allierte Propaganda U-Boote

Begonnen von Maurice Laarman, 25 Februar 2012, 16:40:07

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Maurice Laarman

Gut um auch mal die allierte Propaganda zu sehen über die U-Boote,so abgeworfen über Deutschland. Irgendwo hat man natürlich auch Recht,  denn mann konnte nicht vorkommen das die allierte Truppen landete.

Es gibt viele von solche. Sie machen Teil aus der Kriegsgeschichte.

Gruss,

Maurice

Koehl

Irgendwo hat man natürlich auch Recht

Ich denbke es ist weit hergeholt, den U-Booten die Niederlage in Nordafrika in die Schuhe zu schieben. Da gibt es bestimmt 1000 andere Faktoren, welche eher zur Niederlage beitrugen. So könnte man aber auch dem Versagen der U-Bootwaffe die mangelnde Verhinderung des Bombenterrors gegen deutsche Städte anlasten. Ist meiner Meinung nach zu weit ausgeholt.

Koehl

ZitatIrgendwo hat man natürlich auch Recht

Ich denbke es ist weit hergeholt, den U-Booten die Niederlage in Nordafrika in die Schuhe zu schieben. Da gibt es bestimmt 1000 andere Faktoren, welche eher zur Niederlage beitrugen. So könnte man aber auch dem Versagen der U-Bootwaffe die mangelnde Verhinderung des Bombenterrors gegen deutsche Städte anlasten. Ist meiner Meinung nach zu weit ausgeholt.

Maurice Laarman

Koehl,

Es geht mich nicht darum das U-Bootewaffe etwas vorzuwerfen. Sicher gibt es mehrere Gründe warum die Kampage in Afrika scheiterte. Jedoch, welche andere Mittel hatte das Deutsche Reich weltweit um die Aufbau von Armeen zu stopfen, ausserhalb die U-Boote? Die einzelne Kreuzer und Hilfskreuzer waren zwar effektif, können doch aber nicht die massierte Einsazt von U-Boote ausgleichen. Man konnte auch behaupten, wenn die U-Boote effektiver waren, gab es auch kein D-Day. Und weshalb das so war, da kann man viele Gründe anführen...

Gruss,

Maurice

U-Bootsuche

Im Grunde hast Du irgendwie schon Recht !
Das kannste dem "GRÖFAZ" und "Hermann Maier" verdanken die nicht auf Dönitz hören wollten als der zu Recht zu Kriegsbeginn 300 Atlantik U-Boote forderte und zwar schnellstmöglich und eine organisierte Zusammenarbeit mit weitreichenden Flugzeugen wie die FW 200 Condor !
1941/42 hätte diese Streitmacht, trotz Enigmawissen und Funksprucheinpeilungen den Engländern auch im Mittelmeer verdammte Probleme bereitet, was Churchill selber auch zugab !
Martin :MG:

Urs Heßling

lieber Martin,

Zitat von: U-Bootsuche am 07 März 2012, 21:05:09
Das kannste dem "GRÖFAZ" und "Hermann Maier" verdanken die nicht auf Dönitz hören wollten als der zu Recht zu Kriegsbeginn 300 Atlantik U-Boote forderte und zwar schnellstmöglich und eine organisierte Zusammenarbeit mit weitreichenden Flugzeugen wie die FW 200 Condor !
1941/42 hätte diese Streitmacht, trotz Enigmawissen und Funksprucheinpeilungen den Engländern auch im Mittelmeer verdammte Probleme bereitet, was Churchill selber auch zugab !

Das scheint jetzt - verzeih bitte diesen Ausdruck, falls er Dich verletzt - in die Nähe von "Stammtischdiskussions"-Qualität zu geraten.

Die Forderungen der Marine vertrat das OKM, in Person: Raeder, wenn nicht auf Dönitz gehört wurde, dann erst einmal dort.

Die Zusammenarbeit der U-Boote mit der I./KG 40 war sicher fruchtbringend, besonders in der kurzen Zeit der operativen Unterstellung beim BdU, aber im Mittelmeer ? ... in der Anwesenheit von tlw. weitreichenden Jägern ? ... da melde ich Bedenken an!

"was Churchill selber zugab": nenn doch bitte die Quelle.

Gruß, Urs

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

U-Bootsuche

#6
Das schreibt Churchill selber in seinen Erinnerungen, zufällig habe ich die Wälzer  gelesen.

