ist es anzunehmen, dass diese Erdwälle das ausgelaufene Öl eindämmen würden. Sprich: ein Ölteich, der nicht abfliesst, und nach etwas Reinigung weiter/wieder verwendet werden kann.

In wie weit die Tanks durch 20mm-Beschuss zerlöchert werden können - bzw ob überhaupt! - kann ich nicht sagen. Wenn ich die Materialstärke wüsste, könnte ich zumindest eine Abschätzung geben. Mein Bauchgefühl sagt aber, dass einige wenige 20mm-Treffer die Integrität der Tanks eher weniger gefährden könnten.

Um die Erwälle kaputt zu kriegen - dazu braucht man auf jeden Fall Bomben (250kg, oder darüber). Und hier kommt das Problem: einerseits muss man die Tanks selbst Leck schlagen, andereseits Breschen in die Erdwälle schlagen. Also pro "Box" zwei Bomben...

Wenn ich die dritte Welle planen dürfte, würde ich die B5N auf die Tankfarm ansetzen, die D3A gegen weitere SChiffe. Bei 36 Sturzbombern und 60% Treffern 20-22 Treffer auf Schiffen. Idee?

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Q

Verstehe ich nicht wirklich, wenn einer dieser Tanks leck geschlagen wird, die Sosse im Becken zu brennen beginnt, werden unweigerlich die umliegenden Tanks mit in mitleidenschaft gezogen. Die Tanks muessen dazu garnicht zestoert sein, reicht schon wenn 50 mal 2 cm Loecher pro Tank eingestanzt werden.

Don't Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

redfort

#138
Zitat von: Q am 01 Juli 2011, 15:22:49
Verstehe ich nicht wirklich, wenn einer dieser Tanks leck geschlagen wird, die Sosse im Becken zu brennen beginnt, werden unweigerlich die umliegenden Tanks mit in mitleidenschaft gezogen. Die Tanks muessen dazu garnicht zestoert sein, reicht schon wenn 50 mal 2 cm Loecher pro Tank eingestanzt werden.

Don't Panic

Moin,
Wie lange willst denn warten bis so ein z.b. 50.000 m³ Öltank ausläuft mit 50 Löchleins. Und wie viel Schuss 20 mm Munition sollte dafür verwendet werden. Bei 20 Öltanks wären dies mal locker 1000 Schuss die direkte Treffer sein müssten. Außerdem wenn es brennen soll (Flammpunkt Öl ca. 220°) muss es erstmals entzündet werden.
Wurde da schon eher auf die 250 kg Sprengbombe/ Splitterbomben setzen. Danach nochmals einige Brandbomben hinterher. Aber dies ist ja alles hypothetisch, wer weiss ob die IJN diverse Brandbomben mit geführt haben. Ich würde es so machen.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Q

So schwierig stelle ich mir das nun nicht vor.

Koennte so aussehen:

Erste Welle Zekes stanzen loecher in die Tanks vor dem Rueckflug. Zweite Welle setzt 30 Kates mit 60 kg Brandbomben fuer Reihenwurf auf die Tanks ein. Wenn dann noch einer der Tanks mit FLugbenzin getroffen wurde, bleiben der Brenende Ausfluss nicht lange allein. Irgendwann sind die Wandungen der Tanks durch die Braende so instabil, das diese wohl auseinanderbrechen.

Ein Inferno wuerde ich vermuten.

Don't Panic
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St.Ex

Peter K.

Wie bereits erwähnt, war jeder Tank einzeln durch einen Überlauf- und Brandschutzwall geschützt! Das Material der Tanks war bis zu einem Zoll stark!

--/>/> panzerbrechende Munition zum Durchschlagen dieser Materialstärke wäre erforderlich und zwar mit einem Brandzusatz, um die Treibstoffe in Brand zu setzen, d.h.

--/>/> API-Munition - ob die Japaner so etwas hatten, entzieht sich ohne Zugang zu meinen Büchern meinem Wissensstand!

PS: Die bekannten 60 kg Type 97 Bomben waren SPRENGbomben, keine Brandbomben (siehe hier)

Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

redfort

Zitat von: Q am 01 Juli 2011, 15:50:17
So schwierig stelle ich mir das nun nicht vor.

Koennte so aussehen:

Erste Welle Zekes stanzen loecher in die Tanks vor dem Rueckflug. Zweite Welle setzt 30 Kates mit 60 kg Brandbomben fuer Reihenwurf auf die Tanks ein. Wenn dann noch einer der Tanks mit FLugbenzin getroffen wurde, bleiben der Brenende Ausfluss nicht lange allein. Irgendwann sind die Wandungen der Tanks durch die Braende so instabil, das diese wohl auseinanderbrechen.

