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Flotten der Welt => Bundesmarine / Volksmarine / Deutsche Marine => Thema gestartet von: der erste am 09 April 2012, 13:07:33

Titel: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 09 April 2012, 13:07:33
Unter dem angegebenen Link findet ihr Bilder vom Fertigungsprozeß der KTS-Boote in der Bootswerft Rechlin und andere interessante Details.
http://www.gerald-halle.de/Werkfoto.htm
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 17:04:17
Weitere Infos und Bilder zu den Kleinen Torpedo-Schnellbooten Projekt 131 der Volksmarine gibt es unter:

http://www.parow-info.de/f/fd/131.html (http://www.parow-info.de/f/fd/131.html) und

http://www.ktsboote.de/ (http://www.ktsboote.de/)

Ein paar Fotos habe ich kürzlich im MHM Dresden gemacht.

Bild 1: Bb-Seite
Bild 2: Stb-Seite
Bild 3: Beschreibung (finde die Fehler  :?)

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 17:46:23
Das Deckshaus mit der Kanzel des Kommandanten oben, der das Boot selber steuerte.
Eine Aufnahme vonn innen mit der Torpedozieleinrichtung und dem Lenkrad (vom LKW W-50), da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-120024.jpg (http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-120024.jpg)
Hinten im Deckshaus befanden sich die Arbeitsplätze vom Motorenmeister und E-Gasten, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-33ccilj.jpg (http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-33ccilj.jpg)
Vorn befanden sich der Arbeitsplatz des Obersteuermanns und ein Reserveplatz, da lang --> http://www.ktsboote.de/kts_technik_navigation_1.htm (http://www.ktsboote.de/kts_technik_navigation_1.htm)
An jeder Bordseite befand sich eine Ausstoßvorrichtung für je eine Fernzündmine UDM, da lang --> http://www.ktsboote.de/kts_technik_mine_1.htm (http://www.ktsboote.de/kts_technik_mine_1.htm)
Diese konnten in der Transportvariante gegen Verdecke für je 8 Mann ausgetauscht werden, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2013/07/10-3197639-131-74g.jpg (http://files.balancer.ru/forums/attaches/2013/07/10-3197639-131-74g.jpg)

Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 17:49:06
Die Fahrtmessdüse, Vmax 48kn
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 17:55:26
Die beiden Torpedos wurden nach hinten in Fahrtrichtung des Bootes ausgestossen. Danach drehte das Boot sofort ab.

Am Deckshaus hinten rechts der Zugang und links der 2-türige Spind für 8 Munikästen a 50 Granaten für die navalisierte 23mm Flak ZU-23, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/05-3967661-munitionsschrank-der-flak-zu-23.jpg (http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/05-3967661-munitionsschrank-der-flak-zu-23.jpg)
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:06:03
Das Heck mit den 3 Schrauben. Die beiden äußeren Motoren wirkten direkt auf die Schrauben, der mittlere mit Abtrieb nach vorn, gewährleistete über ein Getriebe neben der Manöverfahrt zusätzlich das Rückwärtsfahren und Aufbremsen, Minimalgeschwindigkeit 8 kn.
Über den Schrauben die Öffnungen für die freiflutenden Zellen, die sich über das Schraubenwasser mit Luft füllen und so das Boot hinten höher kommen lassen.
Hinten am Heck, drei Opferanoden für den Korrosionsschutz.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:31:38
Die 23mm ZU-23, bedient allein vom Arigast. In der Landvariante hatte die 5 Mann Bedienung (GF,RS,2xLK,VisierK,). Nachladen während der Fahrt je nach Fahrtstufe möglich bis nur unter Lebensgefahr möglich. Im Gegensatz zu den arimäßig unbewaffneten Vorgänger-LTS-Booten, sollten vor allem Kampf-Hubschrauber auf Abstand gehalten werden. Der Arigast konnte wohl als erster seine Bandscheiben abschreiben, da sein Sitz im Gegenteil zu den anderen Besatzungsmitgliedern nicht gefedert war. Ein Wetterschild schützte ihn vor dem Gröbsten und er konnte sich am Sitz festschnallen, trotzdem dürfte jede Gefechtsfahrt eine Bewährungsprobe gewesen sein, um nicht über Bord zu gehn :|
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:38:50
Hier noch ein Lageplan des Maschinendecks. Für die Stromerzeugung gab es einen Wellengenerator auf der Bb.-Welle und zusätzlich einen Hidi.

Ein Kompressor für die Anlassluft war vorhanden. In der Notunterkunft vorn gab es vier Schlafgelegenheiten und einen Elektrokocher, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/3d/3a/3d3a00c5f8d56f31b93e9ad3543b5e76.gif (http://files.balancer.ru/forums/attaches/3d/3a/3d3a00c5f8d56f31b93e9ad3543b5e76.gif)

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:

5 Mann + 1 Reserveplatz + 16 Außenplätze bei der Transportvariante

Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
Obersteuermannsmaat (UaZ 4 Jahre, nach 11monatiger Naviausbildung Flottenschule Parow)
Motorenmeister (BU 10 Jahre, nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Arigast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänhom)

30 Serien-Boote + 4 Vorserienboote gebaut.

Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe

weitere Info Seite --> da lang http://www.galepp.com/frames/frameset-lts.htm (http://www.galepp.com/frames/frameset-lts.htm)

Edit: Die Flak wurde natürlich vom Arigast bedient
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 11 Januar 2016, 20:44:04
moin, Frank,
tolle Info top :MG:

Frage zu
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
..
Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe
Wie lief die Kommandantenschulung ?
War eine der 6 Gruppen (reihum im Wechsel) eine Schulungsgruppe ?
Oder war ein "frischgebackener" Kommandant gleich "Einsatzkommandant" ?
Denn eine Lehrlingszeit als Wachoffizier war ja aufgrund Platzmangels offensichtlich nicht möglich ..

Gruß, Urs
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 11 Januar 2016, 21:58:25
Zitat von: Urs Heßling am 11 Januar 2016, 20:44:04

