Handelsstör-Träger

Begonnen von p-kreuzer, 12 Dezember 2011, 21:50:19

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p-kreuzer

Moin,
bei den Fliegern halte ich für den genannte Zeitrahmen immernoch die Kombi Ar 197 und Fi 167 für am Sinnvollsten. Beide (im Gegensatz für Bf109, He 112 etc.) für den Trägereinsatz entworfen (Reichweite/Start- und Landeverhalten), und beide können mehrere Aufgabenfelder abdecken. Auf Wasserflugzeuge würde ich verzichten wollen, wohin mit dem Katapult und dem Ladekran? Jedesmal stoppen um die gewasserten Flieger wieder einzusammeln?
Ohne Stukas wär der HST bei der damals herrschenden Doktrin bestimmt nicht eingesetzt worden, ich persönlich würde aus Platzmangel bei diesem Raiderkonzept darauf verzichten. Mag aber auch sein das mir ein irgendwo aufgeschnappter Ausspruch eines US-Torpedofliegers zu sehr im Hirn rumgeistert:"Willst du Löcher in Schiffe machen hol die Bomber. Willst du diese Schiffe versenken, dann hol die Torpedoflieger!" :-D

Wenn man von 12-15k Standart ausgeht, könnten vielleicht 8xAr 197 und 16xFi 167 (und 8 Reserve) im Raidermodus unterzubringen sein, als "Flottenträger" in Heimatgewässern ohne große Reserven halten zu müssen jeweils 12 und 24 Stk schon Einsatzbereit.
Dazu die 8x15cm in Kasematten, 8x10,5cm Flak in je zwei Türmen vor und hinter der Brücke macht schon mal 12 Rohre im brauchbaren Seezielkaliber als ansehnliche Breitseite, dazu die 4 oder 8 45cm Torpedorohre...

Gruß
Jürgen




Kosmos

Fi 176 und Ar 197 nicht nur sinnvollste sondern einzig mögliche Variante um den Träger schon 1939 einsatzbereit zu bekommen

delcyros

Part B Flugoperationen:

Wie gesagt, der sog. "5000ts" Träger ist für einen Typ konzipiert. Daher brauchts ein Mehrzweckflugzeug drauf. In Frage kommt m.E. nur die Fi-167 (alternativ die noch kompaktere, dafür aber leistungsschwächere Ar-195). Kann auch als "Ersatz-Jäger" mißbraucht werden (gegen Swordfish oder Albacore, vielleicht mit mäßiger Aussicht auf Erfolg auch noch gegen Fulmar-I), kann einen Torpedo tragen oder 1 x Sc500 + 4 x SC50 Bomben oder eine einzelne SC-1000 (das kann nicht mal der Stuka, eine echte "shipkiller" Waffe). Ist zudem voll sturzflugtauglich, weswegen man überhaupt die Stuka auf den Trägern wollte? Naja, der ist zugegebenermaßen besser gepanzert und auch ein klein wenig schneller...

Der kleine Träger hat eine operative Fluggruppe von 10 x Fi-167, zusätzlich 5 x Fi-167 Ersatz (insgesamt 15 Fi-167, 50% Reserve, bei Anwendung des amerikanischen deck´s park wären also 20 Fi-167 drin(drei Einsatzstaffeln und eine Ergänzungsstaffel)). Das Deck kann jeweils fünf Startvorgänge (eine Staffel) ohne Katapult (den braucht das Muster sowieso nicht) in kurzer Zeit durchführen (siehe Skizze Seite 2). Auch max. vier Fi-167 können hinter der letzten Abschirmung gefaltet und über den Lift nach unten befördert werden (die letzte landende einer Staffel kann hinten gefaltet und heruntergebracht werden). Größere Fluggruppen schließen sich daher m.M.n. mit der kurzen Deckslänge aus. 
1./SeeG-101 (=5 Fi-167A), 2./SeeG-101 (=5 Fi-167A),3./SeeG-101 (nur bei decks-park, 5 Fi-167A), 5.(Erg.)/SeeG-101 (=5 Fi-167A).

