Wie war die Situation Warschauer Pakt – Nato im Hinblick auf die Ostseeausgänge?

Begonnen von Albatros, 30 März 2013, 20:11:22

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2M3

ZitatDes weiteren würde ich gern vorschlagen, das nächste Treffen des Forums in Peenemünde durchzuführen. Dort können wir (Olaf und ich) Euch vor Ort an Bord 1241 und an Bord des U-Bootes alles wesentlich leichter erklären und zeigen, als es sich hier schreiben lässt. Muss ja nicht gleich morgen sein, vielleicht im Herbst?
Herbst ist gut. Ich bin dabei

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

2M3

Zitat von: Urs Heßling am 05 Mai 2013, 09:53:21
moin,

Zitat von: Spee am 05 Mai 2013, 09:39:36
bitte weiter mit solchen Informationen  top !
Dem schließe ich mich von ganzem Herzen an.

Offensichtlich gibt es im Kreise unserer "Russen" auch ehemalige Kommandanten von Schlagkräften der Volksmarine. Es wäre sehr interessant - und sicher nicht nur für mich - über ihre Erfahrungen mit Booten von Proj. 205, 206 und 1241 mehr zu erfahren, vielleicht vergleichbar mit dem "Zobel-Klasse"-Thread.

Gruß, Urs

Kleiner Buchtip - @der erste ist Mitautor von diesem Buch. Habe ich mir auch auf Empfehlung eines Ex-Rommel-Fahrers in einem anderen Forum angeschafft. Viele Eurer Fragen werden da zur Styx und ihren Trägerschiffen und -booten inklusive Taktik, Einsätze und Unfälle beantwortet  top.

Frank

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Urs Heßling

moin, Frank

Zitat von: 2M3 am 05 Mai 2013, 16:35:14
Habe ich mir auch auf Empfehlung eines Ex-Rommel-Fahrers in einem anderen Forum angeschafft.
Empfehlung ist berechtigt :MG:.  Ich hatte mir das Buch zuerst bei Jochen (hillus) ausgeliehen und dann auch selbst zugelegt; es liegt gerade vor mir auf dem Tisch.

Aber eigene Erfahrungen wären noch etwas Anderes ... außerdem kommt die Volksmarine darin eher kurz vor.

Ich erinnere mich an einen Artikel in einem Jahrbuch (?), in dem von einem Raketenschießen der Proj. 205-Boote berichtet wurde. Nach 2 Schüssen war angeblich alles "enttäuscht", daß das Zielboot nur ein Einschlagloch aufwies, bis man auf der anderen Seite 2 Austrittslöcher fand  :-D ...
War das z.B. wirkliches Geschehen oder nur eine Propaganda-Story ??