Frage zu
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
..
Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe
Wie lief die Kommandantenschulung ?
War eine der 6 Gruppen (reihum im Wechsel) eine Schulungsgruppe ?
Oder war ein "frischgebackener" Kommandant gleich "Einsatzkommandant" ?
Denn eine Lehrlingszeit als Wachoffizier war ja aufgrund Platzmangels offensichtlich nicht möglich ...
Hallo Urs,
ich hänge mich hier mal ein weil ich ja schließlich fünf Jahre bei diesen Booten gedient habe.
Die künftigen Kommandanten von KTS-Booten wurden bereits im letzten Studienjahr an der OHS auf ihren Einsatz vorbereitet. Im letzten Truppenpraktukum vor den Schulabschluß und der Ernennung zum Leutnat wurde grundsätzlich dazu genutzt, dass die Kommandantenprüfung ohne Waffeneinsatz abgelegt wurde. Das ist ersatzmäßig die "WO-Zeit" gewesen. Als junge Leutnants kamen diese Kommandanten dann unter die Fitische von alten Hasen und erlernten sehr schnell auch den Waffeneinsatz. Beide Brigaden gingen im Jahreswechsel Bereitschafts- oder auch Gefechtsdienst genannt. Hier wurden nur Kommandanten zugelassen, die alle Berechtigungen für die Führung des Bootes hatten. Da Einzelbootseinsätze nicht vorgesehen waren, waren immer ein Paar, eine Rotte, eine Gruppe oder die gesamte Brigade in See. Von 15 Booten der Gefechtsdiensteinheiten hatten zwei ständig Bereitschaft, dass heißt, vorgewärmte Maschinen, alles erforderliche an Bord, die Besatzungen, einschließlich Kommandant, waren immer an Bord des dazu gehörenden Schwimmenden Stützpunktes. Diese Boote konnten innerhalb 15 min auslaufen während das bei den anderen etwa 60 min dauerte.
Eine sogenannte "Schulungsgruppe" innerhalb der sechs Gruppen gab es nicht, zumal ja beide Brigaden unabhängig von einander handelten, also nur in jeweils drei Gruppen. Für einige junge Kommandanten war das so wie ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Aber größere Probleme gab es relativ selten, da jeder Kommandant wusste, ein grober Fehler bedeutete meist Abgabe des Kommandos und Einsatz als WO auf einem großen TS-Boot oder anders wo.
Noch eine kleine Korrektur zu 2M3´s Zitat: es gab keine KTS-Brigaden, ab 01.12.1982 wurden beide LTS-Brigaden in TS-Brigaden umbenannt, also 7. TS-Brigade "FRITZ GLOBIG" und 9. TS-Brigade "KARL BEIER". UNter dieser Bezeichnung findet man sie auch im MA in Freiburg, LTS sucht man da vergebens.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Elektroheizer am 11 Januar 2016, 22:50:45
Und noch 'ne Frage
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:

Kommandant
Motorenmeister (BU 10 Jahre, nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänhom)
Warum 2 E-Gasten? IMHO wäre da ein gelernter Mot-Gast sinnvoller, falls mal was an der Maschine ist. Oder waren Mot-Mixer da Mangelware und wurden woanders dringender gebraucht  :?
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 11 Januar 2016, 23:04:51
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:
5 Mann + 1 Reserveplatz + 16 Außenplätze bei der Transportvariante

Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenchef, Gruppe = 5 Boote)
Obersteuermannsmaat (BU und UaZ 4 Jahre, nach 11monatiger Naviausbildung Flottenschule Parow)
Motorenmeister (BU 10 Jahre und UaZ nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Ari-Gast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänholm)
Zur Besatzung gehörten die Transportsitze nicht, sie waren eine Einsatzvariante. Einen Reserveplatz gab es eigentlich nicht, da der Steuermann diese zwei Plätze nutzte. Einer für die Funkmeßstation (BS2) und einer beim Koppelrechner mit kleiner Arbeitsplatte (BS1), wo Notizen für das Bootstagebuch gemacht wurden. Alle Befehle und Manöver wurden auf einem Tonband aufgenommen und danach wurde das Bootstagebuch geschrieben. Während der Fahrt war das Schreiben fast unmöglich.
Eddy
Zugegeben, mitfahrende Gäste nutzen einen Platz davon.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 11 Januar 2016, 23:15:56
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:38:50
.... In der Notunterkunft vorn gab es vier Schlafgelegenheiten und einen Elektrokocher....
Diese vier Kojen wurden sehr selten benutzt, in kalten Jahreszeiten auch sehr unbehaglich, da nicht heizbar. Da blieb man lieber auf GS.
In dieser Notunterkunft waren auch der VS-Spint und der Waffenschrank mit zwei MPi und drei Pistolen plus dazu gehörende Munitionskampfsätze. Die Signalpistole und Munition waren ebenso da untergebracht. Während des Seeeinsatzes trug nur der Kommandant seine Waffe am Mann.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 11 Januar 2016, 23:22:15
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:31:38
... Der Ladehugo konnte wohl als erster seine Bandscheiben abschreiben, da sein Sitz im Gegenteil zu den anderen Besatzungsmitgliedern nicht gefedert war. Ein Wetterschild schützte ihn vor dem Gröbsten und er konnte sich am Sitz festschnallen, trotzdem dürfte jede Gefechtsfahrt eine Bewährungsprobe gewesen sein, um nicht über Bord zu gehn...
Nun ganz so schlimm war das nicht aber einfach auch nicht. Vergesst bitte nicht, das der Ari-Gast fast am Heck saß und somit auf dem einzigen Teil des Bootes was im Wasser lag. Die Schläge fingen die anderen viel stärker ab. Der Ari-Gast musste sich anschnallen.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 11 Januar 2016, 23:27:03
ein kleines Beispiel
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 12 Januar 2016, 11:11:14
Zitat von: Elektroheizer am 11 Januar 2016, 22:50:45
Und noch 'ne Frage
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:

Kommandant
Motorenmeister (BU 10 Jahre, nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänhom)
Warum 2 E-Gasten? IMHO wäre da ein gelernter Mot-Gast sinnvoller, falls mal was an der Maschine ist. Oder waren Mot-Mixer da Mangelware und wurden woanders dringender gebraucht  :?

Tschuldigung,

der 5. Mann war natürlich der Arigast.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 12 Januar 2016, 11:32:14
Zitat von: Eddy am 11 Januar 2016, 23:04:51
...
Obersteuermannsmaat (BU und UaZ 4 Jahre, nach 11monatiger Naviausbildung Flottenschule Parow)
Motorenmeister (BU 10 Jahre und UaZ nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
...

Moin Eddy,

Danke für Deine Korrekturen und Ergänzungen.
1. Frage: Gab es bei der Frage Dienststellung ob UaZ oder BU eine feste Regelung, z. B. BUs nur auf den Gruppenführerbooten oder wurden UaZs nur mangels BUs eingesetzt?
2. Frage: Ist das auf Deinem ersten Bild in der Kommandantenkanzel links oben ein Tochtergerät vom TSR-222 Navigations-Radar, oder?
3. Frage: Gab es eine Freund-Feind-Kennungs-Anlage (FFK)?
4. Frage: Kannst Du was zur Art bzw. Möglichkeit der Verpflegung, Trinkwasser und Toilette (über die Reling?  :|) schreiben?
5. Frage: Ein UKW-Funkgerät in der Kmdt.-Kanzel. Gab es noch weitere Geräte (KW, SIRENA) und wo waren die untergebracht?

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 12 Januar 2016, 17:40:05
Zitat von: 2M3 am 12 Januar 2016, 11:32:14