Zum Mittelmeerproblem kam eindeutig die Nichteinnahme von Malta und Gibraltar, was 1940/41 durchaus möglich gewsen wäre . Der Schlüsel für den Gewinn des Krieges in Europa lag eher im Mittelmeer und Nordafrika, sowie die Abschnürung der Altlantikkonvois !
Und kein unsinniger Krieg im Osten !
Zusätzlich muß man leider sagen das die doch recht starke Italienische Flotte von Ausnahmen mal abesehen doch versagt hat !

Und wenn ich jetzt behaupte das "Vögel" fliegen können, denke ich das auch Du dann dazu eine "Quelle" haben wolltest, das kenne ich aus vielen Foren, einer braucht immer alles schriftlich und wir wissen doch ganz genau das dies nicht immer möglich ist, auch wegen "Political Correctnes" und den vielen verschlossenen Archiven die von den Alliierten nicht freigegeben werden !
Und auch an "Stammtischdiskussionen" ist nicht immer alles verkehrt.
Dönitz hat Hitler persönlich mehrmals seinen Standpunkt der Dinge erklärt, doch Hitler hat es entweder nicht verstanden oder er wollte nicht verstehen,(Hitler war auch kein Marinemann, auf Schiffsplanken hat er sich nie wohlgefühlt)
Klar war Dönitz 1941 gegen die Zufuhr von U-Booten ins Mittelmeer, aber doch auch nur weil es schon viel zu wenig Boote im Atlantik waren, machmal nur 5-10 Stück und trotzdem diese Erfolge ! Wenn man bedenke er hätte gleichzeitig 100 Boote schon 1940/41 im Atlantik gehabt, 100 auf dem Rückweg und 100 in den Stützpunkten, dann gute Nacht "Vereinigtes Königreich !!
Soviel dazu !
Quellen dazu gibt es in Dutzenden Büchern, vor allem Dönitz sein eigenes !

harold

"...einer braucht immer alles schriftlich und wir wissen doch ganz genau das dies nicht immer möglich ist, auch wegen "Political Correctnes" und den vielen verschlossenen Archiven die von den Alliierten nicht freigegeben werden !
Und auch an "Stammtischdiskussionen" ist nicht immer alles verkehrt."


Tscha, ich weiß nicht, was Du Dir von unserem Forum erwartet hast?

Aber wir haben's hier doch etwas präziser:

- wir wollen's immer gern schriftlich (sprich: exakte oder nachvollziehbare Quellen),

- zu denselben gehören auch die "vielen verschlossenen und nicht freigegebenen..." (das mag für einen Stand ~1960 zutreffen ... oder entsprechend verstaubte Heftchen im Regal), also wir orientieren uns hier in der Mehrheit an allem Zugänglichen in der Gegenwart;

- bei uns ist niemand nur so flach "politically" korrekt, sondern die meisten sind bei bestem Hausverstande, dies heißt auch, dass

- das angebräunte Gesocks mit seinen vergammelten Stammtisch-Argumenten hierorts nicht direkt rausgeschmissen wird,
sondern nach erwiesenem Blödigkeits-Nachweis (durch eigenes Geschreibsel) hier gut dokumentiert bleibt, notabene: nicht nur dokumentiert, sondern auch entsprechend kommentiert.

Es bleibt Dir natürlich völlig unbelassen, Dönitz' "10 Jahre u 20 Tage" als primäre Quelle Deiner Erkenntnisse abzuschöpfen - vorausgesetzt, Du möchtest Deine historischen Einsichten im Horizont der späten 50-er-Jahre festgefroren sehen.-
Was würdest Du mir sagen, wenn ich Dir meinen "up-to-date Conti-Atlas von 1958" zeigte, nach welchem ich heutzutage meine Routen durch Europa planen möchte? - Eben!
:MV:

4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Schorsch

#8
Hallo Martin!

Zitat von: U-Bootsuche am 07 März 2012, 21:05:09
Im Grunde hast Du irgendwie schon Recht !
Das kannste dem "GRÖFAZ" und "Hermann Maier" verdanken die nicht auf Dönitz hören wollten als der zu Recht zu Kriegsbeginn 300 Atlantik U-Boote forderte und zwar schnellstmöglich und eine organisierte Zusammenarbeit mit weitreichenden Flugzeugen wie die FW 200 Condor !
1941/42 hätte diese Streitmacht, trotz Enigmawissen und Funksprucheinpeilungen den Engländern auch im Mittelmeer verdammte Probleme bereitet, was Churchill selber auch zugab !
Martin :MG:

Gleichen wir Deine Überlegungen 'mal mit den tatsächlichen Verhältnissen ab. Ziel soll also sein, Ende des Jahres 1941 eine Streitmacht von 300 Booten einsatzbereit zu haben.

