In Rußland gebaute indische Fregatte TEG startet BraMos

Begonnen von hillus, 01 Dezember 2011, 21:27:38

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hillus

Am 01.12.2011 meldete www.arms-tass.su/ :

In der Ostsee wurde von der indischen Fregatte TEG (Projektes 11356) während der Erprobungsphase der erfolgreiche Teststart der russisch-indischen Flügel-Überschallrakete BraMos durchgeführt.

Der Test wurde für das Funktionieren der Ausrüstung des Schiffsschlag-Raketenkomplexes (Hauptbewaffnung) mit dem Raketenkomplex BraMos durchgeführt. Nach dem Start aus der senkrechten Startrampe schlug die Rakete auf die eingegebene Flugbahn ein und erreichte den vorausberechneten Punkt auf der Wasserfläche des Marineübungsplatzes in der Ostsee. Wie die Kontrolle der telemetrischen Daten ergab, haben die gesamten Raketenleitanlagen des Schiffes und der Rakete selbst während des Gesamtregimes des Start-Ziel-Fluges zuverlässig gearbeitet.

Die zweite Serie von drei für die indischen Seestreitkräfte gebauten Fregatten Typ TALVAR des Projektes 11356 TEG, TARKASH und TRIKAND werden seit 2007 im Baltischen Schiffsbaubetrieb YANTAR in Kaliningrad gebaut. Die Ablieferung dieser Fregattenserie ist bis 2013-2014 vorgesehen. Alle drei Schiffe werden mit dem Schiffsschlag-Raketenkomplex BraMos im Bestande von 8 Raketen ausgestattet, die in der senkrechten Startrampe 3С-14Э aufgestellt sind.

Der Bau der Fregatten des Projektes 11356 sind an das russischen Grenzschiff des Projektes 11351 angelehnt. Für die Seestreitkräfte Indiens wurden in Russland bereits drei Fregatten dieses Projektes beim Baltischen Schiffsbaubetrieb in Sankt Petersburg von 1999-2003 gebaut. Der Auftragswert für den Bau der ersten Serie der indischen Fregatten betrug 1 Mrd. Dollar, der zweiten Serie 1,6 Mrd. Dollar.

Es wird von der russischen Seekriegsflotte geplant, auf Grund des gelungenen Projektes bei YANTAR bis 2015 sechs ähnliche Fregatten nach einem modifizierten Projekt für die Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation zu bauen, wobei die ersten zwei Schiffe schon 2011 auf Stapel gelegt wurden.

Es grüßt Euch aus Braunschweig

hillus

Hallo Olaf, kannst Du etwas zur BraMos zum Besten geben, ich bin heute ausgelaugt!!!

olpe

Zitat von: hillus am 01 Dezember 2011, 21:27:38
Hallo Olaf, kannst Du etwas zur BraMos zum Besten geben, ich bin heute ausgelaugt!!!
Hallo Jochen,
... gerne ... hier in prägnanter Form:
Grüsse
OLPE

olpe


Kaschube_29

Moin Moin,

zur indischen "Teg" ist noch etwas ob der etwas "holprigen" Erprobungen hinzuzufügen.

Die zur "Krivak-IV"-Klasse zugerechnete Einheit erlitt bei Probefahrten eine Havarie der Antriebsanlage. Deshalb verlegte die Fregatte zurück zur Bauwerft "Yantar" nach Kaliningrad und im Verlauf von zwei Wochen wurde die Backbord-Marsch-Gasturbine (kommt meines Wissens nach von einem Lieferanten aus der Ukraine mit "Zorya-Mashproyekt") ausgetauscht. Anschließend erfolgte auf der Bauwerft die Entmagnetisierung, weil Durchführung auf See wegen ungünstiger Wetterbedingungen nicht durchgeführt werden konnte bzw. zu weiteren Verzögerungen geführt hätte.

Am Morgen des 2.November 2011 kehrte die "Teg" wieder nach Baltijsk zurück, wo zunächst Standerprobungen geführt wurden. Schließlich lief die "Teg" am 5.November wieder auf See aus, um dann auch den erwähnte Erprobung der Flugkörperkomplexe durchzuführen.

Quelle für diese Nachricht ist die alle zwei Wochen erscheinende Werftzeitung "Vorwärts!" (oder auf russisch: "Vpered" ["Вперёд!"]) vom 09.November 2011;
siehe dazu: http://www.shipyard-yantar.ru/docs/G_vpered/2011/20%2811%29.pdf .