1. Frage: Gab es bei der Frage Dienststellung ob UaZ oder BU eine feste Regelung, z. B. BUs nur auf den Gruppenführerbooten oder wurden UaZs nur mangels BUs eingesetzt?
2. Frage: Ist das auf Deinem ersten Bild in der Kommandantenkanzel links oben ein Tochtergerät vom TSR-222 Navigations-Radar, oder?
3. Frage: Gab es eine Freund-Feind-Kennungs-Anlage (FFK)?
4. Frage: Kannst Du was zur Art bzw. Möglichkeit der Verpflegung, Trinkwasser und Toilette (über die Reling?  :|) schreiben?
5. Frage: Ein UKW-Funkgerät in der Kmdt.-Kanzel. Gab es noch weitere Geräte (KW, SIRENA) und wo waren die untergebracht?
Hallo Frank,
zu Deinen Fragen versuche ich mal einige zu beantworten.
1. die Planstellen waren bei allen Booten BU-Planstellen nur das Personal dazu fehlte also griff man auch auf UaZ zurück. Bei den Mot-Meistern besonders ausgeprägt.
2. Auf dem Bild müsste an dieser Stelle eigentlich das Gerät zur Feinabstimmung Gradus 2 sein, hier ist aber ein anderes zu erkennen. Ich glaube da wurde gebastelt. Frage ist aber an einen ehemaligen Kommandanten schon raus gegangen.
3. FFK-Anlage war vorhanden, den Kasten siehst Du auf Bild 3 genau zwischen der beiden Scheiben hinter dem Tubus. Diese Anlage wurde von der MiG 21 eingebaut und funktionierte fast nie, Grund: die MiG hatte drei Antennen dafür, die KTS-Boote nur eine auf der Mastspitze. Die Boote fuhren stets ohne Kennung. Die Flieger haben uns mal gesagt, das sie alles Kleine bekämpften was sich auf dem Wasser schnell bewegte, egal was. Ein verdammt schwacher Trost.
4. Verpflegung wurde je nach Dauer des Einsatzes ausgerüstet aber nicht so wie die Boote mit Kombüse sondern Schnellbootspäckchen, also Dauerkeks, Wurstkonserven, Kondensmilch, Traubenzucker, Schokoladenriegel, Käsekonserve. Trinkwasser bin ich etwas unsicher aber ich glaube das wurden Kanister an Bord verstaut, hauptsächlich für´s Kaffeekochen wenn Pausen vorgesehen waren. Toilette Fehlanzeige, Pütz oder Reling, in der Hecksee sogar mit Wasserspülung.
5. Der GA-IV war natürlich auch mit einer KW-Anlage und Sirena ausgerüstet, die sich im Bereich des Steuermanns befanden. Kommandos wurden nur über eine BÜ-Anlage gegeben, bzw. lief die Verständigung untereinander so ab, incl. Ari-Gast, deshalb auch die Pilotenhelme.
Das Bild zeigt einen Kommandanten mit Kampfanzug, Helm mit Sonnenvisier und Pistole. Die Waffe wurde links getragen, die Seite, wo kein Besatzungsmitglied einen möglichen Zugriff gehabt hätte.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Blinki am 13 Januar 2016, 07:46:36
Danke Eddy für die ausführlichen Darstellungen.

Nachdem ich das hier gelesen haben, kann ich für mich nur feststellen das "KTS" fahren "Hart und Abenteuerlich" war. Dagegen hatten wir es auf den 142ern ja richtig gemütlich.......
LG
vom Blinki
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: olpe am 13 Januar 2016, 08:05:17
Hallo,
auch von mir ein dickes  top top :MG: ... interessante Darstellung.
Hier ein Clip, der die Sachlage - mehr aus Sicht der LTS-Boote gesehen - nochmals unterstreicht: --/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=crLWvlv2BEg)
Grüsse
OLPE
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: smutje505 am 13 Januar 2016, 11:28:49
Hallo Olaf für den Klick  top
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 13 Januar 2016, 13:52:20
Zitat von: 2M3 am 12 Januar 2016, 11:32:14
2. Frage: Ist das auf Deinem ersten Bild in der Kommandantenkanzel links oben ein Tochtergerät vom TSR-222 Navigations-Radar, oder? ...
So Frank,
Frage geklärt, hätte mir aber auch einfallen können. Das Foto wurde auf dem Auflieger in Rechlin gemacht und da fehlt das Gerät zur Feinabstimmung Gradus 2. Deshalb kann man vom Kommandantensitz nach unten auf die BS 2 des Steuermanns sehen und sieht den Schirm der TSR-222. Eigentlich ganz einfach, KTS war innen "transparent"  :-D.


Blinki nur Fliegen ist wohl schöner.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: hillus am 13 Januar 2016, 15:02:10
Moin,

ich hätte da auch was zum Ansehen!

hillus
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Blinki am 13 Januar 2016, 15:28:38
ZitatBlinki nur Fliegen ist wohl schöner.
Eddy

ja ist schon heftig in der Luft. Ich denke bei über 40 kn!?

Während meiner Marinezeit habe ich eigentlich nur die "Fehmarn-Wächter" gesehen, aber nie ein KTS.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Redfive am 13 Januar 2016, 17:35:28
Schöne Info zu dem schönen Boot, stand schon ein paar mal vor nem KTS und hab mich gefragt wie da das Marineleben drauf abging.
Hätte BW-Marine sowas gehabt, wäre was für mich gewesen.  :-P

Danke für die Info´s.


Gruß
Sven  :MG:
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: RonnyM am 13 Januar 2016, 17:56:17
...schönen Dank, aber was war ich froh, dass ich immer Dickschiff - bis auf UW 12 - gefahren bin. :angel:

Grüße Ronny
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Big A am 13 Januar 2016, 17:59:52
Ich auch, Ronny, ich auch...

Wie sagte man zu den S-Booten? Ostseerocker, kurze Hälse, lange Säcke... 8-) :-P

---duckundwech---

Axel
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 13 Januar 2016, 18:51:45
moin, Eddy,
Danke für die Info top :MG:

Aber da muß ich doch noch einmal nachfragen
Zitat von: Eddy am 11 Januar 2016, 21:58:25
Im letzten Truppenpraktukum vor den Schulabschluß und der Ernennung zum Leutnat wurde grundsätzlich dazu genutzt, dass die Kommandantenprüfung ohne Waffeneinsatz abgelegt wurde. Das ist ersatzmäßig die "WO-Zeit" gewesen. Als junge Leutnants kamen diese Kommandanten dann unter die Fitische von alten Hasen und erlernten sehr schnell auch den Waffeneinsatz.
Zur Kommandantenprüfung: War der Prüfer an Bord des Prüflings-Bootes oder auf einem anderen Boot (mit Durchgeben einer Übungslage über Sprechfunk) ?
"unter die Fittiche von alten Hasen": auch Ausbildung durch einen erfahrenen "Steuermann" ?

Gruß, Urs
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Blinki am 13 Januar 2016, 20:40:46
@ Big A   ...aber ganz schnell wech...... :-D

@ Urs Hattest Du während Deine Bundesmarinezeit eine Begegnung auf See mit KTS Booten?
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 13 Januar 2016, 21:55:04
moin, Blinki,

Zitat von: Blinki am 13 Januar 2016, 20:40:46
Urs Hattest Du während Deine Bundesmarinezeit eine Begegnung auf See mit KTS Booten?
Nein, nie.
Auch mit OSA und SHERSHEN der NVM nur ein einziges Mal, in einer Nacht östlich von Rügen, als ich mir die Vorgänge bei "Waffenbrüderschaft 80" näher ansah :O/Y.