Zum Jahreswechsel 1938/39 wird in Auswertung eines Kriegsspiels von Dönitz die Forderung nach den 300 Booten das erste Mal erhoben. Gleichzeitig wird von Dönitz eine Ausbildungszeit der Besatzungen von 3 Jahren erwartet.

Zu diesem Zeitpunkt ist das deutsch-englische Flottenabkommen, das die deutsche U-Boottonnage auf 24 000 ts begrenzt, noch in Kraft. 300 Boote im von Dönitz gewünschten Verhältnis von 3:1 von Booten mit 500 ts (Typ VII) zu Booten mit 750 ts (Typ IX) bedeuten, ohne den Bau irgendwelcher Spezialtypen, eine U-Bootstonnage von 168 750 ts, das heißt das Siebenfache der erlaubten Tonnage. Wie soll das politisch umgesetzt werden?

Das müsste es nämlich, da die Bauzeit der deutschen U-Boote, die bis zum 31.12.1941 in Dienst gestellt wurden, gemittelt über alle Typen, etwa 1,8 Jahre betrug. Auf welchen Werften hätten diese geforderten Boote gebaut werden sollen?

Es müsste mit einem Schlag mit der Ausbildung von ca. 14 000 Mann Besatzungen begonnen werden. Wo ist die dafür erforderliche Infrastruktur und wann soll sie geschaffen werden?

Wie sieht es mit dem Bedarf an Torpedos aus? Ist die deutsche Industrie in der Lage, binnen dreier Jahre einen entsprechenden Vorrat herzustellen und gleichzeitig den laufenden Bedarf zu decken? (Dabei ist noch nicht einmal eingerechnet, dass zu der Zeit auch noch die Torpedokrise in den Griff zu bekommen ist.)

Weiter entspricht Dönitz als Kapitän z.S. im Rang dem eines Oberst im Heer. Man führe sich nun vor Augen, dass ein "popeliger" Regimentskommandeur, z.B. der des 31. Panzerregiments in Erfurt, mit dem aktuellen Staatsoberhaupt und dem Befehlshaber einer Teilstreitkraft, der er noch nicht einmal angehört, eine Diskussion vom Zaun bricht, ob und wie viele Panzer III und IV für die Bewaffnung seiner Truppe in Frage kommen.

Wie sieht es mit dem Ausgleich von Verlusten aus, die in der Zeit von Kriegsbeginn bis 1941 zu erwarten sind? Deutschland trat mit 57 Booten in den Krieg ein und verfügte im Februar 1941 nach Dönitz' Angaben über nur noch 22 Front-U-Boote. Setzt man eine unveränderte Effizienz der englischen U-Boot-Abwehr an, erhöht sich die Zahl der zu bauenden Boote und der benötigten Besatzungen mindestens um den Faktor 1,5.

Also Fragen über Fragen: Wie sehen Deine Lösungsvorschläge aus?

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Teddy Suhren

Hai

http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,647.0.html
Auch wenn Churchill diesen Spruch abgelassen hat an dem sich viele hochziehen. Fakt ist, die Engländer hätten symbolisch gesprochen nur den zweiten Arm hinterm Rücken hervorholen müssen...
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

U-Bootsuche

Zitat von: Schorsch am 08 März 2012, 05:40:26
Hallo Martin!

Zitat von: U-Bootsuche am 07 März 2012, 21:05:09
Im Grunde hast Du irgendwie schon Recht !
Das kannste dem "GRÖFAZ" und "Hermann Maier" verdanken die nicht auf Dönitz hören wollten als der zu Recht zu Kriegsbeginn 300 Atlantik U-Boote forderte und zwar schnellstmöglich und eine organisierte Zusammenarbeit mit weitreichenden Flugzeugen wie die FW 200 Condor !
1941/42 hätte diese Streitmacht, trotz Enigmawissen und Funksprucheinpeilungen den Engländern auch im Mittelmeer verdammte Probleme bereitet, was Churchill selber auch zugab !
Martin :MG:

Gleichen wir Deine Überlegungen 'mal mit den tatsächlichen Verhältnissen ab. Ziel soll also sein, Ende des Jahres 1941 eine Streitmacht von 300 Booten einsatzbereit zu haben.

