Wrack von K-27 bedroht die Barentssee

Begonnen von t-geronimo, 27 September 2012, 00:00:03

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t-geronimo

Nach Medienberichten wird die Bedrohung der Umwelt in der Barentssee durch das Wrack der 1981 versenkten K-27 akuter:

--/>/> http://www.welt.de/politik/ausland/article109469618/Heimlich-versenktes-Atom-U-Boot-bedroht-Arktis.html
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

hillus

Moin Thorsten,

ich danke Dir, das neue Kapitel der Atom-U-Bootsversenkungen der ehemaligen "Roten Flotte" wieder belebt zu haben. Eben mal keiner von den Spezies, die sich damit intensiv befassen! Das ganze Hin und Her sollte man recht genau verfolgen. In unserer Presse als ein wichtiges Problem hervorgehoben, in der russischen Medienwelt jedoch als nicht so gravierend heruntergespielt.
Hinzu kommt allerdings das Atom-U-Boot K-159, welches auch die Zerfallsgrenze erreicht haben soll. Somit geht es um zwei Atom-U-Boote, die uns Sorgen machen.

Angaben zu K-27 und K-159
K-27 wurde als Projekt 645 (NATO-Code NOVEMBER) am 15.06.1958 auf Kiel gelegt, der Stapellauf war am 01.04.1962 und ging am 30.10.1963 in Dienst der sowjetischen Seekriegsflotte. Nach intensiver Erprobung ging es dann am 07.09.1965 in den Kampfbestand der 17. Division der Flottenbasis Iokanga ein und damit in Dienst der Nord Flotte. Nach einer 1969 erfolgten Havarie der atomaren Antriebsanlage ging K-27 zur Reparatur in die Werft, aber kurz danach wurde es aus dem aktiven Dienst genommen und ging als Auflieger nach Gremicha mit einer weiteren Nutzung als Versuchsboot. Am 01.02.1979 kam es zur Neubildung einer Aufliegerbesatzung und zur Vorbereitung des Bootes zur Versenkung. Vom 01.09.1981 bis 06.09.1981 nach Nowaja Semlja in die Kara See geschleppt und am 06.09.1981 erfolgte die Versenkung auf 33 Meter Meerestiefe auf Position 72° 31`N und 55 ° 30`E.

K-159 wurde als Projekt 627-A (NATO Code NOVEMBER) am 15.08.1962 auf Kiel gelegt, der Stapellauf war am 06.06.1963 und ging am 09.10.1963 in Dienst der sowjetischen Seekriegsflotte. Am 19.10.1963 kam es zur 3. Division der 1. Rotbanner Flottille in der Bucht Bolschaja Lopatka (Sapadnaja Liza) und ging am 04.11.1963 in Dienst der Nord Flotte. Den letzten Gefechtsdienst erlebte das Boot in der 3. Division der 11. Flottille. Nacdem 1989 die taktische ummer in B-159 geändert wurde, stellte das Boot am 30.03.1989 außer Dienst und ging nach Gremicha zur Aufbewahrung für eine zukünftige Verschrottung. Nach dem Aufenthalt in verschiedenen Reservebootabteilungen war B-159 am
08.2003 noch als Auflieger in der Gremicha Bucht vorhanden. Noch Ende des Monats am 30.08.2003 sank das Boot während des Schlepps zur Abwrackwerft FGUP PO SRZ NERPA in der Kut Bucht. Dabei waren 10 Tote zu beklagen.
Im Ergebnis dessen kostete diese Katastrophe dam damaligen Befehlshaber der Nord Flotte, Admiral Gennadij Sutschkow, seinen Dienstposten. Das war faktisch nach der Ablösung von Admiral Popow wegen der KURSK-Katastrophe der zweite Admiral, der seinen Posten räumen mußte.

Grüße aus Braunschweig

hillus

P.S. Wer mehr darüber erfahren will, kann das sehr ausführlich in den demnächst erscheinenden Band 2 "Die U-Boote der Nord Flotte" Teil I bis III nachlesen.

Mein lieber OLPE steuert bestimmt die Fotos dazu bei!!!


ufo

Kennt jemand Hintergruende zu der Gefahr einer Kettenreaktion?

Das klingt zunaechst ueberraschend. Mir ist nicht ganz klar wie ein metallgekuehlter Reaktor einfach so durch Rott und Gammel eine Kettenreaktion entfachen soll.

Der Artikel der Umweltschutzorganisation 'Bellona', die die Medienaufmerksamkeit ein wenig mit angeschoben zu haben scheint, bleibt eher unklar:

http://www.bellona.org/articles/articles_2012/submarine_research_trip

"The Russians dismantled several reactors with liquid metal coolant of the same type as those aboard the K-27 – which were stored on shore – and gained a knowledge that rang the alarm bells,"

Welches Wissen moegen die da erworben haben? Wie springt ein heruntergefahrener metallgekuehlter Reaktor wieder an?

