Torpedo mit und ohne Fat bitte erklärung.

Begonnen von leclerc1944, 22 April 2026, 19:14:22

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leclerc1944

Servus Alle leute!
Bei mir wenn ich das Wort mit dem übersetzter Tool,das Wort "Fat" soll es ein Reservoir in Deutsch Sprache, ein Behälter sein. stimmt es?

Von hier als Quelle:
ZitatPrüf-Nr. 520
Nur für den Dienstgebrauch!
Torpedos I, II u. III
mit u. ohne Fat <--
Behandlung der Gefechtstorpedos
auf U-Booten

Torpedoinspektion
August 1943
M.Dv. Nr. 687
(MS 4800*)

leclerc1944

Dies ist beschrieben. Aber hier keine richtige Angabe über der oder den FAT eher unter "7.".

ZitatTorpedo I mit u. ohne Fat

I. Täglich auszuführende Arbeiten an den in den Rohren
lagernden Gefeschstorpedos I

1. Sicherstellen, daß 205 kg/cm² Flaschendruck zum
Nachfüllen des Kessels vorhanden sind.
2. Torpedo teilweise entladen und festsetzen (s. ,,Be-
dienstung der Ausstoßrohre" Abschn. X A). Treib-
schraubenklemme auf, Sicherheitsvorstecker ein.
Transportschiene zur Mitte fahren.
3. Kesseldruck messen, ggf. auf 2.00 kg/cm² nach-
füllen. (Füllhände und Füllschlauch durchblasen.)
KA auf. Beachte Dichtigkeit des Füllventilkegels.
Füllventilverschlußschraube einschrauben.
4. Wasserschlagklappe und Sperrschiebe auf Leicht-
gängigkeit prüfen.
5. Tiefen- und GA-Ruder mehrmals in Endlagen
drücken. Klemme ab. Treibschrauben mit Hand-
kurbel drehen (etwa 10 Umdrehungen). Klemme auf.
6. Jeweiligen atmosphärischen Druck im TA-Be-
hälter herstellen, da sonst Tiefenlauf flacher bzw.
tiefer als eingestellt (dabei Überdruckventil kurz
anheben). Dichtung der Prüfschraube und Dicht-
fläche des Überdruckventils auf Unversehrtheit
nachsehen. Prüfschraube einschrauben.
7. Rudersperrung einstellen (nach Torpedo-Schuß-
tafel) und einrücken. Überprüfen besonders wich-
tig nach Wabo- und Fliebo-Detonationen. Höchst-
laufstrecke neu einstellen. Fat-Ausgangstellung
,,rechts lang, 150 hm".

Schorsch

#2
Hallo Gerard,

der FAT = "Federapparat" ist ein Zusatzmodul in Gestalt einer mechanischen Programmsteuerung für den Geradlaufapparat (= GA) der deutschen Torpedos, der nach einer einstellbaren Laufstrecke einen Schleifenkurs des Torpedos bewirkte, um so bei einem ersten Verfehlen des Ziels vielleicht dennoch einen Treffer zu generieren.

Der techische Nachfolger des FAT war der LUT = "lagenunabhängige Torpedo", bei dem der Schleifenkurs unabhängig vom GA-Kurs eingestellt werden konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

leclerc1944

Danke oder Merci Schorsch (Also Abkürzung für das Wort Federapparat, gut Verstanden).

TW

#4
Laut Jürgen Rohwer bedeutete die Abkürzung FAT "Fläche Absuchender Torpedo"
Dem entspricht LUT: "Lage-Unabhängiger Torpedo".
Ich habe mich immer gefragt: unabhängig von der Lage des U-Bootes oder von der Lage des Ziels ?
Und dann das Problem der Kreisläufer: War das nicht eigentlich nur ein Problem bei den LUT ?
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

U 48

Moin,

das heißt "Federapperat" da der Torpedo ein Programm abläuft und nicht selbst suchend ist die der T V.

