Fotos der kaiserlichen Marine

Begonnen von Hastei, 03 Oktober 2008, 10:56:07

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Trimmer

Uli- geht mir genau  so - ich denke auch mehr an die Hindenburg- aber :? Glauben wir mal der Schrift

Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Hastei

hallo,
nachdem ich nun einige Fotos der aktiven Flotte gezeigt habe, kommen nun paar Fotos von nicht so bekannten Schiffen.
Wenn ich meine ,"nicht so bekannten" ,denke ich nicht an unsere Spezialisten, denn für die gibt es ja nichts unbekanntes diesbezüglich, oder ?
Diese Schiffe taten auch ihren Dienst ,ohne in die "Schlagzeilen "gekommen zu sein. Stationsdienst in den Kolonien, das hört sich romantisch an.
Aber bedenken wir mal die Zeit, ohne gekühlten Getränke und ohne Klimaanlage etc,etc,über Monate, also, ich weiß nicht .

Urs Heßling

Hallo, Hastei,

Zitat von: Hastei am 21 März 2009, 10:36:07
Stationsdienst in den Kolonien, das hört sich romantisch an. Aber bedenken wir mal die Zeit, ohne gekühlten Getränke und ohne Klimaanlage etc,etc,über Monate, also, ich weiß nicht .

mein lieber Hastei, bitte etwas mehr Ehrfurcht. Monate :roll: ?? Jahre :-D !!!

Seeadler war einmal für 5 Jahre auf der Afrika-Station, nach Grundüberholung 5 Jahre im Pazifik und dann noch einmal 9 Jahre auf der afrikanischen Station. Falke hatte, wenn ich mich recht entsinne, eine Art "Rekord" mit mehr als 10 Jahren Abwesenheit von Deutschland.
a propos "romantisch": diese Schiffe hatten (wieder nur aus dem Gedächtnis, Quelle muß ich suchen, Veröffentlichung unserer Marine-Doktoren (ich glaube, Nöldeke)) den höchsten prozentualen Anteil der, wie man damals so schön sagte, "venerischen Krankheiten" in der Besatzung.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Hastei

hallo Urs,

gewiss,die Schiffe waren über Jahrzehnte weg,aber die Besatzung wurde doch hoffentlich nach spätestens einem Jahr ausgetauscht,
natürlich nicht komplett auf einmal . Und die ,ich nenn es mal direkt, Selbstmordrate war erschreckend hoch,was komischerweise
in der Literatur , soweit ich sie kenne, nicht erwähnt wird.Besonders unter den " Heizern".

es grüßt der Hastei


Langensiepen

Hier geht aber ne Menge durcheinander:
Das Personal für die Auslands-Stationen war handverlesen. Hier genügt schon betr. der Offiziere ein Blick in die Ehrenrangliste 14/18. Besonderst das Tagebuch Firle ist hierzu zu empfehlen.
Die Mannschaft sah zu fast 100% die Kommandierung als das an , was sie war, die einzige Möglichkeit ( Seeleute ausgenommen ) mal vom Webstuhl in Elberfeld oder von Zollverein weg zu kommen. Mein beiden Großväter ( Bäcker in Elberfeld der eine , Bauernknecht im württembergischen der andere ) haben außer ihrem Wehrdienst ( ~ 1890 ) in Friedenszeiten ihren Heimatbezirk nicht verlassen. So ging es fast allen. Da war man gern ein Jahr ( drei Jahre saß keiner ab ) in der Südsee.
Natürlich erscheint uns heute die Unterbringung an Bord etwas unbequemlich, aber wie sah das Leben für die Masse der Kulis vor und nach `Reserve hat Ruhe `aus?  Mein Gott ,Landarbeitersohn in Vorpommern oder Hauer auf Schalke. Da zerrte man dann schon ein Leben lang  von der Zeit an Bord. Ganz allgemein war die Verpflegung besser als was  man zuhause vorgesetzt bekam. Der Umgangston an Bord auch entspannter . Mir sind keine Reichstagsanfragen bekannt, in denen es um `` Vorfälle `` auf den Auslandsstationen ging.
Das man sich nicht so oft wie in WHV oder KI ein Tripper einfing hatte ne Reihe von Ursache. Wer Wert auf  Details legt, dem sei die reichhaltige medizinische Literatur empfehlen.
Das die Selbstmordrate höher als bei der Flotte oder als in der Zivilfahrt lag ist mir neu und ich hätte gern mal die diesbezüglichen Quellen erfahren. Man lehrnt ja gern dazu.
Das nach / vor  Suez bei den Zivilfahrern ( besonderst den Heizern )   das überbordjumpen nicht selten war ist bekannt, aber die Zustände im Heizraum eines kleinen Gunboats sind mit denen  an Bord der großen Liner nicht zu vergleichen.
Fazit: Kaum ein Kuli hätte sich nicht gern auf die Auslandsstation gemeldet und kaum einer hat nachher nicht diese Zeit in den leuchtesten Farben gemalt.
Gruß   8-)