Neugierig,
Ufo


Tostan

#4
Zitat von: ufo am 27 September 2012, 14:11:30
Kennt jemand Hintergruende zu der Gefahr einer Kettenreaktion?

Das klingt zunaechst ueberraschend. Mir ist nicht ganz klar wie ein metallgekuehlter Reaktor einfach so durch Rott und Gammel eine Kettenreaktion entfachen soll.

Gaaanz einfach, zumindest aus Sicht eines Laien.

Im Reaktor befindet sich natürlich noch das Radioaktive Material, der "Brennstoff" sozusagen.... Dieser zerfällt natürlich weiter und sendet damit Neutronen aus(Also im Gegensatz zu einem Mieneralöl/Kohle/etc. Triebwerk kann man einen Reaktor nicht komplett abschalten, der Kernbrennstoff verbraucht sich auch im Leerlauf).
Diese, beim natürlichen Kernzerfall im "Leerlauf" eines Reaktors entstehenden Neutronen sind aber zu schnell um in anderen Atomen eine Kernreaktion auszulösen. Dazu braucht man einen Moderator der die Neutronen abbremst. Normales Wasser ist nun mal so ein Moderator. Es bremst die Neutronen ab und ermöglicht so eine Kettenreaktion.

Nach dem Prinzip arbeiten auch die westdeutschen Druck- und Siedewasserreaktoren(Alle Reaktoren in Ostdeutschland und einige mittlerweile stillgelegte Westdeutsche verwendeten Graphit als Moderator wie Tschernobyl). Nach der Katastrophe von Tschernobyl hieß es, diese sind sicher, da in Falle einer solchen Katastrophe das Wasser verdampft und die Kernreaktion mangels Moderator zum Stillstand kommt.(Die Nachzerfallswärme wurde nicht berücksichtigt, wie wir seit Fukushima wissen.)

Im Meer gibt es aber nun genug Wasser, so dass der Moderator trotz unkontrollierter Kernreaktion(und reichlich Dampferzeugung) zur Verfügung steht, die nukleare Kettenreaktion also weiter läuft.... Es wird also kein großer Knall wie bei einer A-Bombe aber eine unkontrollierte Kettenreaktion wo sehr viel radioaktives Material innerhalb kurzer Zeit ins Meer entweicht.

Soviel Erklärung der Grundlagen mit meinem laienhaften Verständnis der Materie.

Wie sich nun Wasser als Moderator in den Speziellen Reaktortypen von K-27(Flüssigmetallkühlung) und K-159(Druckwasserreaktor mit 20% angereichertem U-235) auswirkt, müssen die Fachleute klären. Bei K-159 sieht es so aus, als ob es ein normaler Leichtwasserreaktor wäre, da kommt es wohl relativ sicher zu oben beschriebener Reaktion. Bei K-27 bin ich mir da nicht so sicher, ein Flüssigmetallgekühlter Reaktor ist meines Wissens nach immer ein Brutreaktor mit schnellen Neutronen(also ohne Moderator) wo im "Leerlauf" neutronenabsorbierendes Material(Bor o.ä.) im Reaktor ist ... Dort sollte das Wasser eigentlich nicht viel auswirken, da der Reaktor eh mit schnellen Neutronen arbeitet. Aber: Wie ist nach der Zeit der Zustand des Kernbrennstoffes? evtl. ist genug spaltbares Material entstanden dass auch durch obrige Kettenreaktion weiter zerfällt?

Der Kommissar

Grundsätzlich können auch ungebremste Neutronen Uran spalten, nur in normalen Reaktoren würden sie viel zu schnell durch die Zone mit dem Kernbrennstoff durchfliegen, um ein Uran-Atom zu treffen und einfach in die Reaktorwand klatschen und dort assimiliert. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass das Uran im Reaktor nur ca. 1/100 der Füllmasse ausmacht, wobei das Uran das mit Abstand schwerste Material/Atom ist.

Deshalb werden schnelle Brüter mit Neutronen reflektierenden Wänden gebaut. Kommt nun ein Moderator ins Spiel, werden die Neutronen nicht nur abgebremst, sondern prallen von den meist Wassermolekülen ab, sprich aus der geraden Flugbahn wird ein wilder Ping-Pong-Flug. Daher steigt die Wahrscheinlichkeit, ein Uran-Atom zu treffen, weil die Flugstrecke durch die mit Uran bestückten Bereiche länger wird. Außerdem ziehen die schweren Uran-Atome die leichten Neutronen wesentlich besser an, je niedriger deren Geschwindigkeit ist. Diese Vorgänge sind unabhängig davon, ob der Reaktor ursprünglich als Druckwasser- oder  Siedewasser-Reaktor oder schneller Brüter geplant wurde. Dringt Wasser in den Reaktorkern steigt die Wahrscheinlichkeit der Kernspaltung. Allerdings fängt normales (leichtes) Wasser auch in gewissem Umfang Neutronen ein und wird damit zu schwerem Wasser.