Gruß
U 48

Schorsch

#6
Hallo Thomas,

ich bezog mich mit meiner Erklärung des Akronyms FAT auf Eberhard Rössler: "Die Torpedos der deutschen U-Boote", Mittler, 2005, S. 115. Insoweit möge Gerard entscheiden, welcher der beiden Quellen er mehr vertrauen möchte.

Zum Thema des Unterschiedes zwischen FAT und LUT ist mir eine zeitgenössische Skizze untergekommen, die sehr übersichtlich zeigt, wie sich beim LUT der Generalkurs der Schleifenbahn des Torpedos nach dem Geradlaufteil an den Kurs des Zieles anpassen ließ, eine Möglichkeit, die der FAT nicht besaß.

Zudem kann man auch gut die Situation erkennen, in der es zu den berüchtigten Kreisläufern kommen konnte: nämlich durch Versagen des GA unmittelbar nach dem Absolvieren des Einsteuerbogens auf den eigentlichen Torpedokurs mit einem Radius von ca. 95 m. Wenn der GA hier ausfiel, blieb der Torpedo auf diesem Kreisbogen und gefährdete das feuernde Boot.
 
Des Weiteren kenne ich insbesondere aus dem englischen Sprachraum die Meldung: "Torpedo is running hot, straight und normal!", die  Rückschlüsse zulässt, was an einem Torpedo so alles unmittelbar nach dem Losmachen versagen konnte: die Erzeugung des heißen, energiereichen Dampfgemisches für die Maschine (das ergibt einen Kaltläufer), das Anspringen des GA (der Torpedo bleibt als Kreisläufer auf dem Einsteuerbogen) oder das Versagen der Tiefenregelung (z.B. der Torpedo ist als Oberflächenläufer unterwegs). Imho lässt sich auch damit die Vermutung entkräften, dass es bei den Kreisläufern eine unmittelbare Verbindung zum LUT gäbe, denn diesen hatten die Alliierten nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

leclerc1944

Ja danke leute, ich hatte es gelesen.
eine Weitere Frage so bei Nr.7.

war doch dies Mitgeteilt von der Torpedoinspektion... Aus der NARA Roll T1022 R4317.
Zitat7. Rudersperrung einstellen (nach Torpedo-Schuß-
tafel) und einrücken. Überprüfen besonders wich-
tig nach Wabo- und Fliebo-Detonationen. Höchst-
laufstrecke neu einstellen. Fat-Ausgangstellung
,,rechts lang, 150 hm".

Also musste so es nach jede Wasserbombe oder Flieger Bomben Angriff, die Höchstlaufstrecke neu Eingestellt Werden? und hm; ist dies für Hektometer Länge Einheit.
und Ebenso, ob die Wabo explosion nah oder weit entfernt waren von dem Uboot.
Danke!

TW

Danke für Deine Erläuterung, Sprotte.

Zitat von: leclerc1944 am 23 April 2026, 08:24:07Also musste so es nach jede Wasserbombe oder Flieger Bomben Angriff, die Höchstlaufstrecke neu Eingestellt Werden?
Es bestand die Gefahr, dass sich die Einstellung durch die Erschütterungen verändert hatte.
Zitat von: leclerc1944 am 23 April 2026, 08:24:07und hm: ist dies für Hektometer Länge Einheit.
Ja, Entfernungen wurden oft in Hektometer statt - wie gewöhnlich - in Meter angegeben.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Schorsch

Hallo zusammen!

Bezüglich der Entscheidung, was sich nun konkret hinter dem fraglichen Akronym "Fat" verbirgt (Federapparat oder flächenabsuchender Torpedo), war hier im Thread bisher nur der Rückgriff auf Sekundärquellen erfolgt. Ich habe nun noch einmal auf meiner Festplatte gekramt und bin auf den Scan einer Dienstvorschrift der Torpedoversuchanstalt Eckernförde vom Oktober 1942 gestoßen, der diese Frage zweifelsfrei beantworten sollte.

Ich habe den Titel der Dienstvorschrift und ein paar der einführenden Zeilen des Dokumentes unten angehängt.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

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