Spee

Trifft ja auch für die Kommandanten zu.
Endlich ein richtiges Kommando. Freie Entscheidungen, kein ständiges Gegängel von oben.
Schaut man sich die Leistungen der Auslandsschiffe im Vergleich zur Hochseeflotte im ersten halben Jahr des Ersten Weltkrieges an wird klar, wo das beste Personal war.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Urs Heßling

Servus, Thomas,

Zitat von: Spee am 22 März 2009, 11:26:16
Endlich ein richtiges Kommando. Freie Entscheidungen, kein ständiges Gegängel von oben.

Ja  :ML: auch nicht immer !  :wink: lesenswert hierzu:
http://www.winklerverlag.com/verlag/v0390x/index.html
in dem darüber berichtet wird, wie Bismarck (ACHTUNG: hier ist nicht das Schiff B gemeint !!!) mit Kommandanten umging, die "seine" Politik umgesetzt oder gefährdet hatten.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Spee

@Urs,

naja, einige Kommandanten haben sich auch "wenig diplomatisch" verhalten. Das ist in diesem Sinne ein Auswahlverfahren, um gute von schlechten Kommandanten zu unterscheiden.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Alex Shenec

#308
Hallo

Schön! Der Autor Sergej Haritonov, Sankt Petersburg. Wladiwostok, 1913 (?).

Links das Opfer "Emdens" - "Zhemchug". Auf dem Hintergrund "Königsberg" oder "Leipzig".
Und auf dem Vordergrund "Scharnchorst" oder "Gneisenau"?

Schöne Grüße
Alex

Urs Heßling

Hi

@Spee
Zitat von: Spee am 22 März 2009, 16:15:02
einige Kommandanten haben sich auch "wenig diplomatisch" verhalten. Das ist in diesem Sinne ein Auswahlverfahren, um gute von schlechten Kommandanten zu unterscheiden.

Ja  :-) aber  :wink:
1. Was willst Du (als Kdt.) denn machen, wenn der Marinechef (Stosch) sich auf den Posten des Kanzlers spitzt und seine eigene Politik macht (Beispiel Entsendung des Mittelmeerverbands 1878 mit Kollision "Großer Kurfürst")  :?
2. Die Bewährung "vor Ort" gleich als Kommandant eines Auslandskreuzers wäre wohl ein wenig zu risikoreich. Das Auswahlverfahren fand - wie von Herrn Langensiepen richtig angeführt - vorher statt.

Gruß, Urs

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Urs Heßling

Hi, Alex,

Zitat von: Alex Shenec am 22 März 2009, 16:30:51
Schön! Auf dem Hintergrund "Königsberg" oder "Leipzig".

Ich meine, "Leipzig". Begründung: achtere Scheinwerferplattform sehr weit unten, deswegen nicht "Emden".

"Königsberg" kommt m.E. nicht in Frage, da erst 1914 von Deutschland nach Ostafrika entsandt.

Schön! JA, tolles Foto  top !!   