Zum Jahreswechsel 1938/39 wird in Auswertung eines Kriegsspiels von Dönitz die Forderung nach den 300 Booten das erste Mal erhoben. Gleichzeitig wird von Dönitz eine Ausbildungszeit der Besatzungen von 3 Jahren erwartet.

Zu diesem Zeitpunkt ist das deutsch-englische Flottenabkommen, das die deutsche U-Boottonnage auf 24 000 ts begrenzt, noch in Kraft. 300 Boote im von Dönitz gewünschten Verhältnis von 3:1 von Booten mit 500 ts (Typ VII) zu Booten mit 750 ts (Typ IX) bedeuten, ohne den Bau irgendwelcher Spezialtypen, eine U-Bootstonnage von 168 750 ts, das heißt das Siebenfache der erlaubten Tonnage. Wie soll das politisch umgesetzt werden?

Das müsste es nämlich, da die Bauzeit der deutschen U-Boote, die bis zum 31.12.1941 in Dienst gestellt wurden, gemittelt über alle Typen, etwa 1,8 Jahre betrug. Auf welchen Werften hätten diese geforderten Boote gebaut werden sollen?

Es müsste mit einem Schlag mit der Ausbildung von ca. 14 000 Mann Besatzungen begonnen werden. Wo ist die dafür erforderliche Infrastruktur und wann soll sie geschaffen werden?

Wie sieht es mit dem Bedarf an Torpedos aus? Ist die deutsche Industrie in der Lage, binnen dreier Jahre einen entsprechenden Vorrat herzustellen und gleichzeitig den laufenden Bedarf zu decken? (Dabei ist noch nicht einmal eingerechnet, dass zu der Zeit auch noch die Torpedokrise in den Griff zu bekommen ist.)

Weiter entspricht Dönitz als Kapitän z.S. im Rang dem eines Oberst im Heer. Man führe sich nun vor Augen, dass ein "popeliger" Regimentskommandeur, z.B. der des 31. Panzerregiments in Erfurt, mit dem aktuellen Staatsoberhaupt und dem Befehlshaber einer Teilstreitkraft, der er noch nicht einmal angehört, eine Diskussion von Zaun bricht, ob und wie viele Panzer III  und IV für die Bewaffnung seiner Truppe in Frage kommen.

Wie sieht es mit dem Ausgleich von Verlusten aus, die in der Zeit von Kriegsbeginn bis 1941 zu erwarten sind? Deutschland trat mit 57 Booten in den Krieg ein und verfügte im Februar 1941 nach Dönitz' Angaben über nur noch 22 Front-U-Boote. Setzt man eine unveränderte Effizienz der englischen U-Boot-Abwehr an, erhöht sich die Zahl der zu bauenden Boote und der benötigten Besatzungen mindestens um den Faktor 1,5.

Also Fragen über Fragen: Wie sehen Deine Lösungsvorschläge aus?

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch

Man hätte eben alles auf die U-Bootwaffe setzen müssen,auch mit der Weiterentwicklung neuer Typen. Keine Dickschiffe mehr, außer man hätte wenigstens zu den gebauten noch die 2 Flugzeugträger zu Ende bauen sollen.
Deutschland hat erst viel zu spät seine ganze Kraft für die Rüstung hergegeben im Gegensatz zu England und Russland.
Im Grunde fing Deutschland doch rüstungstechnisch erst ab 1943 mit voller Kraft und Ernstes zu produzieren. Die Nazis waren Träumer und Spinner und verzettelten sich in viel zu viele Einzelprojekte. Erst Speer hat 1944 da so richtig Schwung in den Laden gebracht, wer weiß was 1940 schon möglich gewesen wäre ?
Dönitz war kein "popeliger" Regimentskommandeur, er war von Anfang Führer der U-Boote, später BDU dann der gesammten Flotte. Das Problem war Hitler und Raeder konnten oder wollten ihn nicht verstehen! Dönitz fester Glaube an die verschlüsselten Sprüche und deren "Nichtabhörbarkeit" war sein großer Fehler. Trotz genauer Hinweise konnte er es bis Kriegsende nicht verstehen, obwohl selbst die Deutschen oft die Englischen Funkcodes selber knacken konnten !
Martin :MG:

U-Bootsuche

Zitat von: harold am 08 März 2012, 03:00:44
"...einer braucht immer alles schriftlich und wir wissen doch ganz genau das dies nicht immer möglich ist, auch wegen "Political Correctnes" und den vielen verschlossenen Archiven die von den Alliierten nicht freigegeben werden !
Und auch an "Stammtischdiskussionen" ist nicht immer alles verkehrt."