Risikoanalyse: Druckwasserreaktoren sind so gebaut, dass das gesamte Reaktorgefäß im Regelfall komplett mit Wasser gefüllt ist. Die Brems- (oder Kontroll-)stäbe können im gefüllten Reaktorbehälter die meisten Neutronen einfangen, so dass es zu keinem höheren als dem natürlichen Zerfall kommt. Eine Sättigung der Bremsstäbe ist nicht zu erwarten. Eine Flutung eines unter Wasser stehenden Behälters ist witzlos und aus kerntechnischer Sicht egal. Allerdings könnte kontaminiertes Wasser austreten.

Was passiert, wenn Wasser in einen Reaktor, der ursprünglich mit der Flüssigmetallkühlung versehen war, eintritt, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht genug darüber weiß. ich könnte mir aber gut vorstellen, dass auch diese Behälter mit Wasser gefüllt waren, um einen Temperaturausgleich herzustellen.

Tostan

Zitat von: Der Kommissar am 01 Oktober 2012, 22:45:37
Eine Flutung eines unter Wasser stehenden Behälters ist witzlos und aus kerntechnischer Sicht egal. Allerdings könnte kontaminiertes Wasser austreten.

Nicht unbedingt. Denn das Wasser im Primärkreislauf muss nicht nur Wasser sein, es kann auch schon zusätzlich neutronenabsorbierende Elemente, z.B. Borsäure enthalten .... Wird der Primärkreislauf undicht und fällt damit die Borsäurekonzentration stehen mehr Neutronen zur Verfügung..... Diese Reaktoren arbeiten auch mit höher angereichertem Uran(ca. 20%, und damit mehr Neutronen) als zivile Reaktoren.

Um genau zu erkennen was da passieren könnte, müsste man die verwendeten Reaktoren wirklich im Detail kennen und das weiß wohl niemand hier.

ufo

Vielen Dank schon mal fuer die Ideen, Vorschlaege, Einsichten.

Da K-27 nicht gesunken ist sondern versenkt wurde, wird die Reaktoreinheit doch runtergefahren worden sein, oder nicht? Soweit ich das verstehe haben die doch genau wie konventionelle Stromerzeuger einfach Steuerstaebe, um die Kettenreaktion hoch oder runter zu regeln.
Und wenn ein Blei-Bismut gekuehlter Reaktor vollstaendig heruntergefahren ist, verfestigt sich doch das Kuehlmittel. Ich hatte immer gedacht der einzige Weg so einen Reaktor wieder anzufahren sei extern Waerme zuzufuehren bis das Blei-Bismut wieder fluessig wird und man den Reaktor selbst wieder anfahren kann. Das Kuehlmetall zirkuliert dann einfach durch Konvektion und die Kiste laueft und laeuft und laeuft.

Da aber muss ein Denkfehler sein. Entweder lassen sich die Reaktoren von dem Typ auf K-21 nicht soweit herunterfahren, dass die verfestigen und die haben den Zossen einfach quasi mit laufender Maschiene versenkt. Das aber kann ich mir kaum vorstellen. Die muessen Moeglichkeiten gehabt haben die Dinger fuer Wartung, Notabschaltung und dergleichen runterzufahren.

Tja - oder es gibt irgend einen Mechanismus wie durch Korrosion, Errosion oder sonst einen Verfall der Reaktorstruktur der Reaktor allein wieder anfahren kann.

Aber wie?

Koennte es sein, dass durch Korrosion im Reaktorkern (Stabhuellen, Stabfuehrungen, anderes?) die Geometrie von Brennstaeben und Steuerstaeben so veraendert wird und der Reaktor allein wieder anfaehrt? 



Ganz am Rande – Reaktoren sind schon faszinierende Biester. Ich bin kein grosser Liebhaber der Dinger als Stromerzeuger aber als Physiker finde ich die schon ziemlich beeindruckend. Im Kernphysikpraktikum gab es diverse Neutronenexperiemente am Forschungs-Reaktor in Geesthacht. Da konnte man sich den auch mal live und in Farbe angucken: ein mittelgrosses Schwimmbecken mit zwei Metallgestellen mit Brennstaeben drin – genial einfach eigentlich. Und sicher! An Beckenrand hing ein Rettungsring – nur fuer den Fall des Falles. Und Tscherenkov Strahlung in Wasser gibt wirklich das genialste blaue Licht, dass man sich denken kann – so eine Art leuchtendes Sommerhimmelblau. Schoen. Und ein klein wenig gruselig.

