"Kerch" (? / Kara-Klasse) brennt in Sevastopol ...

Begonnen von OWZ, 06 November 2014, 03:35:56

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olpe

Hallo,
vielen Dank für den link ...
Unten ein weiterer Clip. Das Feuerlöschboot an Backbordseite der "KERCH" kühlt den Rumpf in Höhe des achteren Maschinenraumes der Gasturbinenanlage ... es ist zu schlußfolgern, dass es sich um einen Maschinenraumbrand handelt oder ein Brand im Bereich der Abgasrohre.
Brand auf der "KERCH"
Grüsse
OLPE

der erste


Das Feuer brach bei Arbeiten im Maschinenraum während der Werftliegezeit aus. Verletzte und Tote gibt es nicht. Innerhalb von 2 Stunden war es gelöscht. Der Grund wird ermittelt.
http://www.newstube.ru/media/pozhar-na-korable-kerch-v-sevastopole-tushili-v-techenie-2-chasov

Kaschube_29

Inzwischen tauchten auch Meldungen auf, nach denen die betroffene Fläche über 500 m² ausmachte; als Grund für den Brand wird auch angegeben: wehrpflichtige Matrosen wollten ihre nasse Bekleidung in der Nähe von Dieselgeneratoren trocknen; diese Bekleidung fing dann Feuer...

Es tauchen inzwischen in russischen Kreisen auch Meinungen auf, die den Sinn der Wiederherstellung des Kriegsschiffs in Frage stellen...

siehe hier: http://flot.com/news/navy/?ELEMENT_ID=174365
und: http://flot.com/news/navy/?ELEMENT_ID=174423

Tatsächlich macht eine Wiederherrichtung des "großen U-Bootabwehrschiffs" "Kerch´" ("Kepчь") meiner Ansicht nach nur wenig Sinn; die russische Seekriegsflotte sollte sich auf die Indienststellung der neuen "Krivak-IV"-Wachschiffe konzentrieren, als sich diesen "Oldie" noch anzutun...

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

olpe

Hallo,
Zitat von: Kaschube_29 am 06 November 2014, 23:08:10
... wehrpflichtige Matrosen wollten ihre nasse Bekleidung in der Nähe von Dieselgeneratoren trocknen; diese Bekleidung fing dann Feuer ...
... kleine Ursache, große Wirkung ...  :-D ...

Zitat von: Kaschube_29 am 06 November 2014, 23:08:10
Es tauchen inzwischen in russischen Kreisen auch Meinungen auf, die den Sinn der Wiederherstellung des Kriegsschiffs in Frage stellen...
... in der Tat, dieses Schiff hat seine Zeit gehabt, es sollten nun modernere Einheiten im (finanziellen) Focus stehen ...
Als Nachklang hier die "KERCH" an einer Festmacherboje in Sevastopol.
Grüsse
OLPE

Tostan

Zitat von: olpe am 07 November 2014, 00:07:38
... in der Tat, dieses Schiff hat seine Zeit gehabt, es sollten nun modernere Einheiten im (finanziellen) Focus stehen ...

Vermutlich wäre das Schiff wohl(wie die anderen der Klasse) schon längst nicht mehr im Dienst, wenn es nicht die Schwarzmeerflotte mit ihrem Heimathafen im Ausland wäre.... Aber der Grund, diese "Oldtimer" zu erhalten, ist ja nun weggefallen. Ähnlich ist es wohl z.B. mit der Smetliwy....


Gonzo

Wie meinst du das Tostan? Sollte im Auslandshafen keine moderne Technik stationiert werden oder welchen Grund gab es deiner Meinung nach sonst noch?
Gibt es denn inzwischen was neues zur Kerch? Ich meine gelesen zu haben das Ende letzten Jahres die Verschrottung beschlossen worden wäre.

der erste

Der Kreuzer "Moskva" geht dieses  Jahr in die große Werftliegezeit. Da er Flottenflaggschiff ist sollte diese Funktion in seiner Abwesenheit die "Kerch" ,ebenfalls Schiff 1. Ranges, übernehmen. Das hat sich auf Grund des Feuer erledigt.

Tostan

Zitat von: Gonzo am 11 Januar 2015, 19:28:25
Wie meinst du das Tostan? Sollte im Auslandshafen keine moderne Technik stationiert werden oder welchen Grund gab es deiner Meinung nach sonst noch?