Deck (von hinten nach vorne):
die letzten 20m der Landedecksfläche sind Anflugzone des Landedecks. Man will ja auch nicht auf der Kante aufsetzen und der Pilot soll genug Abstand zum Heck des Schiffes haben (schwingt mehr dort als weiter Mittschiffs) Hier befindet sich der achtere Lift, der über zwei Etagen gefahren werden kann (Wartungsröhre und Hangardeck)
Die nächsten 20m sind ist die Aufsetzzone, idealerweise setzt der Pilot also mittig, ~30m vor der hinteren Flugdeckskante auf. Vier bis fünf Fangseile können hier gespannt werden.
Es folgen 20m Bremszone, in welcher die Fangseile ausgezogen werden.
Dann kommt eine weiche Barriere mit ebenfalls 20m Bremszone (für den Flieger, der die Seile verpasst).
Darauf folgt eine harte Barriere zum Schutz der im Vordeck geparkten Flieger und der Rest des vorderen Landedecks ist Arbeitsfläche für die Flieger, bergearbeiten, beiklappen der Flächen und Verstauung der Maschienen im Hangar.
Wenn ich von einer etwas hoch gegriffenen Verlustquote von 40% ausgehe, dann erlaubt diese Luftgruppe max. 36 Einsätze bevor es keine Flieger mehr gibt:
Welle---------Fi-167A taking off-------returning------losses------spares-----reserves
#1------------5 (Staffel 1)-------------3----------------2-----------4----------2
#2------------5 (Staffel 2)-------------3----------------2-----------4----------2
#3------------5 (Staffel 1)-------------3----------------2-----------2----------2
#4------------5 (Staffel 2)-------------3----------------2-----------0----------2
#5------------5 (Staffel 1)-------------3----------------2-----------0----------0
break to cycle back planes, Staffel 2 disbanded--------0-----------3----------0
#6------------5 (Staffel 1)-------------3----------------2-----------1----------0
#7------------4 (Staffel 1)-------------2----------------2-----------0----------0


#8------------2 (Staffel 1)-------------0----------------2-----------0----------0

Peter K.

ZitatFi-167 .... Ist zudem voll sturzflugtauglich
... interessant - das war mir bisher nicht bekannt!
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

harold

Hab mir jetzt laaange überlegt, bevor oder ob ich hier noch dazu kommentiere.

Aber wir hatten doch -spekulativerweise!- schon mal:

- Aufbau eines leichten Trägers auf dem Rumpf/der Antriebsanlage (ev gemischt Diesel/ Seitenwellen, Tu/Mittelwelle) der Hipper-Klasse,
mit allem was so an Bosheiten (Fahrstrecke, Hangar mehr als vollgestopft, Beschiss bei Verdrängung, whatever...) drin ist => Anlage
- einen (friedensmäßigen) Schnellfrachter mit (optionaler) Umbaumöglichkeit zum Flugzeug-schleudernden Raider => Anlage
- den Umbau eines K-Kreuzers zum gemischten Artillerie- u Flugzeugträger => Anlage

Soweit zu unseren bisherigen Erkenntnissen (in Theorie).

Also "wir ha'm jetzt" 1933/34,
- in den Forderungen des MA steht auch schon der "kleine Flugzeugträger" drin (siehe "Schiffbauersatzplan" ab 13.2. 1931),
- dt./brit.-Flottenvertrag ist noch lange nicht (also auch kein Hadeler [der später dann über GZ schreiben wird] und keine Kommission, die nach Japan reist, um Akagi -vor dem Umbau!- zu inspizieren),
- und militärisch fliegen darf damals eigentlich noch gaaa nix (na die "Flugzeugschleudern" der K-Kreuzer und für Pz-schiff "A" sind bereits fertig in den Arsenalen, bereit zum Einbau innerhalb von 72 Stunden - jojo, "Versailles bescheißen" als Volks-Sport).

Nun, laßt uns sagen: Sommer 34.
"D" und "E" sind im Februar auf Kiel gelegt ... also lassen wir sie mal drauf (bissl Rost schad't nie!) und (wie historisch geschehen) abgebrochen werden sie auch nicht; jetzt kommt die Umplanung.
Aus unserer Diskussion und der Recherche im MAN-Archiv Augsburg über die "Ersatz Elsaß = "D" wissen wir, daß für diese Schiffe (gegen den heftigen Protest der DAF von MAN) nicht Diesel-, sondern Tu-Antrieb vorgesehen war; mit weniger Gewichten können wir also mit maximal ca. 31 bis 32 kn rechnen.
Soweit der gesicherte Bestand an Möglichkeiten.
Reicht also für die Forderungen, die hier (speedmäßig) gestellt worden sind.