Gruß, Urs
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 14 Januar 2016, 11:21:01
Zitat von: Urs Heßling am 13 Januar 2016, 18:51:45
Aber da muß ich doch noch einmal nachfragen
Zur Kommandantenprüfung: War der Prüfer an Bord des Prüflings-Bootes oder auf einem anderen Boot (mit Durchgeben einer Übungslage über Sprechfunk) ?
"unter die Fittiche von alten Hasen": auch Ausbildung durch einen erfahrenen "Steuermann" ?
Urs,
das ging alles ganz einfach über die Bühne, die Kommandantenprüfung ohne Waffeneinsatz beinhaltete grob den theoretischer Teil und das praktische See- und Gefechstklarmachen des Bootes sowie das Ein- und Auslaufen unter Kontrolle eines Spezialisten des Brigadestabes. Das Zusammenwirken der Boote wurde dann später nach Zuversetzung durch den Gruppenchef organisiert und trainiert.
Eddy

Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 14 Januar 2016, 12:19:00
Was hier als Kommandantenprüfung bezeichnet wird, hieß offiziell "Zulassung zur Schiffsführung und zum Waffeneinsatz". Die sogenannte I.WO Prüfung war "Zulassung zur Schiffsführung ohne WE", II.WO Prüfung war "Zulassung zur selbständigen Seewache". Zumindest bei unseren Schiffen und Booten in der 6. Flottille. Bei KTS gab es eigentlich nur die erste Prüfung. Brigadechefs waren immer bestrebt soviel Leute wie möglich mit Zulassung zur Schiffsführung und WE zu haben. Auch Kommandanten hatten das Interesse, ihre Wachoffiziere möglichst schnell an die Prüfungen heranzuführen,da damit die Ersetzbarkeit an Bord besser geregelt werden konnte. Wobei der theoretische Teil eine ganze Reihe von Überprüfungen durch die jeweiligen Fachoffiziere (Navigation, Ari, Torpedo oder Rakete, Funk, Funkmess, MVM) beinhaltete. Die praktischen Prüfungen wurden dann in See durchgeführt-  selbständiges Ein- und Auslaufen, Mann über Bord Manöver, Raketen-oder Torpedoangriffe, Arischießen, An- und Ablegen, Verbandsfahren.
Was müssen eigentlich Offiziere in der Dt. Marine für Prüfungen ablegen um Kommandant zu werden?
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 14 Januar 2016, 16:20:33
Zitat von: Eddy am 13 Januar 2016, 13:52:20
Zitat von: 2M3 am 12 Januar 2016, 11:32:14
2. Frage: Ist das auf Deinem ersten Bild in der Kommandantenkanzel links oben ein Tochtergerät vom TSR-222 Navigations-Radar, oder? ...
So Frank,
Frage geklärt, hätte mir aber auch einfallen können. Das Foto wurde auf dem Auflieger in Rechlin gemacht und da fehlt das Gerät zur Feinabstimmung Gradus 2. Deshalb kann man vom Kommandantensitz nach unten auf die BS 2 des Steuermanns sehen und sieht den Schirm der TSR-222. Eigentlich ganz einfach, KTS war innen "transparent"  :-D. ...

Danke Eddy,

die KTS wurden mW im Winter an Land eingelagert. Gab es für das Aufslippen und Zuwasserlassen feste Termine oder lief das je nach Wetterlage, gab es dafür eine oder mehrere Hallen und was machten die Besatzungen im Winter außer Kaffeetrinken und Politausbildung  :? 8-) :lol:?

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 14 Januar 2016, 16:33:03
Noch ne Frage,
wie sah es bei den KTS-Besatzungen mit der gegenseitigen Ersetzbarkeit aus? Mot.-Meister und E-Gast konnten sich auf See sicherlich weitestgehend gegenseitig ergänzen und arbeiteten bei Wartungsarbeiten im Hafen zusammen, egal ob Mot.-, Elektrik- oder Pumpenbereich. Wer konnte den Kmdt. bei Ausfall (im Gefecht) in der Kanzel ersetzen, gab es dazu Überlegungen bzw. Vorschriften und waren andere Besatzungsmitglieder an der ZU-23 ausgebildet? Zwischen Kmdt. und Steuermann musste sicherlich ein besonderes Vertrauensverhältnis bestehen, da ein Bootsführer ansonsten gern selber mal einen Blick auf Radarschirm und Seekarte wirft, was von der Kanzel eines KTS so nicht möglich war, oder?

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 14 Januar 2016, 20:44:15
moin,

Zitat von: der erste am 14 Januar 2016, 12:19:00
Was müssen eigentlich Offiziere in der Dt. Marine für Prüfungen ablegen um Kommandant zu werden?
Diese Antwort ist weder aktuell noch allgemein :wink:
Es gab bei den Schnellbooten drei sogenannte Leistungsnachweise
LN I = Fahren als WO
LN II = Fahren als selbständiger WO
LN III = Befähigung als Kommandant
LN I und LN II wurden ohne besondere Prüfung durch den eigenen Kommandanten erstellt, der Kommandeur war Schlußzeichner.
Bedingung für den LN II war eine Prüfung. Sie umfaßte eine theoretische schriftliche und mündliche Prüfung mit den Hauptthemen Waffeneinsatz, Technik/Logistik, Personalführung und Disziplinarwesen.
Nach bestandener theoretischer Prüfung erfolgte die praktische Prüfung. Sie bestand zu meiner Zeit in einer ca. 12 Stunden langen Einsatzfahrt, bei der Bootshandhabung, Fahren im Verband bei Tag und Nacht, Fahren nach Radar, Schadensbekämpfungsleitung, Waffeneinsatzleitung und Notmanöver geprüft wurden.
Gefahren wurde auf einem "fremden" Boot, als Prüfer fungierten der eingeschiffte Kommandeur und der Kommandant des Bootes. Wie bei einer Kfz-Fahrprüfung war ein Eingreifen des Prüfers gleich bedeutend mit einem "nicht bestanden".
Ich war sowohl bei meiner theoretischen als auch bei meiner praktischen Prüfung wohl meinem Kommandeur als zu keck aufgefallen. Deswegen bewertete er meine praktische Prüfung als nur teilweise bestanden mit der Begründung "Sie sind beim Formationsfahren ständig statt mit 150 Yards Abstand mit 160 Yards Abstand gefahren" :wink:
Die Wiederholung des Formationsfahrens bestand ich dann :wink:, obwohl ich meiner eigenen Meinung nach beim 2. Mal schlechter gefahren war.

In späteren Jahren war die praktische Kommandantenprüfung dann der Einsatz als "Kommandant" auf dem "eigenen" Boot während eines mehrere Wochen dauernden Manövers.