Da gab es diverse Einschränkungen im Vertrag über die Stationierung der Schwarzmeerflotte. Das ganze war hier letztes Jahr schon mal angesprochen worden: http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,10988.msg245803.html#msg245803

Gonzo

Danke für die Antwort. Jetzt sehe ich klarer. Den Mistral-Thread hatte ich noch nicht durchgelesen, das hole ich gerade nach.

Da hat es die Russen bei den Großkampfschiffen aber letztes Jahr ganz gut gebeutelt. Was da jetzt dauerhaft oder wenigstens vorübergehend nicht zur Verfügung steht an Schiffen die mehr oder weniger fest eingeplant waren. Ich fasse mal zusammen, Kerch abgebrannt, Ankauf der Ukraina gescheitert, Instandsetzung von 2 Kirows nicht mehr möglich und die Lieferung der 2 Mistrals vorläufig gestoppt. Ich denke ja mal die 2 Mistrals werden über kurz oder lang noch kommen, aber mit den 4 Kreuzern wird es wohl nichts mehr. Wenn man sich dann die Habenseite ankuckt mit 1 Kuznezow, 2 Kirow und 3 Slawa ist das ein Wegfall von 50% bei den Großkampfschiffen innerhalb eines Jahres. Heftig, oder?

hillus

Hallo Gonzo,

Dein Interesse an Informationen aus dem Bereich der Russischen Seekriegsflotte ist interessant. Auch Deine Gedanken des Vergleiches der größeren Einheiten sind lobenswert. Nur selten wurden bisher solche Vergleiche geäußert.

Vielleicht ein paar weitere Gedanken zu Deinen Darlegungen:
1. Was die Russen schreiben, ist die eine Seite, was dann tatsächlich passiert die andere Seite. Was die KIROV's betrifft, also das Projekt 1144, dann war den Fachleuten eigentlich von vornherein klar, dass eine Wiederherstellung des ADMIRAL USHAKOV ex KIROV und des ADMIRAL LAZAREV ex FRUNZE nicht realistisch ist. Ich verweise hier auf bereits zu diesem Thema im Forum gemachte Aussagen. Letztlich hat sich das auch so ergeben, denn der ADMIRAL USHAKOV ex KIROV wurde inzwischen zur Verwertung freigegeben und der ADMIRAL LAZAREV ex FRUNZE ist zwar noch nicht zur Verwertung freigegeben, aber man schätzt inzwischen ein, dass er nicht reparabel ist.

2. Es ist richtig, die ausgebrannte KERCH ist so stark beschädigt, dass die Verwertung vorgeschlagen wurde. Allerdings sind die Russen immer für Überraschungen gut und auch wenn die KERCH in den Hochofen wandert, könnte durchaus einer der herumliegenden desaströsen Kreuzer neues Leben eingehaucht bekommen. Als z. B. die MOSKVA sich mit dem PYOTR VELIKIY in Fernost trafen, dachten auch alle, jetzt werden der MOSKVA und VARYAG (Projekt 1164) in der Pazifik Flotte zusammengefasst. Waren doch die Worte Putins in unserem Ohr, dass sich die strategischen Schauplätze nach Fernost verlagern. Es kam eben nicht so!!!

3. Vielleicht, obwohl kaum sinnvoll, wird man wieder den Erwerb der UKRAINA erneuern. Machbar im Moment durchaus möglich, denn die UKRAINA würde bei allen festgefahrenen politischen Lösungswegen des Ukraine-Konfliktes etliches Geld in die Staatskasse der Ukraine spülen.

4. Ich meine auch und so war auch heute in der russischen Presse zu lesen, werden die MISTRAL's nach der Bewältigung der Ukraine-Krise in Russland eintreffen. Die Frage ist doch, wollen die Russen dann noch diese Schiffe?? Letztlich pfeift doch die Bauwerft in St. Nazaire auf dem letzten Loch und der Bau dieser Schiffe hat sie faktisch vor dem Konkurs gerettet.

5. Ich meine, die Russen haben bei aller Bescheidenheit der tatsächlichen Realität ihrer Ziele, durchaus gelitten, aber sie werden ihre Ziele beharrlich realisieren. Es wird natürlich alles länger dauern und leider ist auch keine Korrektur der Rüstungsziele zur See zu erkennen.

hillus

Gonzo

Danke Hillus für deine Ausführungen. Ich hatte gehofft das sich einer der Russlandkenner meiner Gedanken annimmt und mal schaut ob ich nicht zu großen Unsinn verzapft habe. Sicher ist die Lage nicht so dramatisch wie es die 50% erstmal aussagen, denn es handelt sich bei den nun ausgefallenen Schiffen ja nur bei der Kerch um ein aktives Schiff. Die anderen Oldtimer und Neubauten standen der Flotte ja bisher schon nicht zur Verfügung und werden es nun eben auch künftig nicht tun.