Das war es erst einmal,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Kaschube_29

Moin,

präzisierend zu der Meldung von hillus vom 1.Dezember 
Zitat von: hillus am 01 Dezember 2011, 21:27:38
Am 01.12.2011 meldete www.arms-tass.su/ :

In der Ostsee wurde von der indischen Fregatte TEG (Projektes 11356) während der Erprobungsphase der erfolgreiche Teststart der russisch-indischen Flügel-Überschallrakete BraMos durchgeführt.

wurde nun in einer Meldung der russischen Armeezeitung präzisiert gemeldet, daß es sich um "Wurferprobungen" gehandelt hat; hierbei wird überprüft, wie der Flugkörper das startende Schiff verläßt, ohne die Plattform zu beschädigen. Die endgültigen Erprobungen (sprich: das Schießen auf einer Testrange mit Bekämpfen eines Übungsziels) wird nach der Übergabe der "Teg" an die indische Marine in indischen Gewässern stattfinden.

Siehe hierzu:  http://www.redstar.ru/2011/12/10_12/1_04.html

Das war es erst einmal,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

hillus

ITAR TASS meldete am 26.12.2011

In der Ostsee sind die Probefahrten der Fregatte TEG, für die Seestreitkräfte Indiens im Baltischen Schiffsbaubetrieb YANTAR gebaut, erfolgreich beendet.

Der Pressesprecher des Kaliningrader Betriebs Sergej Michajlow teilte mit, dass alle Systeme, Mechanismen und der Raketenkomplex "BraMos" normal funktionieren und die Geschwindigkeit den Forderungen entspricht. Zur Vollendung der staatlichen Tests der Fregatte TEG werden noch für Januar 2012 letzte Erprobungen durchgeführt.

In der zweiten Januarhälfte beginnt an Bord der Fregatte die Ausbildung der Mitglieder der indischen Besatzung. Es ist vorgesehen, das Schiff im April 2012 an Indien zu übergeben.

Wie ITAR-TASS bemerkt, unterscheiden sich die neuen Schiffe des Projektes 1135.6 nach den technischen Hauptcharakteristiken von den bereits früher gelieferten drei Fregatten desselben Projektes, TABAR, TRISHUL und TALVAR nur wenig. Die Veränderungen betreffen vor allem die Bewaffnung der Schiffe. So sind die neuen Fregatten mit dem Überschall-Flügelraketen-Komplex "BraMos"ausgerüstet, während die vorhergehende Generation mit Antischiffsraketen "Klab-N" ausgestattet war.

hillus

der erste

Für alle die es interessiert, hier ein Link zu einem Videoclip, auf dem das Einschießen des 100 mm Geschützes auf der indischen Fregatte "TEG" während der Erprobung auf der Ostsee zu sehen ist.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=aE-Rbdeu5Lw

hillus

Die russische Zeitschrift VZGLYAD (russisch - Взгляд – deutsch Ansicht oder Meinung) meldete gestern:

Im Laufe dieser Woche wird Russland die staatlichen Tests des ersten einer Serie dreier Schiffe für die Seestreitkräfte Indiens, der Fregatte TEG (SÄBEL) fortsetzen, erklärte der Pressesprecher des Baltischen Schiffsbaubetriebes YANTAR, Sergej Michajlow.

Die Fregatte TEG hat die Anlegestelle von YANTAR verlassen und fuhr zum am meisten westlich gelegenen russischen Hafen Baltijsk. Es wird geplant, das schon am Dienstag, dem 17. Januar, das Schiff in die die Ostsee hinausfahren wird, um die Schlussetappe des Programms der staatlichen Tests zu erfüllen.

Der Pressesprecher von YANTAR berichtete, dass seit September 2011, dem ersten Seetörn der TEG, mit dem Schiff unter den Bedingungen der Seefahrt alle Systeme, die Geschwindigkeit, die Mechanismen sowie die Ausrüstungen erprobt wurden. Die ersten Starts der Raketen "BraMos" der russisch-indischen Produktion wurden erfolgreich durchgeführt.

In der zweiten Hälfte des Januars werden die indischen Seeleute der TEG von Seeleuten der Baltischen Flotte die Merkmale und Instruktionen des Schiffes vermittelt bekommen. In der letzten Etappe sollen dann die indischen Seeleute für die Überführung nach Indien geschult werden. Die Fregatte TEG soll bis April 2012 an Indien übergeben sein.

Die TTD lasse ich weg, denn sie wurden bereits abgehandelt.


hillus

hillus

Die Fregatte TEG wird den Seestreitkräften Indiens am 27. April 2012 übergeben

Die Fregatte TEG (deutsch SÄBEL, Werftummer 354, Projekt 11356) wird den Seestreitkräften Indiens am 27. April 2012 übergeben, teilte die werkseigene Presse der Werft YANTAR mit.