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

SchlPr11

Vom SchlPr.11:
Bootskrane stets achteraus gezurrt = SCHARNHORST.
In Wladiwostok während während einer Reise in japanische Gewässer vom 18.07. 1912 - 04.09. 1912.
Reinhard

Alex Shenec

Urs und Reinhard, danke.  :MG:

Schönre Grüße
Alex

Hastei

lieber  Herr Langensiepen,

das  einiges durcheinander geht ,sehe ich nicht so, die Beiträge ergänzen sich.
Gewiss, ich betrachtete die Situation der Seeleute aus meiner, heutigen Sicht, das war nicht geschickt von mir.
Die Erläuterungen Ihrerseits waren treffender.
Man braucht gar nicht so weit zurück gehen, als ich 1970 das Glück hatte, einen Flottenbesuch in Südamerika mitmachen zu dürfen,
war ich auch der " king" zu Hause und konnte viel erzählen. Da waren Fernreisen noch etwas Ausergewöhnliches.
Ich habe einen Artikel vorliegen , von Uwe Frohberg, über die Arbeitsbedingungen der Heizer. Ich will ihn hier nicht groß wiedergeben,
aber er schreibt u.A. , dass in älteren Berichten Mitteilungen über Hitzschläge und Selbstmorde unter dem Maschinenpersonal  besonders
häufig erwähnt wird.

@ Alex

  ein romantisches Foto, wie aus einem Prospekt für Fernreisen.
  Das Foto wurde doch bestimmt nachträglich koloriert.
  Ich finde es jedenfalls toll


es grüßt der Hastei

Langensiepen

#314
Tag Herr Steinhage:

So weit gehen unsere Meinungen nicht auseinander, aber.... :roll:

Ich habe einen Artikel vorliegen , von Uwe Frohberg, über die Arbeitsbedingungen der Heizer. Ich will ihn hier nicht groß wiedergeben,
aber er schreibt u.A. , dass in älteren Berichten Mitteilungen über Hitzschläge und Selbstmorde unter dem Maschinenpersonal  besonders
häufig erwähnt wird.


..alles ist relativ:
Was heißt `` besonders häufig`` ?  Hitzschlag und Selbstmord sind für mich zwei verschiedene paar Schuh. Waren es Prozent oder Promille die diesen Weg gingen?
Deutsche Zivil- und deutsche Marineheizer haben in der vor 14 Zeit kaum Gemeinsamkeiten aufzuweisen.
Den Zivilheizer schützte zwar die Seemannordnung, aber er war seinen Vorgesetzten doch weit ungeschützter ausgeliefert als der `` gezogene `` Marineheizer. Hat auch viel mit Berufsethik zu tun. Das ganze Thema war aber bis vor kurzem so ideologisch aufgeladen, daß eine objektive Beurteilung kaum möglich war. Das `Bermudadreieck`` der maritimen Selbstmörder war das Roten Meer und das durchkreuzte des Kaisers Flotte selten.
Es sprengt hier den Rahmen sich über die Soziologie beider Gruppen näher auszulassen. Aber so viel vielleicht überspitzt dazu: Der Zivilheizer stellte die unterste Stufe des maritimen Proletariat dar, viel menschliches Strandgut. Der Marineheizer meist Facharbeiter  ( Bergmann , Schlosser ) führte diese Tätigkeit nur während seiner Wehrdienstzeit aus. Man könnten seitenlang weitere Unterschiede aufführen.
Selbstmord des Maschinepersonal der Kaiserlichen Marine ausgelöst durch die Arbeitsbedingungen in den Tropen waren die Ausnahme, bzw ich habe von keinem einzigen Fall was gelesen.  Einen guten Einblick in die `` innere Führung`` an Bord kaiserlicher Stationäre ( hier in China ) finden sich im Firles Tagebuch (militärischer Nachlaß im BA/MA Freiburg)

Gruß  8-)

PS:  Die Arbeit des Herrn Uwe Frohberg ist mir nicht bekannt. Bitte geben Sie mir doch den Titel an.

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