Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.

Begonnen von Albatros, 24 Juni 2013, 13:31:16

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hillus

Moin Manfred,

die sowjetische Seekriegsflotte verfügte in ihren besten Zeiten über ein Netz von Versorgungspunkten. Sie nannten sich PMTO-Punkt materiell-technischer Sicherstellung (russisch - ПМТО - пункт материально-технического обеспечения) oder eben in englisch "point of the material and technical provision". Über diese Punkte wurde die gesamte Versorgung und schiffstechnische Hilfe sichergstellt. Alle anderen bekanntgewordenen Aufenthalte von sowjetischen Kriegsschiffen erfuhren eine operative Lösung über die jeweiligen Häfen, Flottenkommandos oder, wenn notwendig, über die Regierungen.

Die sowjetische Seekriegsflotte verfügte über folgende offizielle PMTO's:
- Hafen von Luanda in Angola
- die äthiopische Insel Dachlak
- Hafen von Berbera in Somali
- Reede der Insel Sokotra von Nordjemen
- die Häfen Mers-Matruch und Port Said in Ägypten
- die Häfen Tartus und Latakia in Syrien

Für die rückwärtige Versorgung und Schiffsreparaturen standen zur Verfügung:
- Cam Ranh in Vietnam
- Split und Tivat in Jugoslawien
- Alexandria in Ägypten
- Tripoli und Tobruk in Libyen
- Bizerta und Sfax in Tunesien

Bis bald!

Jochen

Trimmer

Hallo Jochen - war Cuba nicht auch ein PMTO-Punkt oder war das nur geplant

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

hillus

Hallo Achim,

ich habe weder eine offizielle, noch eine inoffizielle Meldung darüber, ob in Cuba ein PMTO geplant war. Aber nach dem Desaster der Cuba-Krise, war das wohl auch nicht mehr möglich.
Zu bezweifeln ist allerdings nicht, dass Cuba allen sowjetischen und heute russischen Kriegsschiffen eine umfassende Hilfe zukommen ließ.
Die Flottenbesuche russischer Kriegsschiffe florieren ja bis heute.

Obwohl heute immer mehr aus den Archiven bekannt wird, wurde darüber nur wenig geschrieben. Auch in den neuesten Büchern, die Axel aus St. Petersburg zu diesem Thema mitbrachte, habe ich nichts gefunden.

Bis denne!

Jochen

hillus

Hallo Achim,

wenn Du bei Kuba etwas tiefer in die Materie eindringen willst, dann empfehle ich Dir das hier: http://alerozin.narod.ru/ !

Dort kannst Du, allerdings nur in Russisch-also den niedlichen kyrillischen Schriftzeichen- zwei sehr intensive Artikel finden.
Sie sind in der Gesamtaufstelung der Artikel im linken Seitenstreifen zu finden.

Gruß

Jochen

Trimmer

Hallo Jochen - ich habe mir schon einen ersten Überblick verschafft - toller Hinweis von Dir top Die "niedlichen " Schriftzeichen nehme ich doch da gerne in kauf  :-D  Wie die Beziehung Cuba - Russland heute ist  :/DK: Castro fühlte sich ja auch ziehmlich verraten von dem Herrn mit dem Muttermal

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Zitat von: hillus am 13 September 2013, 13:51:56
Moin Manfred,

die sowjetische Seekriegsflotte verfügte in ihren besten Zeiten über ein Netz von Versorgungspunkten. Sie nannten sich PMTO-Punkt materiell-technischer Sicherstellung (russisch - ПМТО - пункт материально-технического обеспечения) oder eben in englisch "point of the material and technical provision". Über diese Punkte wurde die gesamte Versorgung und schiffstechnische Hilfe sichergstellt. Alle anderen bekanntgewordenen Aufenthalte von sowjetischen Kriegsschiffen erfuhren eine operative Lösung über die jeweiligen Häfen, Flottenkommandos oder, wenn notwendig, über die Regierungen.