Und?
Bei den Forderungen, die ich aus den (historischen) Akten lesen kann, wird (um 1934) ein Träger nicht als Offensivwaffe gesehen, sondern als eine Art von vorgeschobener Flottenaufklärung.
Entsprechend würden dann auch die Ausschreibungen für die Flug-Muster ausgesehen haben.
Gut, neh'm ma mal Fieseler und Heinkel ... aber eben nicht als genau die Fi 167 oder He 112, sondern eben anders (gemäß Ausschreibung).
Ob dann später noch andere Firmen mitgemischt hätten?
Müßige Frage ... ab 35 durften's offiziell, und 35/36 steppte der Bär, was Flugmaschinen in D anging. Also da wär schon was drin.
-------------
Also meine Einschätzung:
- auf einem Rumpf einer "D-34" könnte man bequem ein etwa 180 m langes Flugdeck aufbauen, mit zwei Aufzügen, genug Langstrecken-Facilities, und mit entsprechender Reichweite.
- 1934 ist schlicht ein halbes Jahrzehnt zu früh, um die möglichen Qualitäten eines solchen Schiffs-Entwurfs als Raider zu erkennen.
- ich spreche den Köpfen der RM so um 31 und Folgejahre jegliche strategische Kompetenz ab, was schiffstypenmäßige Entwicklung angeht; was ich aus den B-Archiv-Akten lesen kann, ist bloße Nacheiferung der ausländischen Bautätigkiet ohne Verständnis für die eigenen Bedürfnisse.

So wie GZ ein Mix aus britischen (Box-Hangar), japanischen (Bug-, Heck-Konfiguration) und US/Jp (Seeziel-Ari) ... so kommt mir dies hier vor.
Eine eierlegende Wollmilch-Sau, so wie unser "Fleuzer 2005" mit T-Booten, Ju-87 u He-112, 238mm x III x 2 ...
...  aber '34 waren die noch nicht so weit -



4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Bergedorf

Zitat von: Huszar am 15 Dezember 2011, 08:07:17

WENN der Kahn alleine operieren soll - womit ich immer mehr Bauchschmerzen habe - müsste man eine Bewaffnung einbauen, womit man auch ansatzweise gegen feindliche leichte Kreuzer etwas ausrichten könnte.

Moin,

je einen Träger den Panzerschiffen hinzuzugeben erscheint ja wirklich sehr interessant und ist grundsätzlich bestimmt auch sinnvoll... Problem ist nur das Deutschland damals nicht über sonderlich viel Resourcen verfügte und dass im Falle einer Kampfgruppe von Panzerschiff und Begleitträger im Falle einer Entdeckung ggf. gleich 2 wertvolle Schiffe gefährdet wären.

Wovon ich absolut keine Ahnung habe, was aber vielleicht auch ganz interessant für diese Diskussion wäre ist, unter welchen Bedingungen (und damit an wie viel % der Tage) ein kleiner Flugzeugträger seine Flugzeuge starten und landen kann. Ich habe nur irgendwo einmal gelesen, dass die Schwimmerflugzeuge Bordfliegerstaffeln an sehr vielen Tagen aufgrund der Wetterbedingungen nicht haben starten (oder wahrscheinlich war das Problem eher das landen) können. Bei Trägerflugzeugen mag das aber natürlich (wohl abhängig von der Größe des Trägers) günstiger gewesen sein.

Gruß

Dirk

Big A

#36
Und jetzt muss sich auch noch der Logistiker als advocatus diaboli melden.

Mal ganz abgesehen von den hypothetischen Verlusten bei irgendwelchen Einsätzen, wie lange sollte so ein Raider denn ohne Ersatzteilversorgung unterwegs sein? Flugzeuge auf Verschleiß fliegen? Selbst wenn konzididert wird, dass sich der Schiffskraftstoff eventuell durch Prisen ergänzen ließe (eine Vorstellung, die einem die wenigen verbliebenen Haare zu Berge stehen läßt, denn wie will ich Beute planen?), wo nehme ich den Flugkraftstoff her?