Gruß, Urs
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 14 Januar 2016, 21:01:32
Danke für die Erklärung. War ja fast ähnlich, außer, das es bei uns die Prüfung in Personalwesen und Disziplinar nicht gab. Aber wie muss ich denn dann solche Meldungen verstehen "...war im Ministerium, ist jetzt als Kommandant auf... eingesetzt."? Geht das so einfach? Da muss es doch auch irgendeine Befähigung geben, oder habe ich da irgend etwas nicht verstanden? Wenn nicht hier, dann können wir auch in Rostock darüber reden.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 15 Januar 2016, 16:50:41
Zitat von: 2M3 am 14 Januar 2016, 16:20:33
... die KTS wurden mW im Winter an Land eingelagert. Gab es für das Aufslippen und Zuwasserlassen feste Termine oder lief das je nach Wetterlage, gab es dafür eine oder mehrere Hallen und was machten die Besatzungen im Winter außer Kaffeetrinken und Politausbildung?....
Hallo Frank,
lass diese Deine Meinung zum Kaffeetrinken und Polit keinen KTS-Mann lesen, da haste ab sofort schlechte Karten.
Es ist richtig, dass die Boote, da sie keine Eisklasse hatten, mit Beginn der Eisbildung aufgeslippt wurden. Dazu existierte eine große Halle in die von der Kranpier zwei Schienenstränge hinein liefen. Auf diesen Schienen wurden die Pallungswagen für die Boote geschoben/gezogen. Auf jeder Seite wurden 15 Boote eingelagert, Werftlieger abgenommen. Beim Aufslippen  wurden alle Bunker geleert, die ZU-23 herunter genommen und separat eingelagert, Munition natürlich auch. Die Torpedos gingen ebenfalls vorher an die TTK-16 oder Regelstelle des jeweiligen SSP zurück. Da die Halle völlig ohne Heizung war, waren Arbeiten wie am Unterwasserschiff, an der Technik an Bord und anderes eine sehr frostige Angelegenheit. Polit- und Spezialausbildung an Bord des SSP waren da willkommene Tage. Das Abslippen erfolgte selten planmäßig, meist alarmmäßig. Dafür gab es nämlich Normen. Hätte ja sein können, dass bei keinem oder dünnem Eis ein Einsatz notwendig wurde. Ich kann nur sagen, dass ging alles sehr flott ab.
Das jeweilige Boot wurde mit Gabelstabler aus der Halle gezogen bis unter den Kran, die Pallungen wurden angeschlagen, das Boot im Wasser ausgeschwommen und am Pier fest gemacht. Jetzt folgte das Aufsetzen der Waffe. War das erledigt kam eine Barkasse und schleppte das Boot zum SSP zum Bebunkern und Ausrüsten. Wenn dann die Aufgabe zum sofortigen Auslaufen noch dazu kam, wurde es noch härter. Entscheidend war immer der Start der Maschinen und jeder Kommandant war froh wenn diese Dinger nach drei bis vier Monaten Slipzeit ansprangen, meist funktionierte es perfekt.
Bild 1 Hafen 1992, zeigt aber die Größe der Halle
Bild 2 Gabelstapler zieht Boot aus der Halle
Bild 3 anschlagen der Pallung
Bild 4 anheben
Bild 5 Boote geht ins Wasser
Bild 6 Boot fest, Waffe bereit zur Übergabe
Die Fotos entstanden bei einem planmäßigen Abslippen.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 15 Januar 2016, 17:41:24
Zitat von: 2M3 am 14 Januar 2016, 16:33:03
....wie sah es bei den KTS-Besatzungen mit der gegenseitigen Ersetzbarkeit aus? Mot.-Meister und E-Gast konnten sich auf See sicherlich weitestgehend gegenseitig ergänzen und arbeiteten bei Wartungsarbeiten im Hafen zusammen, egal ob Mot.-, Elektrik- oder Pumpenbereich. Wer konnte den Kmdt. bei Ausfall (im Gefecht) in der Kanzel ersetzen, gab es dazu Überlegungen bzw. Vorschriften und waren andere Besatzungsmitglieder an der ZU-23 ausgebildet? Zwischen Kmdt. und Steuermann musste sicherlich ein besonderes Vertrauensverhältnis bestehen, da ein Bootsführer ansonsten gern selber mal einen Blick auf Radarschirm und Seekarte wirft, was von der Kanzel eines KTS so nicht möglich war, oder?...
Das ist nicht so ohne weiteres zu beantworten. Eigentlich stand diese Frage für eine derartig kleine Besatzung nur in zwei Richtungen, Steuerung des Bootes und Fahren der Maschinenanlage. In der Maschine waren es zwei, der Mot-Mstr. und der E-Gast. Der E-Gast konnte auch fahren, wenn der Mot-Mstr. ausfiel, der E-Gast war auch der Ersatz für den Ari-Gast wenn dieser personell ausfiel. Der Kommandanten musste bei dessen Ausfall der Steuermann ersetzen aber nur zum Fahren, unter dem Motto "nischt wie weg!". Notfalls das Boot auf Dreck zu setzen. Diese Einzelausfälle wären eigentlich nur gesundheitlich denkbar gewesen, ansonsten Totalausfall oder -verlust des Bootes eher. Die berechnete Verlustquote bei LTS und KTS lag bei 80%. Was wollte man da noch ersetzen.
Vertrauen war generell in so einer kleinen Truppe notwendig. Der Kommandant hatte zwar einen erhöhten Sichtwinkel aber was der Steuermann machte, konnte er während der Fahrt nicht sehen. Sichtkontakt bestand eigentlich nur zwischen Mot-Mstr. und E-Gast, denn sie saßen nebeneinander. Der E-Gast konnte eventuell den Steuermann mal von hinten sehen, wenn dieser auf BS I war, saß er an der TSR konnte er ihn auch nicht sehen. Er war aber der mit der größten Bewegungsfreiheit an Bord. Deshalb musste er auch beim An- und Ablegen die Leinen wahrnehmen und ähnliche Aufgaben erfüllen. So jedenfalls meine Erinnerungen.
Eddy
PS: Übrigens gehörte es von Anfang an (LTS) bis zum Schluss zur Tradition, dass die LTS- bzw. KTS-Boote bei Flottenparaden die Fahnenträger waren, Kampfschiffe, Hilfsschiffe, 6. GBK. Bei Vorführungen wurde meist das KSK-18 vor der Tribüne abgesetzt.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 16 Januar 2016, 13:13:05
Zur Hauptbewaffnung der Boote.
Dampfgastorpedo mit mechanischen Aufschlagzünder
Typ 53-56W, Kaliber 533 mm, Länge 7,49 m, Gewicht 1750 kg, Ladung 310 kg
Geschwindigkeit 51 kn - Laufstrecke 4.000 m
Geschwindigkeit 39 kn - Laufstrecke 8.000 m
Die Torpedos wurden in der Regelstelle des jeweiligen SSP geregelt und der Besatzung über Bordkran übergeben. Außerhalb des Stützpunktes Bug war die TTK-16 für die Regelung und Übergabe an die Boote verantwortlich. Übergabe vom Hilfsschiff in See war nur in ruhiger See möglich.
Jährlich fand ein Torpedo-Schießabschnitt (TSA), bei dem durch eine begrenzte Anzahl Übungstorpedos geschossen wurden. Die meisten Torpedos tauchen nach der Laufstrecke wieder auf (sie bliesen Luft ab und tauchten mit dem Übungskopf auf) und wurden vom Torpedofangboot wieder aufgenommen. Das Fangboot war in der Regel auch das Zielschiff. LTS und KTS hatten eine serienreifen Heckausstoß der Torpedos, der bereits bei der KM entwickelt wurde aber nicht serienmäßig zum Einsatz kam. Das heißt, der Torpedo wurde mit Druckluft nach hinten ausgestoßen mit dem Schwanzteil zuerst. Nach vielen Erprobungen gelang es, die Eintauchtiefe sehr gering zu halten, was für einen Einsatz im Flachwasserbereich (Küstennähe) auch zweckmäßig war. Nach anfänglichen Diskussionen mit dem großen Bruder über Sinn und Unsinn von Oberflächenläufern, gehörte diese Schussart auch zu den Möglichkeiten in flachen Gewässern.
Bilder vom Versuchsboot V-11
Bild 1 Übernahme eines Torpedos
Bild 2 Torpedoausstoß
Bild 3 Blasenspur eines Torpedos in Richtung Zielschiff
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 16 Januar 2016, 13:45:31
Es gab auch einen geplanten Nachfolger für KTS, das Projekt 141 als Rakententräger. Wurde aber nichts, man baute das Projekt 151 (BALCOM 10)
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 16 Januar 2016, 15:56:22
Zitat von: Eddy am 15 Januar 2016, 17:41:24
PS: Übrigens gehörte es von Anfang an (LTS) bis zum Schluss zur Tradition, dass die LTS- bzw. KTS-Boote bei Flottenparaden die Fahnenträger waren, Kampfschiffe, Hilfsschiffe, 6. GBK. Bei Vorführungen wurde meist das KSK-18 vor der Tribüne abgesetzt.
Ich weis, Eddy, ich war 1979 in W'münde mit MSR 315 "Hettstedt" bei der stehenden Flottenparade zum 30. Jahrestag der DDR dabei. Die Vorführungen der KTS-Boote, gemeinsam mit Hubschraubern und Kampfschwimmern, waren der Höhepunkt der Parade. Die Bootsbesitzer am gegenüber liegendem Yachthafen waren allerdings auf Grund der verursachten Wellen nicht so begeistert.  :-o