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

der erste

Wäre schön, wenn Du noch wissen würdest, welches Jahrbuch das war?
Raketenschießen fanden jedes Jahr statt. Und fast jeder, der auf einem Raketenschnellboot in der VM diente, hat in seiner Borddienstzeit mindestens ein Raketenschießen erlebt. Fast jeder, weil auch Boote auf Grund technischer Mängel ausfielen, dafür andere fuhren. Es gab auch mindestens 2 Schießen, die außerhalb der normalen Routine stattfanden. 1970, während des Manövers Waffenbrüderschaft wurde vor Usedom eine geschossen (allerdings nur mit Zünden Startriebwerkes), und 1979, aus einer Kommandostabsübung heraus wurde direkt nach Baltijsk gefahren, geschossen, und nach dem Schuss ging es sofort wieder zurück.
Mein erstes Schießen war auch 1979, aber zum normalen Raketenschießabschnitt(RSA), da war ich Offiziersschüler im Praktikum auf der 751. Genau in dem Moment als der Kommandant den Startknopf drückte, brannte eine Sicherung im Kasten 72 K auf der Brücke durch. Die Steckverbindung zu diesem Kasten war die letzte, die an Bord vor dem Schießen verbunden wurde. Die Kästen konnten leicht durch eine Hebelmechanismus geöffnet werden. Geistesgegenwärtig überbrückte der Oberoffizier für Raketenbewaffnung der Flottille, der mit in der Brücke war, mit 2 Fingern den Kontakt und die Rakete ging von Bord. Hätte ich es nicht selbst gesehen, würde ich es nicht glauben. Es war übrigens derselbe, der als I.WO mal aus Versehen eine Rakete vor Darsser Ort schoss und dann für eben diesen Kasten eine Sicherungsvariante ersann, damit so etwas nicht wieder passieren konnte.
Es gingen übrigens nicht immer alle Raketen von Bord. 1988 z.b., ich war gerade Diensthabender Brigade, als sich mein Dienstzimmer mit allen möglichen Spezialisten aus der Flottille, dem Kommando, aus der Technischen Basis Hanshagen füllte. Nicht zu vergessen Verwaltung 2000. Grund war das Einlaufen der 572, welche vom Raketenschießen aus Baltijsk zurückkam und eine nicht verschossene Rakete wieder mit zurück brachte. Der Grund dafür war, das die an Bord befindliche Batterie während des Abarbeitens der Startroutine an Bord der Rakete nicht aufgeladen wurde.
Aber wieder mal zurück, wie sah das denn in der BM aus?

Trimmer

Hallo " der erste "  - nur als kleine Ergänzung für Leser der damaligen anderen Feldpostnummer. Verwaltung 2000 - ( auch V Null) waren die Verbindungsoffiziere NVA - MfS. Könnte man vielleicht mit dem MAD in Punkto Aufgabenbereich vergleichen.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Urs Heßling

#50
moin,

Genau so meinte ich es mit "Erinnerungen"  top :MG:

Zitat von: der erste am 06 Mai 2013, 09:40:32
Wäre schön, wenn Du noch wissen würdest, welches Jahrbuch das war?
meine Erinnerungszellen sagen : 1975, 1976 oder 1977.

Zitat von: der erste am 06 Mai 2013, 09:40:32
Aber wieder mal zurück, wie sah das denn in der BM aus?
Ich habe nie ein MM 38-Schießen mitgemacht.
In jedem Jahr fuhr nur ein Schnellbootsgeschwader (von vieren) in die Biskaya zum Schießen. Wenn man "Pech hatte", verpaßte man (in diesem Fall: ich) bei einer zweijährigen Landverwendung zwischen IWO- und Kommandantenzeit die Möglichkeit, BULLDOG AWAY zu erleben.

In meiner ersten Kommandantenzeit war ich Torpedooffizier des Geschwaders. Diese Verwendung gab es bei den neuen Schnellbooten der Klasse 143A nicht mehr.

Zitat von: der erste am 06 Mai 2013, 09:40:32
.. da war ich Offiziersschüler im Praktikum auf der 751. ..
Grund war das Einlaufen der 572, ..
Quelle Breyer / Lapp gibt an: 751 = Paul Wieczorek [205] , 572 = Rudolf Egelhofer [1241]
War das bei Euch im "normalen Sprachgebrauch"  üblich, Nummern und nicht Namen zu nutzen ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

der erste

Ja, Nummern waren einfacher zu merken als die Namen.
Mein 3. Raketenschießen fiel für mich auch ins Wasser, da die Lufttrocknungsapparatur für die P-22 ausfiel.