Die sowjetische Seekriegsflotte verfügte über folgende offizielle PMTO's:
- Hafen von Luanda in Angola
- die äthiopische Insel Dachlak
- Hafen von Berbera in Somali
- Reede der Insel Sokotra von Nordjemen
- die Häfen Mers-Matruch und Port Said in Ägypten
- die Häfen Tartus und Latakia in Syrien

Für die rückwärtige Versorgung und Schiffsreparaturen standen zur Verfügung:
- Cam Ranh in Vietnam
- Split und Tivat in Jugoslawien
- Alexandria in Ägypten
- Tripoli und Tobruk in Libyen
- Bizerta und Sfax in Tunesien

Bis bald!

Jochen

Hallo Jochen,

was ist denn mit Malta und Syros, worunter fielen die denn?

:MG:

Manfred

Kaschube_29

Moin Manfred,

Malta ist ein "normaler" Anlaufhafen ohne ständige russische Militärpräsenz in Form von dort befindlichen Marineangehörigen; dort gab es die Versorgung über normale Schiffsagenten und die Betreuung durch das Konsulat/ die Botschaft.

Auch in Syros gab es kein ständiges russisches Verbindungskommando, das die entsprechenden Reparaturaufträge ständig betreut hat.

Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!


Albatros

Vielleicht wir hier wieder etwas belebt........

Laut der Passauer Neuen Presse macht Griechenlands Regierungschef Tsipras ja keinen Hehl daraus, wie er die künftigen Beziehungen mit Moskau sieht, sie sollen einen Frühling erleben. Er tritt damit eventuell in die Fußstapfen von Sozialistenführer Andreas Papandreou. Dieser hatte ja vor 35 Jahren Absprachen mit Moskau getroffen , danach durfte die russische Mittelmeerflotte in griechischen Gewässern ankern, und Kriegsschiffe durften griechische Werften ( Syros ) anlaufen.
Man fragt sich, ob nicht eine Marinebasis auf einer griechischen Insel zu einem Geschäft gehören könnte um wieder Kohle in die leeren Kassen zu bekommen. Angesichts des Bürgerkriegs in Syrien dürfte Moskau sicher längst nach einer Alternative für seinen Stützpunkt in Tartus suchen.
Hat man da schon etwas in russischen Medien vermeldet?

:MG:

Manfred

Kaschube_29

Moin Manfred,

im Moment ist es absolut ruhig an der "Meldungsfront" bezüglich der Suche nach Alternativen zu Tartus, denn:

- Limassol (Zypern) wird häufig als Anlaufhafen genutzt zum Auffrischen der Vorräte (und dem Vertreten der Besatzungen an Land). Weitere häufige Anlaufhäfen sind im Mittelmeerbereich Malta und Ceuta (Spanien). Im Indischen Ozean wird häufiger der Hafen von Salalah (Oman) genutzt.

- weiterhin werden bis zu vier Wochen dauernde Werftaufenthalte von russischen Kriegsschiffen, die im Mittelmeerverband eingesetzt werden, im Bereich von Sewastopol durchgeführt. Hauptsächlich werden die Kapazitäten der Marinewerft "13.Schiffsinstandsetzungswerk" genutzt.

- außerdem setzt man in Rußland weiterhin auf die gegenwärtige Assad-Regierung in Syrien, die auch schon sehr lange im Westen tot geschrieben worden ist.

Gegenwärtige Regierungspolitik der Russischen Föderation ist, längere Werftaufenthalte nicht im Ausland durchzuführen, sondern eigene Werftkapazitäten zu beschäftigen, auch wenn dies etwas länger dauert; das gegenwärtig letzte russische Kriegsschiff, das im Ausland einen Werftaufenthalt durchläuft, ist das Schulschiff "Perekop" ("Перекоп"), das in Varna (Bulgarien) im Verlauf von zwei Jahren überholt wird und in diesem Jahr die Werftliegezeit beenden soll.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)

Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

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