Vielen Dank für deine umfangreichen Erläuterungen und die eingestellten Fotos.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 16 Januar 2016, 16:18:14
Zitat von: Eddy am 16 Januar 2016, 13:45:31
Es gab auch einen geplanten Nachfolger für KTS, das Projekt 141 als Rakententräger. Wurde aber nichts, man baute das Projekt 151 (BALCOM 10)

Mehr zum Thema Projekt 141

--> http://www.vierte-flottille.de/schiffeundboote/geplant/rts141/rts141.html (http://www.vierte-flottille.de/schiffeundboote/geplant/rts141/rts141.html)

und

--> http://www.gerald-halle.de/entwicklung/Nachfolger%20131.jpg (http://www.gerald-halle.de/entwicklung/Nachfolger%20131.jpg)

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Kieler-Sprotte am 16 Januar 2016, 16:35:17
Hallo
interessanter Thread,  top eine Frage.........

Zitat von: Eddy am 15 Januar 2016, 17:41:24
Die berechnete Verlustquote bei LTS und KTS lag bei 80%. Was wollte man da noch ersetzen.

:-o

War das in der Truppe bekannt? Die berechnete Verlustquote von 80 %wird ja nicht nur die Boote sondern auch die Besatzungen betroffen haben.
Ich kann mir nicht vorstellen das es ähnlich schlechte Erwartungen bei irgendeinem vorstellbaren Szenarium in der damaligen Bundeswehr egal welche Waffengattung auch immer betreffend gegeben hat, allenfalls beim Einsatz von ABC – Waffen.

:MG:
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 16 Januar 2016, 17:18:33
Zitat von: Kieler-Sprotte am 16 Januar 2016, 16:35:17
Hallo
interessanter Thread,  top eine Frage.........

Zitat von: Eddy am 15 Januar 2016, 17:41:24
Die berechnete Verlustquote bei LTS und KTS lag bei 80%. Was wollte man da noch ersetzen.

:-o

War das in der Truppe bekannt? Die berechnete Verlustquote von 80 %wird ja nicht nur die Boote sondern auch die Besatzungen betroffen haben.
...

:MG:
Moin Kieler-Sprotte,

Nur Hörensagen.
Laut Buschfunk in den unteren Diensträngen war von einer Verfügbarkeit von 30 Prozent für die 2. Welle die Rede. Allerdings weis ich nicht, ob das nur für die KTS, die TS oder alle Schnellboote galt.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 17 Januar 2016, 11:55:02
Zitat von: Kieler-Sprotte am 16 Januar 2016, 16:35:17
...War das in der Truppe bekannt? Die berechnete Verlustquote von 80 %wird ja nicht nur die Boote sondern auch die Besatzungen betroffen haben. ...

Hallo Kieler-Sprotte,
das war den Besatzungen bekannt. Zu LTS bzw. ab 1974 KTS kam auch nicht unbedingt jeder. Der Kaderbestand sagt ja schon einiges aus. Pro Besatzung drei Berufssoldatenplanstellen, die aber nicht immer so besetzt waren. Es gab zwei Beispiele, die eigentlich für die Truppe sprechen, 1966 meldeten sich von LTS 5 Offiziere und zwei Berufsunteroffiziere freiwillig nach Vietnam. Es kam nicht zu dem Einsatz. 1980 während der komplizierten politischen Situation in der Volksrepublik Polen, Streik und Krawall in Danzig und anderen Städten im Land, gab es eine Umfrage nach freiwilligen Einsatz zur Sicherung der Seegebiete vor Polen, weil ja die UdSSR den Einmarsch in Polen ablehnte, gegen eventuelle polnische Übergriffe. Es meldeten sich zehn komplette Besatzungen von KTS. Es kam auch nicht zum Einsatz.
Wenn Du nun die eigentliche Aufgabe der Stoßkräfte der Volksmarine nimmst, das Freihalten, Freischießen der Ostseezugänge für die nachrückenden östlichen Partner, dann traf das natürlich für die kleinen schnellen Boote vorrangig zu. Wenn die Torpedos verschossen, die Minen gelegt waren, waren außer der kleinen Artillerie keine Waffen mehr an Bord, Handfeuerwaffen nicht gerechnet.
Jeder weiß wie diese Meerengen bewaffnet waren und Minenfelder waren auch ruckzuck gelegt, also waren diese Berechnungen schon korrekt. Auch das Wissen der Besatzungen, dass eine Zielauffassung bei hoher Fahrtstufe nicht 100%ig möglich war (Reflexion der Heckwelle war größer als die der Bootsfläche) war nicht unbedingt beruhigend.
Zur Umsetzung dieser Aufgabe kam es ja Gott sei Dank nicht.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 17 Januar 2016, 12:03:52
Frank,
von Deinen Fotos, die Du im MHM Dresden geschossen hast, zeigt das 3. die Erklärung und die technischen Daten. Himmel sind da Fehler drin.
Vergleiche:
Tonnage: 28 t
Länge: 18,90 m
Breite: 4,50 m
Tiefgang: 1,70 m
Geschwindigkeit: 48 kn
Fahrstrecke: 350 sm
Bewaffnung: 2 x Torpedo 533 mm / 2 x Minen / 2-23 mm Flak / Umrüstung Mine gegen je acht Sitze möglich
Antrieb: 3 Dieselmotoren M 50 F3, je 1.200 PS
Diese Maschinen waren 12-Zylinder V-Motoren
hier in Aktion   https://www.youtube.com/watch?v=WzxdA-gWxwc

Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Blinki am 17 Januar 2016, 12:24:59
@ Urs
Moin Urs,
gab es für unsere Schnellboote in den 70 ern ähnliche Einschätzungen?
Ich habe immer gesagt (natürlich ohne fundiertes Hintergrundwissen) wenn wir bis Kiel Leuchturm kommen, ist es gut gelaufen. Das war jetzt in Richtung Fliegerangriffe gemeint, da wir doch erhebliche Probleme (spreche jetzt speziell von dem Boot auf dem ich gefahren bin) mit den Geschützen und der Leitanlage hatten. Aber ich kann nicht wirklich eine reale Einschätzung abgeben.
Vielleicht kannst Du das, wenn es Dir erlaubt ist.
Gruß
Blinki
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 17 Januar 2016, 12:50:20
Zitat von: Eddy am 17 Januar 2016, 12:03:52
Frank,
von Deinen Fotos, die Du im MHM Dresden geschossen hast, zeigt das 3. die Erklärung und die technischen Daten. Himmel sind das Fehler drin.