1. Deine Gedanken zu Admiral Ushakov und Admiral Lazarev teile ich. Es war den Fachleuten sicher schon länger bekannt das diese Schiffe nicht mehr zu retten sind. Allerdings war eben noch vor Jahresfrist in den Medien die Rede davon beide bis 2020 wieder instandzusetzen. Deswegen hatte ich sie in meine Liste mit aufgenommen.

2. Das Ende der Kerch ist wirklich sehr bedauerlich und kam überraschend. Es hätte mich gefreut sie nochmal als Flaggschiff der Schwarzmeerflotte zu sehen. Aber von welchen desaströsen Kreuzern sprichst du die noch herumliegen. Gibt es da noch andere Schiffe deren Reaktivierung denkbar wäre?

3. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das der Deal mit der Ukraine noch zustande kommt. Im Grunde gäbe es zwar nur Gewinner, da die Russen das Schiff brauchen und die Ukrainer das Geld. Und auch für die Ukraina wäre es ein Gewinn, denn wenn sie nochmal zur See fährt, dann wohl nur unter russischer Flagge. Aber politisch geht da meiner Meinung nach nichts mehr, es sei den Janukowitsch würde wieder Präsident. Die Russen würden schon ziemlich schlecht aussehen wenn sie das Schiff jetzt noch kauften, nachdem sie schon offiziell abgesagt haben. Und wenn, würden sie wohl nur einen deutlich geringeren Preis zahlen. Und ein Poroschenko könnte den Russen doch nicht dieses Schiff verkaufen ohne von seinen Landsleuten zerrissen zu werden.

4. Wie ich schon schrieb, denke ich auch das die beiden Mistrals Russland noch erreichen werden. Aber ob es noch mehr wie 2 werden? Hälst du es wirklich für denkbar das die Russen freiwillig auf diese Schiffe verzichten würden? Und wenn ja, warum? Wegen wahrscheinlich ausbleibendem Support in der Zukunft? Oder um St. Nazaire zu schaden?

5. Die Russen werden sich schon nicht unterkriegen lassen. Ich bin gespannt wie es weitergeht, am meisten auf die Fortschritte rund um die Admiral Nachimov. Wird sie wieder zur See fahren und wie lange wird es dauern. Vikramaditya hat ja gezeigt zu was Sevmash in der Lage ist. Allerdings wenn wieder Verzögerungen und Kostensteigerungen kommen wie bei Vikramaditya werden diesmal keine Inder da sein die nochmal Geld nachschiessen.
Ist es richtig das Sevmash momentan die einzige Werft in Russland ist die Schiffe dieser Größenordnung bauen bzw. umbauen und reparieren kann. Ich frage mich nämlich, warum Admiral Nachimov nicht in St. Petersburg auf der Baltischen Werft renoviert wird. Schließlich wurde sie dort gebaut. Dann könnte bei Sevmash bereits die Überholung der Kuznetsow beginnen. Bei der jetzigen Planung wäre Admiral Kuznetsow ja frühestens in den frühen 20er Jahren an der Reihe.

hillus

Die Besatzung der KERCH bleibt an Bord
Text: flot.com vom 27.01.2015

Die Mannschaft des großen U-Boot-Abwehrschiffs (BPK) KERCH, auf dem im November des vergangenen Jahres ein Brand ausbrach, bleibt an Bord und setzt den Dienst fort. Die KERCH befindet sich nach wie vor im Bestand der Flotte. Es weht immer noch die Andreasflagge. Der Dienst wird nach wie vor so durchgeführt, wie es auch vorher so ist.

Auf dem BPK KERCH brach am 4. November 2014 während dem Aufenthalt im Schiffsreparaturwerk 13 (13 SRZ) der Schwarzmeer Flotte in Sewastopol ein Brand aus. Wie bekannt wurde, ist infolge des Brandes die Maschinenabteilung und die zu ihm angrenzenden Räume vollständig zerstört. Nach den Informationen von Mitarbeitern des Katastrophenschutzministeriums, die am Löschen des Feuers teilnahmen, hat die Brandlöschung einige Tage gedauert. Leider wurde nicht sofort der Feuerlöschdienst herbeigerufen, da man versuchte, das Schiff aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln zu löschen. Wie die Feuerwehrleute erzählten, hatte das Feuer eine Fläche von ca. 500 Quadratmeter.