Ufo

Tostan

Ähm, soviel ich weiss ist es kaum noch möglich, so einen Reaktor wieder kontrolliert hochzufahren, sobald sich das Kühlmittel einmal verfestigt hat. Ist zumindest bei den Booten der Alfa-Klasse(Projekt 705) so, siehe K-123.

Aber hier geht es ja nicht um das kontollierte hochfahren. Der Reaktor läuft nicht, Nuklearbrennstoff ist noch im Reaktor und die Steuerstäbe verhindern eine Kettenreaktion, indem sie genug Neutronen absorbieren. Es ist ein Brüter, der ohne Moderator arbeitet, also normalerweise mit den "schnellen" Neutronen. Was passiert nun, wenn Wasser eindringt, welches die Neutronen "abbremst"? "langsamere" Neutronen sind ja für eine Kettenreaktion wesentlich brauchbarer? Absorbieren die Steuerstäbe(und das Wasser) immer noch genug Neutronen oder kommt die Kettenreaktion in Gang?

Das ist immerhin ein Zustand, der nie vorgesehen war! Es ist nicht der reguläre Betriebszustand so eines Reaktors. Ob das Kühlmittel nun fest oder Flüssig ist, spielt da keine Rolle .... zum einen Kühlt das Meerwasser, zum anderen soll ja eh keine Leistung abgegeben werden.

Das ist jetzt nur bei K-27 so, das Boot wurde ja nur im Westen mit der "November-Klasse" gleichgesetzt, eigentlich ist es eine Ein-Boot-Klasse mit eigener Projektnummer. K-159, das andere Boot hat einen Druckwasserreaktor, und ist ein normales November-Boot(Projekt 627A).

olpe

Zitat von: hillus am 27 September 2012, 11:38:17
Mein lieber OLPE steuert bestimmt die Fotos dazu bei!!!
Hallo,
sorry, dass ich erst spät antworte ... die Zeit ließ es nicht zu ...
Bezogen auf K-159 hier einige links zu interessanten Bildern:


Unten ist eine Ausarbeitung beigefügt, die ich 2003 für das Internet verfaßte. Vielleicht ist sie von Interesse:

K-159 [607] Projekt 627A KIT (NATO: SSN der NOVEMBER-Klasse)
(angelsächsisches Transliterationssystem)
Russische Typbezeichnung:(PLA – Podvodnaya Lodka Atomnaya)
Projektchiffre: KIT
Projektindex:  627A
Russ. Taktisches Zeichen
Deutsche Übersetzung: Torpedo-U-Boot, nukleargetrieben
NATO-Designation: SSN – submarine, nuclear propulsion
NATO-Klassenbezeichnung: NOVEMBER-Klasse

Quellen: auf der Grundlage russischer Angaben

In der Nacht vom 29. zum 30. August 2003 sank das U-Boot K-159 der Nordflotte im Schlepp 3 sm nord-westlich der Insel Kil'din kurz vor seinem Ziel auf 238 m Tiefe. Im Schiffsreparaturwerk SRZ ,,NERPA" bei Snezhnogorsk in der Olen'ya-Guba (der Olen'ya-Bucht) sollte es auseinandergebrannt und zerlegt werden (hier wurde auch K-141 ,,KURSK" und andere Atom-U-Boote verschrottet). Es ist anzunehmen, dass geplant war, vorher in Polyarnyy am Eingang der Olen'ya-Guba Station zu machen.

Vorbereitung des U-Bootes für das Schleppen in Gremikha
Das U-Boot K-159 ist Anfang August für die letzte Fahrt von seinem Stützpunkt Gremikha auf der östlichen Seite der Kola-Halbinsel in das Schiffsreparaturwerk SRZ ,,NERPA" in der Olen'ya-Bucht (Teil der Kola-Fjordes nördlich von Murmansk) vorbereitet worden. Für das Schleppmanöver und zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit für die Fahrt über gut 170 sm wurden am U-Boot vier 200 t-Pontons (in zylindrischer Form) befestigt. Gegen zu hartes Aufprallen der Pontons am Hüllkörper von K-159 besaßen diese eine Holzverschalung. Die seemännische Befestigung mit Stahltrossen erfolgte so, dass die Trossen das U-Boot auch abgefangen haben. Diese Konstruktion kann man bei einem Seegang über See 3 aber kaum verwenden. Die Anzahl der Trossen war größer, als notwendig (,,... für alle Fälle ..."). Die Stahltrossen sollten – nach Verständnis der Verantwortlichen - auch bei einer See um 6 noch standhalten. Vor der Überführung ist der Druckkörper auf Dichtigkeit überprüft worden, die Resultate waren positiv. Alle Durchführungen, Stopfbuchsen und die Stevenrohrbuchsen waren dicht. Unklar ist der Füllungs- und technische Zustand der Ballastwasserzellen und Tanks. Weiterhin der ist nicht klar, ob einzelne Schiffssysteme (Hydraulik, Elektrik, Hochdruck-Pressluft, Feuerlösch etc.) sich in einem brauch- und benutzbarem Zustand befanden. Da unter Deck – nach den Berichten - mit Hand-lampen hantiert wurde, kann angenommen werden, dass das E-System nicht funktionierte. Eine UKW-Funkstation hielt den Funkkontakt zum Schlepper.