Urs Heßling

moin,

Zitat von: der erste am 06 Mai 2013, 09:40:32
Genau in dem Moment als der Kommandant den Startknopf drückte, brannte eine Sicherung im Kasten 72 K auf der Brücke durch. Die Steckverbindung zu diesem Kasten war die letzte, die an Bord vor dem Schießen verbunden wurde. Die Kästen konnten leicht durch eine Hebelmechanismus geöffnet werden. Geistesgegenwärtig überbrückte der Oberoffizier für Raketenbewaffnung der Flottille, der mit in der Brücke war, mit 2 Fingern den Kontakt und die Rakete ging von Bord. Hätte ich es nicht selbst gesehen, würde ich es nicht glauben.
sowas hätte bei uns zum Spitznamen "der Leitende" geführt  :MZ: :ML: :MLL:

Gruß, Urs
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Spee

Servus,

War das bei Euch im "normalen Sprachgebrauch"  üblich, Nummern und nicht Namen zu nutzen ?

Meines Erachtens auch ein grober Fehler der VM/NVA. Politisch motivierte Namen ohne wirklich bekannt zu sein bzw. einen Klang zu haben. "Paul Wieczorek"  :? ? Ist das ein Fischkutter vom VEB Kombinat "Rote Sprotte"? (Die "Lützower" (KHG-5) waren besser dran.)
Nummern waren beim Heer recht angesagt, damit war klar, wie wichtig dein Fahrzeug ist. Grundregel: "Je mehr NULL desto wichtig!"  :-D .
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

der erste

Du hast Recht, viele Namen waren nicht allgemein bekannt.
Otto Tost (731) und Paul Wieczorek waren z.B. Kommandeure der Volksmarinedivision. Mit dem Bruder von Fritz Globig (573), Erich Globig, war ich persönlich bekannt, er und mein Großvater waren Freunde. Beliebt waren Städtenamen, da waren auch die Patenschaftsbeziehungen besser. 

olpe

Zitat von: der erste am 06 Mai 2013, 11:15:58
Ja, Nummern waren einfacher zu merken als die Namen.
Hallo,
... jo, im VM-Marinegesprächle ging es sogar noch kürzer: war das 4. Schiff einer Abteilung gemeint (z.B. die pennant number [244]), wurde von der "Vier" gesprochen ... gern aber auch die erste Nummer vorher abgetrennt ... das klang dann so:  die "Zwo-Vierundvierzig" ...  Klang auch besser, wenn (beispielhaft) gesagt wurde: "Mann, der Bootsmann von der "Drei" kam heute aber wieder rattendicht von Land ... !" ... als: "Der Genosse Bootsmann der "RIBNITZ-DAMGARTEN" ist aber heute wieder etwas angeheitert ... "  :-D :-D
Grüsse
OLPE

Blinki

Bei uns im Geschwader war es genau gegenläufig, da hiess es der IWo vom "Nerz", oder der Kommandant vom "WieselW oder wer auch immer gemeint war.

2M3

Passt vielleicht zum Thema, mit welchem Verhalten der Schweden rechnete man auf beiden Seiten eigentlich beim vermuteten Angriff des WV auf die Ostseeausgänge insbesondere im Bereich Öresund? War es nicht eine Urangst der Schweden, dass bei einer erfolgreichen Abwehr eines Angriff des WV durch die NATO dieser eine Umgehung über schwedisches Territorium versuchen könnte? Vielleicht weis jemand inzwischen genaueres, gern auch als Link.

Frank

Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

der erste

Keine Ahnung, aber bei den Planungen der 50er, 60er und 70er Jahre mit Einsatz von Massenvernichtungsmitteln wären diese ja Grenzüberschreitend gewesen. Damit wäre automatisch auch Schweden mit involviert.
Es wird hier immer von Angriffshandlungen des WV ausgegangen, dann muss es von Seiten der NATO ja Gegenvarianten gegeben haben. Wie war das denn dort? Oder gibt es dazu schon was hier im Forum?

Big A

Zitatdann muss es von Seiten der NATO ja Gegenvarianten gegeben haben. Wie war das denn dort?

Ich sag mal so: Es ging von der "Massive Retaliation" (massive Vergeltung) hin zur Flexible Response (Flexible Antwort) und weitere Stichworte wären O-Plan 23001 etc.

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

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