Im Ergebnis dessen wurde entschieden, die KERCH zu verwerten. Wie bekannt wurde, ist diese Lösung im Zusammenhang mit der Unzweckmäßigkeit der kostspieligen Reparatur und der Modernisierung des veraltenden Schiffes gefasst worden. Welches Unternehmen sich mit den Arbeiten der Verwertung beschäftigen wird, ist bisher unbekannt.

Auf der zum gleichen Typ wie dem BPK KERCH gehörenden OCHAKOV brach 1993 ebenfalls ein Brand aus. Wie bei der KERCH brach der Brand in der Maschinenabteilung der OCHAKOV aus. Es war geplant, das Schiff bis zum Anfang der 2000-der Jahre wieder herzustellen, aber das wurde bekanntlich nicht realisiert. 2014 war dann der Schiffskörper der OCHAKOV im Ausgang der Krimbucht Donuslaw versenkt worden und im Laufe von einem halben Jahr sperrte es den Ausgang, um ein Handeln der sich dort stützenden Schiffe der Seestreitkräfte der Ukraine zu verhindern.

BPK KERCH wurde 1974 in den Bestand der Seekriegsflotte übernommen. Die Wasserverdrängung des Schiffes betrug 8500 Tonnen, die Geschwindigkeit erreichte 33 Knoten, die Fahrstrecke war 8000 sm und das Schiff hatte 430 Mann Besatzung. Es war geplant, dass das Schiff das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte, den Garde-Raketenkreuzer MOSKVA während seiner voraussichtlichen Instandsetzung im Jahre 2015 ersetzen wird. Es wird angenommen, dass der Name KERCH einem der neuen Schiffe der russischen Seekriegsflotte verliehen wird.

hillus

Urs Heßling

moin,

Aus "Marineforum", Heft 4/2015 (war heute in der Post), Abschnitt "Marinen aus aller Welt"

"Am 30. Dezember [2014] fiel die Entscheidung, auf eine Reparatur der KERCH zu verzichten. Schon in diesem Jahr soll in Sewastopol die Verschrottung des letzten FK-Kreuzers der KARA-Klasse beginnen".

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

hillus

#14
Moin, wieder einmal an Bord!

Hier eine lohnende Mitteilung!

DOCH KEINE VERSCHROTTUNG???

Der Stellvertreter des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte: Die Möglichkeit der Wiederherstellung des BPK KERCH wird bis zum Ende des Jahres bestimmt sein!

Text: flotprom vom 05.07.2015

Der Stellvertreter des Oberbefehlshabers der russischen Seekriegsflotte, Vizeadmiral Alexander Fedotenkow, erklärte, dass mit dem durch Brand beschädigten großen U-Boot-Abwehrschiff KERCH eine endgültige Revision durchgeführt wird, aus deren Inhalt sich die Möglichkeit seiner Wiederherstellung zeigen wird. Die Lösung soll bis Ende 2015 getroffen werden. Vizeadmiral Fedodenkow sprach darüber mit dem Korrespondenten von FlotProm auf dem Internationalen Marinesalon.

Zur Erinnerung:
Ende Dezember 2014 sind in den Massenmedien die Informationen verbreitet worden, dass durch Brand schwer beschädigte BPK KERCH zu verwerten.
Der Brand auf dem Schiff brach am 4. November 2014 während seines Aufenthaltes beim 13. Schiffsreparaturbetrieb der Schwarzmeerflotte in Sewastopol aus. Vom Brand war besonders der Maschinenabschnitt und die zu ihm angrenzenden Räume betroffen.

BPK KERCH war 1974 in den Bestand der Seekriegsflotte übernommen worden. Die Wasserverdrängung des Schiffes beträgt 8500 Tonnen, die Geschwindigkeit 33 Knoten, die Fahrstrecke bis zu 8000sm, die Besatzung beträgt 430 Mann. Es war geplant, dass das Schiff das Flaggschiff der Schwarzmeer Flotte, den Garderaketenkreuzer MOSKVA während seiner voraussichtlichen Reparatur im Jahre 2015 ersetzen sollte.

Bis irgendwann!

hillus

Wer es im Original lesen möchte, dann hier: http://flotprom.ru/2015/%D0%9C%D0%B2%D0%BC%D1%81127/


Für Urs:

Fast alles was im Marineforum unter "Marinen aus aller Welt" steht und von Kapitän zur See a.D. Mommsen immer gut zusammengestellt wird, stammt hinsichtlich der russischen Seekriegsflotte sehr oft von Axel (Kaschube_29) und mir!!



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