Zum Schleppen ist Bugsier SB-406 zum Boot beordert worden. Als Überführungsmannschaft wurden 10 Mann der Stammbesatzung bestimmt. Sechs Offiziere, vier Fähnriche und Mannschaftsdienstgrade:
Kommandant: Fregattenkapitän Sergey Lappa
Kommandeur des Maschinengefechtsabschnittes (LI): Korvettenkapitän Mikhail Gurov
Kommandeur der Antriebsdivision: Korvettenkapitän Yuriy Zhadan
Kommandeur der Schiffssicherungsdivision: Korvettenkapitän Oleg Andreev
Kommandeur der elektrotechnischen Division: Oberleutnant Sergey Sokolov
Kommandeur der Gruppe für Fernsteuereinrichtungen: Oberleutnant Maksim Zibul'skiy
Oberbootsmann: Fähnrich Aleksandr Aleshkin
Chef des chemischen Dienstes: Fähnrich Roman Kurinnyy
Abteilungskommandeur Turbinenantrieb: Obermaat Evgeniy Smirnov
Maschinist in der Fernsteuergruppe   : Bootsmann Andrey Knyazev

Die 10 Mann der Überführungsmannschaft sollten sich während des Schleppmanövers in der Zentrale und in den Unterkünften im vorderen Teil des Bootes aufhalten. 9 Offiziere und Mannschaftsdienstgrade teilten sich in 3 Wachen auf, der Kommandant ging keine Wache. Die nach dem Unglück aus der See gefischten Besatzungsangehörigen gehörten der diensthabenden Wache zum Zeitpunkt des Unglücks an, sie hielten sich im Turmbereich oder auf dem Turm auf. Die anderen waren unter Deck.
Beim Unglück hatte die im Boot befindliche Mannschaft durchaus die Chance, sich rechtzeitig aus dem Wrack zu retten. Sie kamen aber – ausgestattet mit Handlampen - nicht mehr rechtzeitig aus dem Rumpf heraus. Sie hielten sich möglicherweise nicht im Zentralebereich oder in dessen Nähe auf.

Rekonstruktion der zeitlichen Abläufe und mögliche Ursache des Unglücks
Das U-Boot legte am 28. August 2003 gegen 20.00 Uhr im Marinestützpunkt Gremikha von der Pier ab. Nach ca. 30 Stunden im Schlepp sank das Boot gegen 03.00 Uhr Moskauer Zeit (nach anderen Quellen 02.00 Uhr) rund 10 sm vor dem Ziel und ca. 3 sm vor der Insel Kil'din. Daraus resultiert eine durchschnittliche Geschwindigkeit des Schleppverbandes von ca. 5,3 kn (nach anderen Quellen 4,5 kn). Nach den Vorschriften über das Schleppen sind maximale Schleppgeschwindigkeiten einzuhalten. Diese basieren auf dem Seegang, der Länge der Schleppleine, dem Neigungswinkel der Schlepptros-se u.a. Danach hätte die Schleppgeschwindigkeit statt 5,3 kn nur 4 kn (nach andern Quellen 3 kn bei See 3) betragen dürfen. Der Seegang zur Untergangszeit im Bereich nördlich der Insel Kil'din lag bei See 4-5.
Es bestand dadurch die Möglichkeit, dass sich die Wellenbremsen an den Propellerwellen lösten und die Antriebswellen unkontrolliert mitdrehten. Eine mögliche Undichtigkeit der Stopfbuchsen kann da-raus resultieren, die langsam die Bilge der Abteilung VIII füllte und das Wasser in die davor sowie die dahinter liegenden Abteilungen VII und IX gelangte. Die Stopfbuchsen waren nach russischen Anga-ben mit Graphitdichtungen versehen. Die Mannschaft bemerkte die Leckage nicht sofort, Hilfsmittel der Krängungs- oder Leckanzeigen waren nicht funktionsbereit. Ggf. war nur ein einfacher mechani-scher Krängungsmesser vorhanden.
Schema des Vorgängerprojektes 627 KIT, Aufteilung der Abteilungen und der Wellenanlage