Genau Eddy, zum Thema Qualität der Ausstellung im MHM Dresden könnte man direkt ein eigenes Negativthema aufmachen. Insbesondere die Erklärungen der Technik lassen sehr zu wünschen übrig und das nicht nur bei Marinetechnik  :-o.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Kieler-Sprotte am 17 Januar 2016, 16:15:50
Zitat von: Blinki am 17 Januar 2016, 12:24:59
gab es für unsere Schnellboote in den 70 ern ähnliche Einschätzungen?
Ich habe immer gesagt (natürlich ohne fundiertes Hintergrundwissen) wenn wir bis Kiel Leuchturm kommen, ist es gut gelaufen.

Hallo,

Eddy schreibt.....
Zitat von: Eddy am 17 Januar 2016, 11:55:02


Hallo Kieler-Sprotte,

Wenn Du nun die eigentliche Aufgabe der Stoßkräfte der Volksmarine nimmst, das Freihalten, Freischießen der Ostseezugänge für die nachrückenden östlichen Partner,

Diese von Eddy angenommene Situation wäre ja nicht über Nacht entstanden. Ich könnte mir vorstellen das wenn die  Stoßkräfte der Volksmarine die Aufgabe erhalten die Ostseezugänge ,,frei zu schießen" es schon auf beiden Seiten mehr oder weniger lange Vorbereitungen gegeben hat.
Auf Nato-Seite wird man Minenfelder ausgelegt haben die schon scharf sind oder nur noch scharf gemacht werden müssen. Handelsschifffahrt benutzt eventuell schon Zwangswege und kann nicht mehr alle Ostseeausgänge benutzen.
Marineeinheiten der Nato außer U-Boote halten sich schon im Kattegat auf um von dort verdeckte Angriffe wenn nötig zu fahren.
Ich kann mir nicht vorstellen das kurz vor Ausbruch von Feindseligkeiten noch irgendetwas in den BRD - Ostsee - Marinehäfen gelegen hätte.

:MG:
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 17 Januar 2016, 17:00:40
Was, wäre, wenn - ist immer wieder beliebter Inhalt von Streitgesprächen, die heute zu damaligen Situationen geführt werden. Deshalb denke ich, bleiben wir lieber bei den Booten als solche und das Leben an Bord dieser. Alles andere wäre und ist Spekulation. Sind wir froh, dass wir das Szenarium nicht erleben brauchten und uns heute ungezwungen über unsere Geschichte unterhalten können.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 17 Januar 2016, 17:29:12
Übrigens wurden die Kampfschwimmer von KTS-Booten nicht nur abgesetzt sondern auch hin und wieder nach Aufgabenerfüllung an Bord aufgenommen. Zur genauen Feststellung der Aufnahmestelle führten die Kampfschwimmer einen aufblasbaren Reflektor mit, mit dem sich die Schwimmer im festgelegten Seegebiet kenntlich machten.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: RonnyM am 17 Januar 2016, 18:17:00
Moin Eddy,

...aber das Absetzen hat doch bestimmt nicht bei voller Fahrt stattgefunden... :? Da wäre von der Ausrüstung nix mehr übrig geblieben. :-P


Grüße Ronny
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 17 Januar 2016, 18:20:33
Zitat von: RonnyM am 17 Januar 2016, 18:17:00
Moin Eddy,

...aber das Absetzen hat doch bestimmt nicht bei voller Fahrt stattgefunden... :? Da wäre von der Ausrüstung nix mehr übrig geblieben. :-P


Grüße Ronny
Moin Ronny,

laut --> http://www.parow-info.de/f/fd/131.html (http://www.parow-info.de/f/fd/131.html) betrug die Regelabsetzgeschwindigkeit für Kampfschwimmer 22-28 kn.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: RonnyM am 17 Januar 2016, 18:49:45
...danke Frank, aber wer ist denn auf die Idee gekommen bei den Booten LKW-Lenkräder einzubauen. War das eine "Überproduktion" :?

Ich glaube, diese Idee hätte sich auf unseren Werften nicht durchgesetzt. :O/S

Grüße Ronny
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: bodrog am 17 Januar 2016, 18:59:56
Ohne Ahnung bei KTS/LTS zu haben - das ist typisch DDR: Vorhandenens zu nutzen auch wenn es nicht ganz optimal ist... entsprechende Beispiele gibt es zur Genüge
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 17 Januar 2016, 19:17:48
moin,

Zitat von: Blinki am 17 Januar 2016, 12:24:59
gab es für unsere Schnellboote in den 70 ern ähnliche Einschätzungen?
Ich habe immer gesagt (natürlich ohne fundiertes Hintergrundwissen) wenn wir bis Kiel Leuchturm kommen, ist es gut gelaufen.
Nicht nur, aber auch :-D

Ich wurde als junger II WO bei einem WINTEX eingesetzt. In der ersten gespielten "Einsatznacht" (da waren 3/4 des WINTEX natürlich schon vorbei, das ist ja eine Eskalationsübung) wurde das 7. Schnellbootgeschwader mit 8 Booten gegen eine Landungsflotte bei Mön eingesetzt. 4 Boote wurden schon bei Gedser abgefangen, die weiteren 4 gingen beim Angriff verloren. Ich hatte die Aufgabe, die mit Fettstift an eine Übersichtstafel geschriebenen Bootsnamen und die Zahl der (gefallenen) Besatzungsmitglieder von der Tafel zu wischen. Das war ein Gefühl .. :| :embarassed:

In meiner Kommandantenzeit gingen wir von einer rechtzeitigen Verlegung (vor Beginn der Feindseligkeiten) in die dänischen Küstengewässer / Inselwelt aus. Dort fühlten wir uns vor Luftangriffen "relativ" sicher. Die Fähigkeiten des P-15 (STYX), uns auch nah unter der Küste liegend zu treffen, haben wir unterschätzt.

Aber nach einer Woche Einsatz rechneten wir auch mit Verlusten in dem genannten Bereich ...

Gruß, Urs

Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 17 Januar 2016, 19:21:35
Wir waren nun mal "One way ships", auf beiden Seiten, wenn man es auch nicht wahr haben wollte.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Urs Heßling am 17 Januar 2016, 19:47:19
moin, Holger,

Zitat von: der erste am 17 Januar 2016, 19:21:35
Wir waren nun mal "One way ships", auf beiden Seiten, wenn man es auch nicht wahr haben wollte.
Was uns jetzt verbindet :O/Y

Gruß, Urs
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Blinki am 18 Januar 2016, 08:02:15
Moin,

@ Urs Danke für Deine Ausführung.

Gespürt haben es wohl die meisten an Bord, zumindest die sich wirklich interessiert haben für die Abläufe.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 18 Januar 2016, 20:44:15
Zitat von: RonnyM am 17 Januar 2016, 18:49:45
...danke Frank, aber wer ist denn auf die Idee gekommen bei den Booten LKW-Lenkräder einzubauen. War das eine "Überproduktion"?.
Nee RonnyM,
das waren die Lankräder vom LKW W-50 und diese waren griffig, sehr gut zu drehen, was bei diesen kleinen und schnellen Booten notwendig war und sie brachten kein zusätzliches, unnötiges Gewicht mit. Erfüllt haben diese Lenkräder ihre Aufgabe schon bei den LTS-Booten.