Ein Inferno wuerde ich vermuten.

Don't Panic

Alles schön und gut die Theorie.
Aber denkste warum diese Erdwälle und Abstände zu den einzelen Öltanks wohl da sind.
Gerade um solche Infernos zu vermeiden ! Da muss man schon einige Tanks in Brand geworfen werden um die anderen zu Reaktionen zu zwíngen.

@ Peter,
danke sowas hatte ich gerade noch gesucht. top

Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Trimmer

Ich bin nun kein Feuerwerker aber irgendwie zweifle ich doch an Euren Ausführungen und gebe Jan recht. Soweit ich es noch in Erinnerung habe- Physik - entsteht doch bei einer Explosion eines Tanks immer auch ein " Pilz ". Wenn dieser wieder zusammen fällt denke ich da die gezeigten Schutzdämme da einfach "übersprungen" werden.

Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Q

@ Peter Die info "bis zu einem Zoll" naja damit habe ich so meine schwierigkeiten. Klar haben die Verstrebungen ein ganzes stueck an dickeren Materialwandungen. Aber wenn ich mir die Gastanks hier in Berlin so auschaue ist die Ummantelung weit duenner.

Danke Peter, aber wie ich eben erst bei den Kates nachlesen konnte, waren eh nur 1 x 800kg (1,760lb) bomb, 3 × 250 kg (550 lb) bombs oder 6 × 132 kg (293 lb) bombs in Verwendung.

Also waeren wohl eher die 293 lb Bomben als Reihenwurf in Frage gekommen. Gab es diese als Picric Acid Bombe?

@ redfort Na wenn die Tanks so sicher waren, warum dann die Motivation unterirdische Tanks zu graben?

Don't Panic
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St.Ex

Huszar

Hallo,

Nur nebenbei: Durchschlagsleistung einer 20mm Kampfwagenkanone war in der Gegend von 20mm auf 100m - mit AP-Geschossen!

@Trimmer: die Tanks musst du erst zur Explosion bringen - mit 20mm geht das nicht, nur mit Bomben. Obwohl Treiböl bei den vielen Treffern in Bunkern bei Schiffen kaum zur Explosion neigte - nur zu Bränden, und auch das nicht immer!

mfg

alex
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Q

Huszar du scheinst ja anscheinend genau zu wissen wieviel Flaeche vom Tank 20 mm dick gewandet waren? Also bitte ich dich doch auch um die Quelle dazu, denn die Angabe "Bis zu einem Zoll" ist fuer mich eher eine Angabe fuers Hochstapeln. Die Gastankt hier in Berlin die wiet hoehere Innendruecke hatten waren groesstenteils weit unter 2,5 cm stark gewandet.

Also bitte Alex Quellen her.

Don't Panic
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St.Ex

Ulrich Rudofsky

Ich glaube die Öl-und Benzintanks sind so wie Munitionsspeicher konstruiert:  starke Wände, leichtes Dach, damit alles im Notfall nach oben in die Luft fliegt.   Dieses Bild, wie viele andere im Internet, zeigt  so eine Explosion von einem Tank beim Angriff auf Darwin.  http://en.wikipedia.org/wiki/Bombing_of_Darwin


PS: Anflug zur Pearl Harbor Tankfarm 13 Oktober 1941, ein klares, leichtes Ziel.



Beschreibung: http://www.history.navy.mil/photos/images/g450000/g451123c.htm
Ulrich Rudofsky

mhorgran

Mal als Vergleich.
Größenvergleiche der Bombentrichter von deutscher Abwurfmun.
















Bombengewicht AufschlagzünderTiefe des TrichtersSpannweite des Trichters
50 kg0,8 m2,4 m
250 kg1,5 m4,4 m
500 kg 2,0 m5,6 m
Bombengewicht Zünder mit VerzögerungTiefe des TrichtersSpannweite des Trichters
50 kg2,4 m5,4 m
250 kg3,5 m9,0 m
500 kg 4 m10,5 m
aus "deutsche Abwurfmunition bis 1945"

Q

Danke Ulrich. Ich werde mal schauen wie die Schaeden in Darwin genau aussahen. Damit kann man bestimmt einige "What If" Vergleiche ziehen. Zuhause habe ich die Geschichte des Northern Territory vielleicht werde ich dabei fuendig.

Don´t Panic
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St.Ex

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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