Unklar ist, ob die Schottdurchgänge zwischen den Abteilungen geschlossen waren oder nicht. Nach den zu vermutenden (und bekannt gewordenen) Aktivitäten kann angenommen werden, dass die Schottdurchgänge für ein leichteres Hin- und Herlaufen bis zum Moment der Entdeckung der Leckage offen waren. Das U-Boot bekam eine Neigung nach achtern. Nach dem die Mannschaft dieses be-merkte, hat der Kommandant des U-Bootes angeblich dem Schlepper ein Leck in einer der achteren Abteilungen gemeldet, vermutlich in Abteilung VIII oder IX im Bereich der Antriebswellen. Man ver-suchte, die Abteilung(en) zu verschließen, in das Boot lief aber immer mehr Wasser und es gelangte über die nicht (mehr) hermetisch dichten Rohrleitungen und den (undichten?) Schottdurchgang in die Nachbarabteilung. Als weitere Rettungsmaßnahme soll ein ,,anblasen" der Abteilung XIII versucht worden sein, um das weitere Eindringen von Wasser zu stoppen und mit einem ,,Luftpolster" einen zusätzlichen Auftrieb zu schaffen. Dieses Vorhaben blieb aber ohne messbares Resultat, der Vorrat an Hochdruck-Pressluft reichte hierfür augenscheinlich nicht aus. Der Kommandant versuchte danach über Funk die Erlaubnis zu erhalten, das U-Boot in die seichteren Gewässer vor der Insel Kil'din schleppen zu lassen. Dieses erfolgte eine Stunde vor dem Untergang. Die Schlepperbesatzung (sicher nach einer Konsultation mit dem operativen Diensthabenden der Flotte) lehnte den Vorschlag der Besatzung ab. Die Überführungsmannschaft hat statt dessen die Weisung erhalten, bis zum Eintreffen im Bereich Polyarnyy das U-Boot schwimmfähig zu halten und auf das Eintreffen von Rettungskräften zu warten. Zu dieser Zeit erhielten diese Kräfte schon den Auslaufbefehl in Richtung Insel Kil'din. Gegen 02.30 Uhr wurde von Flottenstab der Befehl der Evakuierung des Bootes gegeben, dieser kam möglicherweise nicht an ...
Die Trossenverbindungen zu den Pontons hielten nicht mehr stand, sie rissen, zuerst die vorderen (Anmerkung: das ist zwar nicht unbedingt logisch, aber möglich), dann die achteren. K-159 ging fast augenblicklich unter. Die Mannschaft unter Deck hatte nur wenige Augenblicke Zeit, sich aus dem Rumpf zu retten. Die einzige funktionierende Luke nach Außen war möglicherweise nur die Turmluke. Diese ist nach dem Untergang von den Tauchapparaten der Rettungsschiffe geöffnet vorgefunden worden.
Nach dem Notruf liefen Schiffe des Seenot-Rettungsdienstes der Nordflotte aus. Die unmittelbare Leitung übernahm Vizeadmiral S. Simonenko.

An Rettungskräften liefen aus bzw. starteten:
-    der Schlepper ,,PAMIR"
-    der Schlepper ,,ALTAI"
-    das Spezial-Rettungsschiff ,,MIKHAIL RUDNITSKIY"
-    das Spezial-Rettungsschiff ,,GERMAN TITOV"
-    Flugzeuge vom Typ IL-38 und AN-26

Die meteorologischen Bedingungen bei der Insel Kil'din beim Auslaufen der Rettungskräfte waren See 3-4, Wassertemperatur +10 C. Den Kräften gelang es, 3 leblose Körper aus der See zu fischen. Zwei der Seeleute waren bereits tot, der dritte, Oberleutnant Maksim Zibul'skiy, konnte lebend geborgen werden. Der Verteidigungsminister Ivanov meldete unverzüglich den Stand der Dinge an Präsident Putin, der sich in Italien aufhielt.

Noch am 30. August wurden von der ,,GERMAN TITIOV" zwei unbemannte Tieftauchapparate und von der ,,ALTAI" der ferngesteuerte Tauchapparat ,,TAIGER" zu K-159 abgesenkt. Sie stellten fest, dass das U-Boot aufrecht mit einer Krängung von ca. 3° nach Backbord auf dem Grund lag, die Turmluke geöffnet. Der Verteidigungsminister enthob den Divisionskommandeur von K-159 umgehend seines Postens. In Murmansk begann die Arbeit von 25 Spezialisten der Militärstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft der Nordflotte. Am 11. September 2003 wurde nach einem Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation der Kommandierende der Nordflotte Admiral Gennadi Shuchkov zeitweilig von seinem Posten enthoben. Seine Aufgaben übernahm Vizeadmiral Sergey Sinonenko.