Tscha, ich weiß nicht, was Du Dir von unserem Forum erwartet hast?

Aber wir haben's hier doch etwas präziser:

- wir wollen's immer gern schriftlich (sprich: exakte oder nachvollziehbare Quellen),

- zu denselben gehören auch die "vielen verschlossenen und nicht freigegebenen..." (das mag für einen Stand ~1960 zutreffen ... oder entsprechend verstaubte Heftchen im Regal), also wir orientieren uns hier in der Mehrheit an allem Zugänglichen in der Gegenwart;

- bei uns ist niemand nur so flach "politically" korrekt, sondern die meisten sind bei bestem Hausverstande, dies heißt auch, dass

- das angebräunte Gesocks mit seinen vergammelten Stammtisch-Argumenten hierorts nicht direkt rausgeschmissen wird,
sondern nach erwiesenem Blödigkeits-Nachweis (durch eigenes Geschreibsel) hier gut dokumentiert bleibt, notabene: nicht nur dokumentiert, sondern auch entsprechend kommentiert.

Es bleibt Dir natürlich völlig unbelassen, Dönitz' "10 Jahre u 20 Tage" als primäre Quelle Deiner Erkenntnisse abzuschöpfen - vorausgesetzt, Du möchtest Deine historischen Einsichten im Horizont der späten 50-er-Jahre festgefroren sehen.-
Was würdest Du mir sagen, wenn ich Dir meinen "up-to-date Conti-Atlas von 1958" zeigte, nach welchem ich heutzutage meine Routen durch Europa planen möchte? - Eben!
:MV:



Schön geschrieben !
Doch nenne mir doch Quellen oder neuste Erkenntnisse die Du/Ihr habt außer den von mir verstaubten "Churchill/Dönitzquellen"
Manche fahren auch mit aktuellen "Navis" immer noch ins Wasser oder ewig im Kreis !!

Urs Heßling

#12
moin,

Zitat von: U-Bootsuche am 08 März 2012, 08:45:36
Schön geschrieben !

So ist es ! Da stimme ich Dir voll und jede Ironie zu.

[ich erlaube mir einmal ausnahmsweise  :wink:, Harold, Deiner nächsten Antwort - ein  :TU:) für die vorhergehende - vorzugreifen]

Zitat von: U-Bootsuche am 08 März 2012, 08:45:36
Doch nenne mir doch Quellen oder neuste Erkenntnisse die Du/Ihr habt außer den von mir verstaubten "Churchill/Dönitzquellen"
Fangen wir einfach mal mit einem "Klassiker"  top  :MG: an ..http://www.zvab.com/offers/salewski-seekriegsleitung.html

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Schorsch

Hallo Martin!

Zitat von: U-Bootsuche am 08 März 2012, 08:41:29
Man hätte eben alles auf die U-Bootwaffe setzen müssen,auch mit der Weiterentwicklung neuer Typen. Keine Dickschiffe mehr, außer man hätte wenigstens zu den gebauten noch die 2 Flugzeugträger zu Ende bauen sollen.
Deutschland hat erst viel zu spät seine ganze Kraft für die Rüstung hergegeben im Gegensatz zu England und Russland.
Im Grunde fing Deutschland doch rüstungstechnisch erst ab 1943 mit voller Kraft und Ernstes zu produzieren. Die Nazis waren Träumer und Spinner und verzettelten sich in viel zu viele Einzelprojekte. Erst Speer hat 1944 da so richtig Schwung in den Laden gebracht, wer weiß was 1940 schon möglich gewesen wäre ?
Dönitz war kein "popeliger" Regimentskommandeur, er war von Anfang Führer der U-Boote, später BDU dann der gesammten Flotte. Das Problem war Hitler und Raeder konnten oder wollten ihn nicht verstehen! Dönitz fester Glaube an die verschlüsselten Sprüche und deren "Nichtabhörbarkeit" war sein großer Fehler. Trotz genauer Hinweise konnte er es bis Kriegsende nicht verstehen, obwohl selbst die Deutschen oft die Englischen Funkcodes selber knacken konnten !
Martin :MG:

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Dein letztes Posting haarscharf an der Beantwortung meiner Fragen vorbeischrammt.