Also,  wie schon in einigen anderen Threads der Vergangenheit angedeutet, D hatte nie die Mittel zur strategischen, ozeanischen Kriegsführung (und jetzt bitte bitte nicht wieder die "Dithmarschen" in Spiel bringen, das hatten wir auch schon mal)


Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Huszar

Moin, moin,

Ich muss mich Harry bei der Beurteilung anschliessen. Erstens isses Mitte der 30er für einen Raider-Trager wohl doch zu früh, und wenn das Schiff doch gebaut worden wäre, wäre es in die Richtung eierlegende Wollmilchsau gegangen. Bei der begrenzten Tonnage kaum möglich. Wenn schon, dann ein neu aufgearbeiteter Fleuzer mit schwerer Seezielari, guter Panzerung und einer Flugkomponente von 30-40 Maschinen. Allerdings auf ca. 20k Tonnen Standard.

Von den Einsatzmöglichkeiten her - vorausgesetzt, der Offensivwert eines Trägers wird so früh erkannt, UND geeignete Muster stehen auch zV - halte ich einen alleine fahrenden Träger doch für zu gefährdet. Unter 40-50 Einsatzmaschinen UND einer brauchbaren Seezielari macht es mM wenig Sinn, ein solches Schiff auf die Meere zu schicken (Verletzlichkeit + begrenzte Möglichkeiten), ein Träger, der dies alles kann, ist dann zu gross und teuer, um ohne Begleitung rauszufahren.

So oder so, ein Raider-Träger wird Begleitung brauchen.
Hier sehe ich zwei Möglichkeiten:
- realer Weise wird der Träger keine Angriffswaffe, sondern ein Aufklärer für die eigentlichen Raider (ob jetzt PzSChiffe oder die SChwestern ist Wurscht). Hier kann die Tonnage beliebig gesenkt werden, ist sogar Voraussetzung (etwa Delc's Mini-Träger). Panzerung ist eher nebensächlich, Seezielari brauchts net, lediglich Flak und so viele Aufklärer, wie möglich. Vorteilhaft wäre eine Antriebsanlage, die identisch mit der der Begleitung ist.
- wenn wir von der 5-10 Jahre später existierenden US-Task-Forces ausgehen, wird der Träger eine Begleitung von grossen Einheiten bekommen (ob jetzt die Schwestern oder BM/TP ist Wurscht), und als Teil des Angriffsgewichts gelten. In diesem Fall ist die Tonnage ehrlich gesagt Wurscht, wir können eine GZ auf Steroiden bauen.

Im ersten Fall reicht ein Kahn von 6-8k Tonnen standard, im zweiten Fall ist die Tonnage nach oben offen. Ein Schiff von 11-15k macht in diesem Falle den wenigsten Sinn. Weder Fisch noch Fleisch. Und alleine rausfahren kann das Boot auch net...


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

delcyros

#38
In diesem Sinne möchte ich hinzufügen, dass die ozeanische Verwendung eines großen Flugzeugträgers die Existenz von Flugzeugtransportschiffen / kleinen Trägern unbedingt voraussetzt. Die operativen Verluste von Flugzeugen und fliegerischem Personal war schon ohne Feindeinwirkung groß genug, dieses galt es zu ersetzen- nicht erst nach der Heimkehr!

Deswegen haben Versuche von 0 auf 100 zu gehen im Trägerbau nicht funktioniert (GZ JEAN BART AQUILA), da die logistischen Vorraussetzungen des dauerhaften Bordbetriebes fehlten.

Die sekundärfunktion des kl. Trägers wäre die Flugzeugversorgung zukünftiger "Z-plan" Task forces mit ihren großen Trägern. Außerdem kann man damit erstmal Erfahrungen sammeln, denn vieles wird am Anfang nicht funktionieren und das Schiff ist ersetzbar.
Alternativ, gibt er auch einen sinnvollen Hilfstruppentransporter- bzw. Hilfsminenleger oder Hilfsversorger ab.