Bei der Organisation des Rettungseinsatzes kam es zu einer Panne, die eine Zeitverzögerung hervorrief. Eines der eingesetzten Rettungsflugzeuge ortete nach Eingang der Meldung und Auslösens des Rettungsfalles einen Schleppzug nördlich der Insel Kil'din. Die Position meldete der Pilot entsprechend. Die seegestützten Rettungskräfte liefen in diese Richtung. Es stellte sich danach heraus, dass es sich um einen regulären Schleppzug handelte, nicht um K-159 mit Schlepper. Die Rettungskräfte drehten ab, nachdem sie den Fehler bemerkt hatten.
Zeitgleich mit K-159 verließ ein zweiter Schleppzug den Stützpunkt Gremikha in Richtung Polyarnyy. Am Haken: K-370 vom Projekt 671R ERSH (NATO: SSN der VICTOR-I-Klasse). Dieser Schleppzug kam wohlbehalten (ohne Schwimmpontons) am 4. September an.
Im Oktober 2003 erhielt das zentrale Konstruktionsbüro ZKB ,,MALAKHIT" in St. Petersburg den Auftrag, ein Projekt für die Bergung des U-Bootes auszuarbeiten. Der Bergungszeitraum soll dabei im Sommer des Jahres 2004 liegen. Die Frage der Beteiligung ausländischer Partner steht z.Z. nicht. Mit in die Planungen einbezogen wird dagegen das zentrale wissenschaftliche Forschungsinstitut ZNII ,,KRYLOV", welches alle Details der Operation ausarbeiten wird.

Unklar sind eine Reihe von Fragen:
-   Um 02.30 Uhr gab das Flottenkommando den Evakuierungsbefehl, das Boot sank gg. 03.00 Uhr. Was passierte in den 40 Minuten dazwischen?
-   Warum war an Bord von K-159 nicht der Chef des Schleppverbandes? Diese Funktion hat der Kapitän des Schleppers wahrgenommen.
-   Warum waren an Bord leitende Bordoffiziere (Kommandeure von Gefechtsabschnitten und Di-visionen und kaum Mannschaften?
-   Normalerweise wird ein U-Boot ohne Überführungsmannschaft in hermetisch dichtem Zustand geschleppt (darauf wies der ehemalige Kommandierende der Division von strategischen Atom-U-Bootskreuzern und ehemalige Kommandierende der Schwarzmeerflotte Eduard Baltin hin). Deutet die Anwesenheit von Mannschaften auf einen unsicheren Schwimmzustand?
-   Waren ausreichend persönliche und kollektive Rettungsmittel an Bord von K-159?

Lebenslauf von K-159
-   03. Oktober 1961: Aufnahme in die Flottenliste
-   15. August 1962: Baubeginn auf den Stapeln der Bauhalle Nr. 42 der Marinewerft SMP "SEVMASHPREDPRIYATIE" in Severodvinsk (NATO: Werft 402) als KrPL (kreyserskaya Podvodnaya Lodka – Atom-U-Bootskreuzer), Baunummer 289
-   06. Juni 1963: Stapellauf
-   11. Juni bis 20 August 1963: Standprüfungen (Pierprüfungen)
-   11. September bis 20. August 1963: Werkfahrtprüfungen in See
-   09. Oktober 1963: Unterschrift der staatlichen Abnahmekommission unter die Übernahmeakte, Indienststellung mit dem feierlichen Hissen der Seekriegsflagge der UdSSR
-   04. November 1963: Aufnahme in den Bestand der 3. Division der 1. Flottille der Atom-U-Boote der Rotbanner-Nordflotte mit Basierungspunkt in der Guba (Bucht) Zapadnaya Litsa
-   1964: ein Jahr nach der Abarbeitung der Grund-Gefechtsausbildung erfüllt K-159 Aufgaben bei einem Mittelmeertörn. Dabei ist die Durchfahrt bei Gibraltar unter Wasser unter einem Frachtschiff erfolgt
-   Februar 1965: die zweite Gefechtsfahrt führte das Boot in den Nordatlantik an die Ostküste der USA
-   2. Mai 1965: es wurde ein Leck im Kühlkreislauf des Backbord-Kondensators der Dampfgene-ratoren entdeckt. K-159 war gezwungen, den Einsatz abzubrechen
-   1966: wegen mehrfacher Störungen bei der Hauptantriebsanlage ist K-159 zu einigen kurzen Einsätzen ausgelaufen, um den Einsatz neuer Technik zu erproben. Des weiteren wurden Aufgaben der U-Bootabwehr mit Flotteneinheiten geübt
-   1967 bis 1968: erfolgte die planmäßige Instandsetzung mit dem Wechsel der Dampfgenerato-ren in der Marinereparaturwerft ,,ZVEZDOCHKA" in Severodvinsk (NATO: Naval Yard YAGRY-ISLAND)
-   November 1968: nach der Reparatur ist das Boot in die 17. Division der 11. Flottille der Atom-U-Boot mit der Basis in der Guba (Bucht) Gremikha eingegliedert worden
-   28. Juni bis 31. August 1969: die 3. Einsatzfahrt in die Karibik und den Golf von Mexiko. In 65 Tagen fuhr das Boot 17674 sm unter Wasser
-   1970 bis 1972: mittlere Instandsetzung mit der Entladung der Brennelemente des Reaktors
-   1973 bis 1975: Gefechtsdienst mit zwei Ausfahrten, Gesamteinsatzzeit in See von 161 Tagen
-   25. Juli 1977: Umklassifizierung in BPL (bol'shaya Podvodnaya Lodka – Großes U-Boot)
-   1979 bis 1980: erfolgte die planmäßige Instandsetzung im Reparaturwerk SRZ-10 ,,SHKVAL" bei Polyarnyy
-   1981 bis 1984: Gefechtsdienst allgemeiner Zweckbestimmung mit Gesamteinsatzzeit in See von 138 Tagen
-   1985 bis 1988: Ausbildung von Besatzungsangehörigen im Hafenbetrieb
-   30. Mai 1989: aus dem Bestand gestrichen. Boot ist für die Verschrottung vorbereitet worden, beide Reaktoren (mit aktiven Brennelementen) verblieb an Bord
-   28. August 2003: Vorbereitung des Bootes zur Überführung von Gremikha nach Polyarnyy
-   30. August 2003: nach Entdeckung einer Leckage in Abteilung VIII und dem Abriss eines Pontons sank K-159 3 sm nordwestlich der Insel Kil'din in 238 m Tiefe. Die Turmluke war dabei offen. Ohne Bewusstsein wurde Oberleutnant Maksim Zibul'skiy aus dem Wasser gefischt, alle anderen an Bord befindlichen Mannschaften kamen um. Am gleichen Tag ist das U-Boot von Tauchapparaten geortet und observiert worden.