Die Typfregatte aus einer Serie von drei Einheiten wurde im Juli 2007 bei den Прибалтийском судостроительном заводе "Янтарь" (ОАО ПСЗ "Янтарь"- deutsch OAO Pribaltisches Schiffbauwerk YANTAR) begonnenn. Im November 2009 war der Stapellauft. Die Probefahrten begannen im Herbst des vorigen Jahres. In Dezember 2011 bendete das Schiff die Probefahrten und in Februar 2012 erfüllte die Fregatte das ganze Programm der staatlichen Tests und des Schießens. Die Staatskommission des Bestellers begann die Annahme der Fregatte am 5. März 2012. Das Schiff begann die Fortsetzung der Tests der Seeerprobung am 15. März, dabei diente Baltijsk als Basis.

Anfang April 2012 wird die Fregatte von den Erprobungen zurückkehren, wo dann am 27. April darauf die Fahne der Seestreitkräfte Indiens hochgezogen wird. Die Probefahrten des Typschiffes gingen mit Schwierigkeiten einher, denn wegen des Defektes einer der Gasturbinen wurde ihr Ersatz gefordert.

Mit der Übergabe an die indischen Seestreitkräfte erhält diese nun die vierte in Rußland in neuerer Zeit gebaute Fregatte. Es dauerte lange, aber jetzt ist es wohl soweit!

Gruß

hillus

Trimmer

Hallo Jochen- ich verfolge ja nun die ganze Zeit Deine interessanten Beiträge. Nun muß ich aber doch mal etwas nachfragen. Hat sich die finanzielle Lage der Streitkräfte Rußlands in den letzten 2-3 Jahren wirklich so gebessert  - ich denke hier an Berichte von Zahlungsschwierigkeiten ( Energie, Sold usw. ) Nach Deinen Beiträgen muß man ja wirklich davon ausgehen das dieser "Engpaß" überwunden ist und heute wieder "gebaut" wird wie in tiefsten sowjetischen Zeiten - neue U-Boote, neue Schiffe,neue Flugzeuge usw.

Gruß - Achim-Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

The Voice

Zitat von: Kaschube_29 am 09 Dezember 2011, 18:33:22
..... daß es sich um "Wurferprobungen" gehandelt hat; hierbei wird überprüft, wie der Flugkörper das startende Schiff verläßt, ohne die Plattform zu beschädigen. ..........
Kaschube_29
Das hört sich an wie das Schießen mit einem "BTV" (= Booster Test Vehicle)
Die Bezeichnung stammt von US - Waffensystemen und wird auch in Deutschland verwendet.
Hierbei wird ein Flugkörper mit realem Starttriebwerk ohne weitere Elektronik und Steuerung einfach ballistisch abgeschossen.
Die Aufgabe hierbei ist nicht den FK zu testen, sondern wie die Plattform den Schuss aushält und ob die Funktionskette an Bord korrekt abläuft.

Gruß: Uwe
In God we trust - all others we track

olpe

Zitat von: The Voice am 30 März 2012, 19:49:39
Hierbei wird ein Flugkörper mit realem Starttriebwerk ohne weitere Elektronik und Steuerung einfach ballistisch abgeschossen.
Hallo,
diese 'Wurferprobungen' gehören in der Tat zu Erprobungsprogrammen. Im russischen werden diese 'BTV' auch als Maket (Dummy) bezeichnet und je nach Verwendungszweck als Masse-Maket oder auch als Funktions-Maket tituliert. Diese Übersetzung ist dann übrigens auch bei den Erprobungen des FK-Modells 152 auf dem FK-Schnellboot des VM Projektes 151 (NATO: BALCOM 10) angewadt worden.

Zwei Bilder unten (Q: OLPE & Slg. OLPE).

  • das Masse-Maket des FK 152 vor dem Transport- und Startcontainer TPK 1520
  • der Start eines Funktions-Makets vom 'Nullschiff' 151.0 (die spätere "SASSNITZ" und heutige BG 22 "NEUSTRELITZ"

Grüsse
OLPE

hillus

Moin Achim,

dazu meine Meinung, die natürlich nicht der Wahrheit letzter Schluß ist. Es sollten drei Seiten betrachtet werden.