p.s.: Man muß ja nicht immer gleich an die große Auseinandersetzung WK2 denken. Eine der Aufgaben eines Flugzeugrägers a la GRAF ZEPPELIN wäre auch Flagge zeigen und Aufklärung für andere Flotteneinheiten. Man stelle sich das mal vor: Internationale Intervention vor der Küste Algerien´s oder meinetwegen Spanien (oder China oder Südamerika, noch schlimmer!). Zwei Panzerschiffe stehen im Einsatz und ein Flottenträger mit nominal 45 Flugzeugen als Luftgruppe zu deren Schutz und für die Aufklärung. Der braucht ne Woche um vor Ort zu sein, fliegt dann an zwei Tagen Woche 200 Einsätze bis die Einsatzbereitschaft schon wegen der operativen Verluste bei unter 50% liegt, dann ist er gezwungen sich wieder ne Woche auf den Rückmarsch nach Kiel zu bewegen, um die Luftgruppe zu ergänzen. Erst dann kann er wieder runterverlegen. Also läßt man es am besten gleich -oder man stellt einen kleinen Träger für "shuttle"-Aufgaben zur Verfügung, der die Luftgruppe des großen Trägers dauernd ergänzt, so daß dieser im Einsatzgebiet verbleiben kann. Er würde in der nördlichen Nordsee stehen, könnte von Deutschland aus angeflogen werden, würde die Flugzeuge aufnehmen und vor Spanien verlegen, von wo aus er dann GRAF ZEPPELIN´s Luftgruppe ergänzen kann, ohne dass der Träger aus dem Einsatz gezogen werden muß. Avgas und Munition kann auch durch andere Versorger ergänzt werden, aber bei Flugzeugen bin ich da skeptischer...

Oder das Lieblingsszenario des RMA: Auseinandersetzung mit Frankreich. Träger operiert in der Biscaya, fliegt 300 Einsätze und muß dann einmal um England herum nach Kiel oder zumindest in die Nordsee, um die Fluggruppe zu ergänzen, während die PzSchffe noch vor Ort im Einatz stehen. Eigentlich sollen sie ja frz. Seeeinheiten dort binden, so muß er die Panzerschiffe allein lassen. Eigentlich sehe ich keinen Weg an einem Flugzeugmutterschiff oder einem kleiner Träger vorbei, wie er ja schon 1931 gefordert wurde, selbst ohne den Krieg im Hinterkopf zu haben...

p-kreuzer

Arrgh!
Anderthalbstunden geschreibsel meines letzten Beitrags sind weg,parallel mit dem von delcyros rausgeschossen, wo isser hin? :cry:

t-geronimo

Jedenfalls nicht in die Mülltonne. :/DK:

Eventuell nur auf "Vorschau", aber nicht auf "Abschicken" geklickt?
Auf alle Fälle ist er nicht wiederherstellbar, sorry.  :|
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Kosmos

Zitat
Mal ganz abgesehen von den hypothetischen Verlusten bei irgendwelchen Einsätzen, wie lange sollte so ein Raider denn ohne Ersatzteilversorgung unterwegs sein? Flugzeuge auf Verschleiß fliegen? Selbst wenn konzididert wird, dass sich der Schiffskraftstoff eventuell durch Prisen ergänzen ließe (eine Vorstellung, die einem die wenigen verbliebenen Haare zu Berge stehen läßt, denn wie will ich Beute planen?), wo nehme ich den Flugkraftstoff her?

Also,  wie schon in einigen anderen Threads der Vergangenheit angedeutet, D hatte nie die Mittel zur strategischen, ozeanischen Kriegsführung (und jetzt bitte bitte nicht wieder die "Dithmarschen" in Spiel bringen, das hatten wir auch schon mal)
ein Flugzeugträger mit Dieselantrieb genauso lange wie ein Panzerschiff, ein Flugzeugträger mit Turbinen etwa so lange wie Scharnhorst und Gneisenau.

Es sollte nicht der Fehler gemachr werden 1 Schiff in Atlantik oder selbst ein Dutzend Kriegsschiffe mit strategischen, ozeanischen Kriegsführung zu verwechseln, oder mit amerikanischen Kriegsführung in der Pazifik. Amerikaner lössten Aufgaben einer ganz anderen Art und Größenordnung, sie mussten über Jahre hinweg Hunderttausende Matrosen und Soldaten versorgen, und Hunderte Schiffe.

Flugkraftstoff für ganze Einsatzdauer kann theoretisch mitgeführt werden, 1350 Liter der Fi-167 für 1300 km sind etwa 1050 kg Treibstoff, Einsatzdauer 160 Tage, im Schnitt 2 Aufklärungsflüge pro Tag, macht 350 t Treibstoff für Aufklärung. Bei Angriffen selbst kommt es darauf an, selbst wenn wir vorsichtig geschätzt ganze Tankfüllung für einen Angriff annehmen und wieder vorsichtig geschätzt 3 angreifende Flugzeuge für Versenkung eines Handelsschiffes dann kommen wir auf etwa 3t Treibstoff pro Versenkung, 150 t Treibstoff würden bis zu 50 versenkte Handelsschiffe bedeuten.
500 t Treibstoff ließen sich auf einem Träger unterbringen, eigentlich noch deutlich mehr wenn man darauf wert legt.