Zunächst noch einmal die Situation, aus der die dönitzsche Äußerung zu den 300 U-Booten und dem zwangsläufig daraus folgenden deutschen Sieg im WK II eingeschätzt werden soll: Wir befinden uns zeitlich am Jahreswechsel 1938/39, dem F.d.U. ist gerade mitgeteilt bekommen, dass England nun doch plötzlich der Hauptgegner in einem zukünftigen Konflikt sein wird und der Z-Plan ist dabei anzulaufen.

Jetzt tönt es plötzlich wie Donnerhall aus Kiel-Wik: ,,Alles kehrt! Wir machen das ab sofort alles ganz anders!" Wen sollte das interessieren!? Dönitz war nicht ohne Grund als Nicht-Admiral auf den (zunächst) untergeordneten Posten des F.d.U. kommandiert worden. Was ist mit den anderen 80 Kapitänen zur See, von denen der eine oder andere wahrscheinlich auch seine Denkschriften verfasst haben wird, wie werden deren Anliegen vom Führer umgesetzt, die jeweiligen Prioritäten bestimmt? Was, wenn der F.d.M., Kpt. z.S. Ruge sich in den Kopf gesetzt hätte, Deutschland kann einen Krieg nur durch den verstärkten Einsatz der Minenwaffe gewinnen und den Ausbau seiner Truppe um 800% fordert!?

Als nächstes weise ich noch einmal auf die aktuelle Zeit hin: 1938! Bis 1943, ehe Speer sein Programm durchziehen kann, wird noch viel Wasser die Schwentine herabgeflossen sein. Selbst wenn man Speer schon ab 1940 die deutsche Wirtschaft umstrukturieren lässt, ist die Hälfte der Zeit bis zu den 300 Booten verstrichen; Zeit, in der verhältnismäßig wenig in Sachen U-Boote passiert sein und die Werftsituation sich noch weiter verschärfen wird.

By the way, zur Einstellung des Baus von Dickschiffen hätte ich gern von Dir gewusst, welche Schiffe davon betroffen sein sollen. Bismarck läuft im Februar 1939 vom Stapel, Tirpitz im April. Admiral Hipper, Prinz Eugen und Blücher sind der Ausrüstung, Seydlitz liegt bis Januar 1939 noch auf der Helling, Lützow bis Juli 1939. Deren Bau soll also im Fertigungszustand von 60..95% gestoppt und die Schiffe, bis auf die Ausnahme Seydlitz, verschrottet werden? Wenn nicht, frage ich mich, welche Dickschiffe Deinem Rotstift zum Opfer fallen sollen, denn danach kam ohnehin nichts mehr Großes mehr zu Wasser. Wo ist also die freie Werftkapazität für die 300 U-Boote (zzgl. Ersatz der Kriegsverluste und dem Bau der beiden Flugzeugträger)?

Abgesehen davon würde mich natürlich auch noch interessieren, welches Aufgabenprofil den Flugzeugträgern zugewiesen werden soll, wie erfolgt der Durchbruch in den Atlantik, wie sieht dort die Logistik aus und wie erfolgt der effiziente Einsatz der noch völlig unerprobten Waffensysteme? Welche Flugzeuge bilden die Geschwader an Bord und wann und von wem wurden diese entwickelt und bis zur Einsatzreife gebracht?

Ehe ich es aus den Augen verliere, ein paar Fragen sind immer noch unbeantwortet. Zur Erinnerung noch einmal kurz die Stichpunkte:

- Reaktion Englands auf den Bruch des Flottenabkommens
- Ausbildung der Besatzungen
- Torpedoversorgung der 300 Boote
- Ausgleichen der Verluste bis Ende 1941

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

U-Bootsuche

Zur Beruhigung, ich hatte geschrieben die großen Schiffe zu Ende bauen und die 2 Flugzeugträger um einen gewissen Gegenwert gegen England zu erhalten und versuchen den 300 Boote Plan durchzudrücken, die Verluste bis Ende 1941 waren ja wohl nicht der Rede wert, wenn man die Jahre danach vergleicht, nur mit dieser Macht an U-Booten und besser organisierter Seeaufklärung wäre kaum ein Konvoi ungerupft über den Atlantik gekommen ! Wie Deutschland das organisieren wollte ist eine andere Frage, aber wo ein Wille da ist eben auch ein Weg, vor allem hätte man die Finger vom Osten lassen sollen, die Panzer-und Flugzeugvielfalt verkleinern/vereinfachen sollen, keine unnötigen Riesenpanzer die auf keinen Zugwaggon mehr passten ohne Kettenwechsel, oder so Krankheiten wie die z.b HE 177, aber darüber kann man stundenlang schreiben ! :MG:

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