Zitat von: RonnyM am 17 Januar 2016, 18:49:45Ich glaube, diese Idee hätte sich auf unseren Werften nicht durchgesetzt.
Erprobung macht erfinderisch und was man hat, das hat man, braucht nicht neu erfunden werden.
Und ehrlich mit Speichensteuerrad aus Holz kann ich mir dieses Schnellboot nicht vorstellen, vor allem weil der Kommandant am Steuerrad saß. Er hätte sich laufend in den Speichen verheddert.

Die Absetzgeschwindigkeit der Kampfschwimmer war meist 24 kn. Erprobungen ohne Ausrüstung haben ergeben, dass sie bei über 30 kn nicht mehr eintauchten sondern übers Wasser glitten, was nicht gut für die Gesundheit war. 
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: 2M3 am 30 Januar 2016, 16:08:15
Für die KTS-Boote gab es spezielle Attrappen.

http://www.parow-info.de/f/fd/KTS-Attr.jpg (http://www.parow-info.de/f/fd/KTS-Attr.jpg)

Waren das Einzelstücke oder gab es da eine größere Anzahl, um z. B. auch mal die Abwesenheit einer ganzen Brigade oder mehr im Stützpunkt verschleiern zu können?
Ab welcher Ranghöhe war die Existenz der Attrappen in der Flottille bekannt? Ich selbst hatte erst vor einigen Jahren davon erfahren.

Gruss Frank
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 30 Januar 2016, 17:33:00
Gute Frage, ich habe auch erst nach der Wende von diesen Dingern erfahren. Ich glaube, bei Tribsees am Bunker Eichenthal steht so ein Teil. Es ging aber nicht nur um die Abwesenheit im Hafen, sie sollten auch auf Reeden und Manöverbasierungspunkten als Scheinziele dienen.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: krelle am 30 Januar 2016, 18:25:54
Boot 925 habe ich im August 2004 mal von außen in Augenschein genommen. Es stand damals auf dem Gelände des privaten maritimen Museums von Peter Tamm in Hamburg-Blankenese.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 21 Februar 2016, 13:34:59
Zitat von: 2M3 am 30 Januar 2016, 16:08:15
Für die KTS-Boote gab es spezielle Attrappen.
Waren das Einzelstücke oder gab es da eine größere Anzahl, um z. B. auch mal die Abwesenheit einer ganzen Brigade oder mehr im Stützpunkt verschleiern zu können?
Ab welcher Ranghöhe war die Existenz der Attrappen in der Flottille bekannt? Ich selbst hatte erst vor einigen Jahren davon erfahren...
Hallo Frank und @all,
ich selbst habe während meiner Dienstzeit bei KTS nie ein solches "Scheinziel" SF-1 gesehen bzw. davon gehört. Leider hatte ich auch noch nicht die Gelegenheit einen meiner ehemaligen Kommandeure danach zu fragen. Wird aber nachgeholt und ich informiere.
Aber eine Fotostrecke zum Objekt erhielt ich vor ca. 6 Jahren von der ehemaligen Militärabwehr der VM.
Eddy
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 21 Februar 2016, 13:40:01
... und noch ein paar Fotos dazu. Leider habe ich keine Beschreibung zu den Fotos, sie sind nur nummeriert. Es fehlt die Legende. Ich weiß leider auch nicht wo diese Fotos gemacht wurden. Auf alle Fälle sieht es aus wie eine "Erprobung" durch die Deutsche Marine, vielleicht sogar noch BuMa.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 21 Februar 2016, 13:41:19
... und noch der Schluss zur Fotostrecke. Ist in unserem Archiv des Museums in Dranske.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: bettika61 am 21 Februar 2016, 14:00:29
Hallo Eddy,
Schöne Fotostrecke  :MLL:
zumindestens ein Foto http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,16239.0.html
Hatten wir schon mal.
Vielleicht erinnert sich @steffen 1
Hatte storkow (https://youtu.be/5eIXtiaycis) schon früher diese Aufgabe?
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Trimmer am 21 Februar 2016, 14:39:58
Hallo Beate - einen der Männer welche da im Film gezeigt werden kenne ich persönlich und " Ja " In Storkow wurde schon zu DDR - Zeiten in dieser Richtung gearbeitet. Einige Leute wurden dann auch von der BW übernommen.

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: RonnyM am 21 Februar 2016, 15:27:01
Wo ich mich noch dran erinnern kann, waren Attrappen eines Panzers auf Unimog. Aber nur zum Üben, nicht zum T & T. :biggre:

Grüße Ronny
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Trimmer am 21 Februar 2016, 15:32:14
Ronny - was willst Du auf so einer Gummi-Attrappe üben  :ROFL: Ein-und aussteigen oder was  :-D

Gruß - Achim
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: bodrog am 21 Februar 2016, 17:37:43
Dümmliche Antwort: Zieldarstellung und "Maskirovka"
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: bettika61 am 21 Februar 2016, 17:44:29
Zitat von: Trimmer am 21 Februar 2016, 14:39:58
Hallo Beate - einen der Männer welche da im Film gezeigt werden kenne ich persönlich und " Ja " In Storkow wurde schon zu DDR - Zeiten in dieser Richtung gearbeitet. Einige Leute wurden dann auch von der BW übernommen.
Hallo Achim,
die Frage ging dahin, ob die Fotos in der Kurmark- Kaserne entstanden sind. :?
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Trimmer am 21 Februar 2016, 18:18:01
Hallo Beate - Nein - diese Gebäute -  Baustil -   gibt es in der Kurmarkt - Kaserne nicht und ich glaube auch nicht das sie auf dem Versuchsgelände stehen. Das Versuchsgelände ist außerhalb der Kaserne - Ortsende Storkow - Fahrtrichtung Bugk. Ist Sperrgebiet und wunderbares Pilzgebiet   :-D Auf den Bildern von Eddy sieht man ja auch Marineuniformen und die sind in der Kurmark- Kaserne so nicht vertreten.

Abendgruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: der erste am 21 Februar 2016, 18:33:04
Die Aufnahmen sind in einer Kaserne der BM gemacht worden. Nach der Vereinigung, vielleicht 1992/93/94. Habe sie auch irgendwo bei mir.
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: bettika61 am 21 Februar 2016, 22:23:23
Hallo Holger,
Kasernen der BM gibt's ja nicht so viele  :-D
diese prägnante Loggia oben bei #sf 1-16 und #sf 1-18
kennen einige noch aus den alten "Borowski-Tatorten" als sein  Büro
ehem. Kaserne am Scheerhafen nördlich Marinestützpunkt Kiel
https://goo.gl/maps/wuqdvoSY6wy

Edit die Halle #sf1-20 sieht heute auch etwa schnieker aus
Titel: Re: KTS Boote der VM
Beitrag von: Eddy am 22 Februar 2016, 14:00:11
Hallo Beate,
ich denke Du hast das richtig erkannt. Wenn ich Dein Foto 1 mit meinem Fotos 1, 5 und 16 vergleiche, stimmt der Ort. Von dem ich die Fotos habe, der wohnt auch in Kiel.
Eddy