Verluste die auftretten werden hauptsächlich Unfälle als Ursache haben, Intensität der Einsätze und entsprechend auch Risiken würden viel geringer sein als bei Bekämpfung japanischer oder amerikanischer Trägerkampfgruppen, man sollte nicht auf die Idee kommen ihre Verluste heranzuziehen.

delcyros

Zitat von: harold am 16 Dezember 2011, 02:46:42
Nun, laßt uns sagen: Sommer 34.
"D" und "E" sind im Februar auf Kiel gelegt ... also lassen wir sie mal drauf (bissl Rost schad't nie!) und (wie historisch geschehen) abgebrochen werden sie auch nicht; jetzt kommt die Umplanung.
Aus unserer Diskussion und der Recherche im MAN-Archiv Augsburg über die "Ersatz Elsaß = "D" wissen wir, daß für diese Schiffe (gegen den heftigen Protest der DAF von MAN) nicht Diesel-, sondern Tu-Antrieb vorgesehen war; mit weniger Gewichten können wir also mit maximal ca. 31 bis 32 kn rechnen.
Soweit der gesicherte Bestand an Möglichkeiten.
Reicht also für die Forderungen, die hier (speedmäßig) gestellt worden sind.

Gehe ich richtig in der Interpretation deiner Worte, dass du vorschlägst, den im Bau gestoppten Rumpf der ERSATZ ELSAß bzw. D&E für eine Umkonstruktion als Träger in Betracht zu ziehen?

:O/Y

harold

delcyros wrote:
Gehe ich richtig in der Interpretation deiner Worte, dass du vorschlägst, den im Bau gestoppten Rumpf der ERSATZ ELSAß bzw. D&E für eine Umkonstruktion als Träger in Betracht zu ziehen?

Ja, so denke ich ... das könnte eine recht interessante Alternative geworden sein.
Aber:
Dazu bräuchten wir mal so was wie "strategisches Denken" im RMA.

Zwei nur zu wenigen Prozenten aufgebaute (und mit vielleicht 1/4 des Zuliefermaterials angelagerte) Rümpfe für über ein Jahr auf Helgen zu lassen, welche auch sonst gebraucht würden - das bräuchte klares Vorausdenken, WIE und in WELCHER FORM ein Trägerprogramm anlaufen könnte.

Wohlgemerkt, wir sind 15 Monate VOR dem dt.-brit. Flottenvertrag, so etwa II/34.
Die britische Seite hat schon mehrfach (im Frühjahr 34!) signalisiert, daß ein weiterer Bau dieser "pocket-battleships" jeden internationalen Vertrag unterlaufe, und allerlei interessante Zugeständnisse angekündigt, wenn D nicht die volle Anzahl aller 6 möglichen Schiffe baut (soweit mal historisch gesichert).

Seit dem Februar 31 ist dem RMA klar, daß eine ausgewogene Flotte auch einen / mehrere "kleine" Flugzeugträger bräuchte (um 6000 bis 8500 ts sind angedacht) als auch mindestens zwei "große" (= ca 22.000 ts).
Mit diesen Gedanken gehn sie in die "Flottenkonferenz" von '35, besser gesagt das Außenministerium tut dies, und statt der geforderten 50% kommen grad mal 35% an Tonnage für die Schiffsklassen heraus.

Soweit mal zu den "historischen Konjunktiven".
Diese Gedanken hatten die damals, das kann man aus ihren Akten lesen.-
--------------

Ich sitz jetzt mal hier vor zwei Rümpfen, die gerade strukturell aufgebaut werden sollen ("D" und "E", vor April 1934).
KANN ich mir Gedanken drüber machen, wie die so als Träger funktionieren könnten?
Taktisch und strategisch? Logistisch?
Jooh, kann ich.-

Konnten die das damals?
Vermutlich schon.
Also, was macht das große "Nein" aus?