K-159 hat während seiner Dienstzeit bei der Seekriegsflotte 9 Gefechtseinsätze absolviert, mit 212.618 sm und 25.364 Stunden Fahrzeit.


Grüsse
OLPE


Albatros

Hallo Olpe,

danke für Deine ausführliche Schilderung..... top

:MG:

Manfred

Taucher

 Hallo Olpe,

vielen Dank für diesen sehr interesanten und ausführlichen Bericht  top
 
ZitatUm 02.30 Uhr gab das Flottenkommando den Evakuierungsbefehl, das Boot sank gg. 03.00 Uhr. Was passierte in den 40 Minuten dazwischen?

Konnte denn der überlebende Oberleutnant Maksim Zibul'skiy nichts zur Klärung der offenen Fragen beitragen ?

Auf jeden Fall eine sehr tragische Geschichte, ich bin in Geddanken bei den Seeleuten, mögen sie in Frieden ruhen :MG:
Viele Grüße vom Alpenrand
Leo

olpe

Zitat von: Taucher am 03 Oktober 2012, 10:09:06
Konnte denn der überlebende Oberleutnant Maksim Zibul'skiy nichts zur Klärung der offenen Fragen beitragen ?
Hallo,
nach dem Verlust von K-159 und dem Tod von 9 Marineangehörigen kam es zum Prozess unter Anhörung von Oberleutnant Maksim Zibul'skiy und unter Teilnahme von 85 vom Gericht geladenen Zeugen, darunter Vertreter des Oberkommandos der russischen Marine. In Übereinstimmung mit Artikel 241 der Strafprozeßordnung der Russischen Föderation fand die gerichtliche Anhörung hinter verschlossenen Türen statt, da die Informationen in diesem Falle als Staatsgeheimnis eingestuft wurden ...(siehe auch hier - russ.)
Noch zwei Bilder:
Grüsse
OLPE

olpe

Hallo,
augenscheinlich sind bei beiden U-Booten in allen 4 Reaktoren (je Boot 2) die Brennstäbe an Bord verblieben. Das bedeutet, dass die Reaktoren funktionsfähig, aber heruntergefahren waren. Mir erschließt sich dieses nicht vollständig, da beide Boote sich nicht mehr in einem einsatzfähigen Zustand befanden ... aber möglich ist eben alles ...

Unten zwei Bilder (Q: OLPE), die ggf. das Verständnis bezogen auf Atomreaktoren erhöhen.
AKW Lubmin bei Greifswald, Block 6 (wurde bis 1990 nicht mit Brennelementen beladen):
Grüsse
OLPE

Albatros

REPORT MAINZ  : Versunkene russische Atom-U-Boote werden zur tickenden Zeitbombe

Ein Video zum Thema.....http://www.youtube.com/watch?v=CgttvcSKZWA

:MG:

Manfred

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