1. Wenn Rußland jetzt nichts tut, um seine Flotte zu modernisieren, kann bis spätestens 2020 in keiner Weise mehr von einer militärischen Weltmacht gesprochen werden. Ab 2020 wäre die Seekriegsflotte nicht mehr in der Lage, ihren Auftrag national als auch international zu erfüllen.
2. Rußland geht es finanziell gar nicht so schlecht. Es ist immer nur die Frage, warum hat man es in Fragen - kein Sold, keine bzw. verspätete Bezahlung der Werften etc. - kommen lassen. Schluderei und Schlamperei sind nicht eben besser geworden. Also lieber Achim, das Geld ist da, darüber braucht man nicht diskutieren. Es sind ja wieder etliche Trillionen an Rüstungsausgaben für die SKF beschlossen worden. Herr Putin muß sich nun an sein Wort halten.
3. Wenn Rußland nichts im nationalen maritimen Rüstungessektor tut, dann gerät auch die russische Rüstungsindustrie im Export für immer in den Hintergrund (Vgl. meine Zeilen zum Stapellauf des KILO II Bootes NOVOROSSIYSK). Der Rüstungskunde kann heute auswählen für die verschiedensten Modelle. Dafür bezahlt er mit viel Geld und damit bestimmt er die Richtung. Das ist aber ein altbekanntes Problem im Wettbewerb auf dem Weltmarkt. Da der Kunde, es kommt auf den Vertrag an, nicht sofort Vorschuß bezahlt, dann müssen die finanziellen Mittel vom russischen Staat vorgestreckt werden.
In der Regel ist es international und auch national so Sitte, dass 40% des Gesamtpreises vom Kunden bezahlt werden müssen, bevor sich überhaupt etwas bewegt. Damit ist der Auftragnehmer in der Lage, neben dem Material alle Vorbereitungen zu treffen. Dann folgt in der Regel bei 50% der Fertigstellung die nächste Rate usw. Das ist aber immer Vertragssache!!
Ich meine, das war deutlich zu sehen an der Bezahlung der 1. Rate an die Franzosen zum Bau der MISTRAL's für die Russen!!!

Genügt Dir das??? Sonst frage doch Cindy aus Marzahn. :MLL: :MLL: :MLL: :MLL: :MLL: :MLL:

Jochen


Trimmer

Jochen - danke für Deine Antwort. Nun gut -Vorleistung von 40% - ich kenne auch auch viele wo das Geld dann in den Sand gesetzt wurde - siehe Baugewerbe. Auf alle Fälle erstaunt es mich doch wie "Phönix aus der Asche " da plötzlich wieder an der Rüstungsschraube gedreht wird um  "Weltmacht " zu werden. Wenn ich dabei auch sehe wie sich auch in Rußland die sozialen Probleme zuspitzen - Arm-Reich .... steuert da irgend wer auf eine neue "Oktoberrevolution " zu  :/DK:

Gruß - Achim - übrigens Cindy kommt nicht aus Marzahn  :-D
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

der erste

Weißt Du Trimmer, wenn Rußland seine Flotte erneuert, weil nur noch veraltete und schon teilweise sehr lange im Dienst befindliche Schiffe modernisiert werden und andere Schiffe neu gebaut werden, heißt es sofort, sie wollen wieder Weltmacht werden oder drehen an der Rüstungschraube. Bei anderen Flotten wird diese Diskussion überhaupt nicht geführt, da ist soetwas normal. Ich bin da sicher etwas dünnhäutig in der Beziehung, hängt aber mit meinen Verbindungen dorthin zusammen, aber solche Formulierungen passen einfach nicht dazu. Bei allen Treffen, die wir in der Vergangenheit in Russland und auch hier mit aktiven und ehemaligen Offizieren der Flotte und Mitarbeitern der Konstruktionsbüros hatten, ist der Stolz auf die aktuellen Projekte nicht zu überhören. Und natürlich auch Wehmut über die Ereignisse der vergangenen 20 Jahre, in denen eine einst stolze Flotte heruntergewirtschaftet wurde (das begann aber schon Mitte der 80er Jahre). Bitte auch nicht vergessen, das Rußland mittlerweile genauso ein Staat ist wie alle anderen auf der Welt. Von den Umbrüchen und Veränderungen in den ganzen familiären Beziehungen, die dort nach dem Zerfall der SU und der Bildung neuer Staaten auftraten, ganz zu schweigen. Von diesem ganzen Elend könnte man mittlerweile Bände füllen. Da ist das, was bei uns im Rahmen der Wiedervereinigung vor sich ging, völlig vernachlässigbar. Also, nichts für ungut. Es will dort auch keiner wieder eine Oktoberrevolution durchführen.Obwohl, einige vielleicht doch, aber das sind sehr wenige.

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