Ich denke, die Abzweigung dazu wäre gegeben gewesen, aber niemand hat sie so richtig wahrgenommen... nun ist die Frage: aus welchen Gründen?

Harold









4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

p-kreuzer

Moin!

Merkwürdig, dann auf ein Neues... :O/Y

Möglicherweise ist ein Handelsstör-Träger der als solcher bereits Konstruiert wird unwahrscheinlich, aber aus der Not geboren wird vielleicht ein Schuh draus...

1932:
Während der Konstruktionsarbeiten zu den Panzerschiffsnachfolgern D&E platzt die „Dunkerque-Bombe“, und man muß erkennen das auch die angedachten neuen Panzerschiffe  nicht Konkurrenzfähig sein würden. In den engen Grenzen des nur leicht gelockerten Versailler Vertrages ist auch kein Schiff zu Konstruieren das den französischen Neubauten entkommen oder sie gar Niederkämpfen  könnte. In D muß man Zähneknirschend eingestehen das unter diesen Begebenheiten das „schneller als und stärker als“ – Konzept nicht mehr funktioniert, und beginnt von Neuem mit der Ausarbeitung eines Planes wie man primär Frankreich zur See Paroli bieten kann.
Aus taktischen Gründen und wegen der besseren Verfügbarkeit des Treibstoffes im Kriegsfall will man in D unbedingt am erfolgreichen Dieselantrieb festhalten. Da man damit aber derzeit noch etwa 10% Geschwindigkeitsnachteil gegenüber den Turbinengetriebenen Feindschiffen  hinnehmen muß, gewinnt die weiträumige Aufklärung, um ggf. rechtzeitig ausweichen zu können, immens an Bedeutung. Jetzt kommt die Fliegerei mit den Möglichkeiten der weitreichenden Postverkehr-Wasserflugzeugen auf den Plan. Über die angedachte Entwicklungsstufe eines Hybrid-Flugzeugmutterschiffes mit Panzerschiffsartillerie  :-D gelangt man 1933 bald beim vollwertigen Flugzeugträger an, da die neue Regierung unbedingt auch Offensivpotential gegenüber den schweren Französischen Einheiten verlangt, was international betrachtet in Zukunft nur die Leistungsstärkeren Radflugzeuge umsetzen können. Mit dem im Ausland offiziell eingeholtem, sowie erschlichenem und auch gestohlenem Wissen, und im Rahmen der weiteren Lockerung des VV jetzt auch möglichen Aufbaus von Luftstreitkräften, wird Anfang 1934 ein Typ auf Kiel gelegt der
Zitat von: harold am 16 Dezember 2011, 02:46:42

So wie GZ ein Mix aus britischen (Box-Hangar), japanischen (Bug-, Heck-Konfiguration) und US/Jp (Seeziel-Ari) ...


Ist. :wink:
Da D über keine Überseestützpunkte verfügt und überhaupt auch zu wenige Schiffe haben darf um dem Träger ständig Begleitschiffe beizustellen, wird von diesem Typ ein weitaus höheres Maß an Autarkie(schreibt man das so?)  gefordert als im Ausland. Die Reparatur- und Flugzeugersatz- sowie die Flugbetriebsstoffkapazitäten werden stark erhöht, was freilich zu Lasten der Anzahl der insgesamt zum tragen gebrachten Einsatzflugzeuge geht.
Als 1935 das dt./brit. Flottenabkommen beschlossen wird und D nun international Vollwertige Kriegsschiffe bauen darf, sind die mit Hochdruck im Bau befindlichen D&E schon soweit gediehen das sie nun auch zu Ende gebaut werden.
So erhält D 1938 (anstatt SH/GN?) zwei Dieselgetriebene Flugzeugträger die immerhin schon mal den Luftschirm über den Schiffen der jetzt noch im Bau befindlichen 35%-Flotte bilden können. Solange diese aber noch nicht einsatzbereit sind, können die Zwei im Verband mit den drei Panzerschiffen schon jetzt weiträumig ozeanischen Zufuhrkrieg gegen Frankreich betreiben.
Dummerweise kommt 1939 Großbritannien als Gegner hinzu, und jetzt müssen auch die Flugzeugträger als Einzelfahrer in den Atlantik hinaus um eine möglichst große Zersplitterung der gegnerischen Kräfte zu erzielen, rein technisch könnten sie es...

Gruß
Jürgen


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